Siegtreffer kurz vor Schluss

Löwen ringen Spitzenreiter nieder - 1860 zurück im Aufstiegsrennen?

Der lichte Moment des Spiels: Phillipp Steinhart schießt den Ball zum 1:0-Siegtreffer ins Tor von Dynamo Dresden.
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Der lichte Moment des Spiels: Phillipp Steinhart schießt den Ball zum 1:0-Siegtreffer ins Tor von Dynamo Dresden.

Gegen Dynamo Dresden meldete sich die Mannschaft von Michael Köllner eindrucksvoll zurück. Am Ende stand ein nicht unverdienter 1:0-Erfolg.

München– „Servus Peter, mach’s guad!“ Eine liebevolle Hommage an den verstorbenen Peter Grosser hatten die 1860-Ultras an den Zaun der menschenleeren Westkurve gezaubert. Der legendäre Löwen-Kapitän hatte bei der blockumspannenden Choreo Meisterschale und DFB-Pokal im Arm – und der gestrenge Fußball-Ästhet hätte sicher auch am gestrigen Topspiel der 3. Liga seinen Gefallen gefunden. Grossers Löwen boten Spitzenreiter Dresden nicht nur Paroli, sie schafften es sogar, dieses eine Tor zu erzwingen, das im Aufstiegskampf vielleicht noch einmal eine Perspektive eröffnet.

TSV 1860: Steinhart mit dem goldenen Tor

1:0 hieß es am Ende, nachdem sich Phillipp Steinhart in der 86. Minute ein Herz gefasst hatte. Elf bzw. zwölf Punkte Rückstand auf die Plätze zwei und drei hatten gedroht, so sind es neun. Immer noch eine Menge Holz, aber Steinhart hat zumindest die Spannung gerettet. „Ich bin froh, dass er reingegangen ist“, sagte der Linksverteidiger zu seinem coolen Siegtreffer, gefolgt von einer Kampfansage: „Wir haben noch lange nicht aufgesteckt.“ Auch Michael Köllner wirkte erleichtert: „Wir freuen uns, dass wir den Tabellenführer besiegt haben“, sagte der 1860-Coach: „Beide Teams haben energisch verteidigt, sich in alle Bälle reingeworfen – am Ende entscheiden dann Nuancen.“

Löwen mit Dynamo Dresden auf Augenhöhe

In personell unveränderter, aber taktisch leicht veränderter Besetzung (Lex eher links, Biankadi zentral beim genesenen Neudecker) zeigten die Löwen, dass sie zumindest an einem Abend mit dem Souverän der 3. Liga mithalten können. Nach ersten Warnschüssen durch Daferner hatte Sascha Mölders schon in der 13. Minute das 1:0 auf dem Fuß, als er trocken aus der Drehung die Latte vor der schönen Westkurven-Choreo erzittern ließ – nur die Handschuhspitzen von Dynamo-Keeper Kevin Broll verhinderten die 1860-Führung. „Super Schuss von Sascha, aber auch toll gehalten“, lobte Co-Trainer Oliver Beer im Pauseninterview von MagentaSport. Das Urteil des Köllner-Assistenten: „Ich denke, wir sind gut im Spiel. Im letzten Drittel müssen wir aber noch mutiger spielen.“

Dynamo-Talent lässt Großchance liegen

Diesen an sich guten Plan durchkreuzten die Gäste, indem sie humorlos und zunächst ohne großen Aufwand auf ihre Beton-Defensive setzten. Den Löwen schienen erst die Ideen auszugehen, danach der Mut und der Elan. Dynamo-Talent Königsdörffer ließ in der 84. Minute freistehend das 0:1 liegen. Was folgte, war der eine lichte Moment, auf den Köllner gehofft hatte. Willsch fing einen Ball ab, über Staude und Lex gelangte die Kugel zu Steinhart – der Rest ist bekannt.

Am Sonntag hatte Sportchef Günther Gorenzel zum Halali geblasen („Wir werden auf die Jagd gehen!“) – im ersten von zehn Endspielen ließen seine Löwen Taten folgen. Nur Köllner muss noch überzeugt werden. Zur Aufstiegschance befragt, sagte er grinsend: „Die ersten drei Mannschaften sind weg, das ist klar. Wir schauen, was in den neun Spielen noch möglich ist, aber vorher müssen wir unsere Dinge erledigen – und hoffen, dass vor uns was passiert. Im Moment ist mir das zu viel Konjunktiv.“ (Uli Kellner)

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