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1860 München: Lakenmacher rettet die Wiesn-Stimmung - Sturmhüne feiert Dreierpack

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Von: Uli Kellner

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O’zapft is: Löwen-Stürmer Fynn Lakenmacher ließ es am Vorabend des Oktoberfests dreimal krachen.
O’zapft is: Löwen-Stürmer Fynn Lakenmacher ließ es am Vorabend des Oktoberfests dreimal krachen. Foto: Sven Leifer © Sven Leifer

Pünktlich zur Wiesn hat der TSV 1860 ein spielfreies Wochenende. Fynn Lakenmacher lässt es noch vor Anstich krachen und sorgt gegen Aue für Stimmung.

München – Der Spielplan meint es gut mit den Profis des TSV 1860. Eine 14-tägige Ligapause während des Oktoberfests – da freuen sich nicht nur Neulöwen wie der Niederländer Jesper Verlaat („Schon viele Geschichten davon gehört . . .“). Einzige Hürde vor der Bierzelt-Gaudi war das Freitagabend-Heimspiel gegen Aue – doch die nahmen Verlaat & Co. weitgehend souverän.

Bei Temperaturen, die eher Lust auf Glühwein machten, verdienten sich die Schützlinge von Trainer Michael Köllner ihre erste(n) Wiesn-Mass. 3:1 (1:0)-Heimsieg gegen das Schlusslicht aus dem Erzgebirge, das noch tiefer in die Krise schlitterte. Mit einem Dreierpack (10., 77., 84.) machte sich Fynn Lakenmacher um vorgezogene Oktoberfest-Stimmung verdient. Fünfter Sieg im fünften Heimspiel, Tabellenplatz eins zurückerobert – zumindest bis Samstag, wenn Elversberg in Halle ran muss.

Vor dem Anpfiff blies die vereinseigene Blasmusik vor der Westkurve den 60er-Marsch und andere Gassenhauen. Die Ultras hatten eine schöne Choreo gebastelt: links das Stadion, rechts ein Bierzelt nebst Riesenrad. Und passend dazu ging es auch auf dem Rasen vom Start weg rund. In ihren grünen Wiesn-Trikots (mit Brezn-Optik am Ärmel) gaben die Löwen alles, um das 1:4 von Elversberg vergessen zu machen.

Nachdem kurzfristig auch noch Stefan Lex und Quirin Moll ausgefallen waren, hatte Köllner nicht taktisch, dafür aber positionsbezogen einiges verändert: Deichmann zurück in die Abwehr, Lannert auf die Bank, Wein und Kobylanski rein, Rieder vor auf die Acht, Boyamba nach rechts. Personalnot macht erfinderisch. Aue kannte sich bei so vielen Rochaden nicht aus und reagierte zu träge, als Vrenezi einen Ball mit dem Ferserl nach hinten zog, eine verzinkte Flanke in den Strafraum jagte und dort einen dankbaren Abnehmer fand. Lakenmacher (1,88 m) streckte sich: Kugel im entfernten Eck, die frühe Führung – sein erster Streich an einem Abend zum Einrahmen.

Köllner, zuletzt mit „Gelbsucht“ und DFB-Ärger, hatte in der ersten Halbzeit wenig Grund, sich aufzuregen. Klar, Kobylanskis Lattentreffer hätte auch ein paar Zentimeter tiefer einschlagen (21.), die Defensive kompakter stehen können. In die Kabine ging es mit einem knappen 1:0-Vorsprung, der im Laufe der zweiten Halbzeit kurzzeitig ins Wanken geriet.

Selbst ließen die Löwen beste Chancen ungenutzt: Rieder frei vor dem Tor (55.), Kobylanski nach einer Flanke von rechts (72.). Hinten ging nach und nach die Ordnung verloren – was Aue auf die Idee brachte, frische Offensivkräfte einzuwechseln. Lakenmacher zog rechtzeitig den Stecker. In Mittelstürmermanier traf er zum 2:0 und 3:0, ehe Aue kurz vor Schluss verkürzen konnte.

Dienstag ist der offizielle Wiesnabend im Hackerzelt. Die Stimmung dürfte gut sein, der Durst groß. Köllner: „Ich freue mich riesig drauf, aber natürlich müssen wir in der Länderspielpause auch an unserem Spiel arbeiten.“ (Uli Kellner)

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