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TSV 1860: Kein Sieg, Gegner attackiert - bei Rivale Aue geht‘s drunter und drüber

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Von: Jacob Alschner

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Unter Druck: Aues glückloser Trainer Timo Rost.
Unter Druck: Aues glückloser Trainer Timo Rost. © dpa

Der TSV 1860 musste seine erste Saisonniederlage hinnehmen. Am Freitag trifft die Köllner-Elf aber auf eine Mannschaft, der seinen Ansprüchen weit hinterherhinkt.

München – So erlebt man Michael Köllner selten. Schmallippig saß der Trainer des TSV 1860 am Samstagnachmittag auf dem Pressepodium im Waldstadion Kaiserlinde, in dem die SV Elversberg seinen Löwen gerade die erste Niederlage dieser Drittliga-Saison beigebracht hatte. Und was für eine: 1:4 hieß es am Ende.

Der 52-Jährige Köllner, eigentlich sehr redefreudig, fasste seine Statements zum Spiel bemerkenswert kurz. Mit größtenteils leerem Blick saß er da. Man sah: Diese Niederlage tat weh, womöglich tut sie es noch. Doch es lohnt ein Blick nach vorn. Schon am Freitag kommt mit dem FC Erzgebirge Aue ein Team, das es noch viel schwerer hat als die Löwen. Klar: Die weiß-blaue Tabellenführung ist vorerst futsch, die Serie von sieben ungeschlagenen Spielen in der Liga ebenso. Und es mag auch sein, dass diese Klatsche in Elversberg schwieriger zu verdauen sein könnte, als gewöhnlich.

TSV 1860: Gegner Aue noch ohne Sieg in der laufenden Saison

Doch gäbe es gerade keinen Gegner, der zum mentalen Wiederaufbau besser geeignet wäre als die „Veilchen“ aus Aue. Schon mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Mai war das Ziel des Kult-Clubs aus Sachsen eigentlich klar: Der direkte Wiederaufstieg muss her.

Doch der Start missriet für das Team um Ulrich Taffertshofer (30, ehem. TSV 1860). Mit drei Punkten aus acht Spielen belegt Aue den letzten Tabellenplatz, konnte als einziges Team der 3. Liga noch keine einzige Partie gewinnen. Der Druck auf dem Kessel entlud sich zuletzt am Rande der Derby-Niederlage gegen den FSV Zwickau (0:1), als es rund ums Stadion und auf den Tribünen mächtig Randale gab und ein Auer Fan auch nicht davor haltmachte, den Zwickauer Siegtorschützen Johan Gómez (21) beim TV-Interview zu attackieren.

TSV 1860 vor Pflichtaufgabe gegen Aue

Selbst dessen Trainer Joe Enochs stürmte herbei, um die Prügelattacke im letzten Moment zu verhindern. Aues Trainer Timo Rost war im Nachhinein ratlos.

Am Freitag (19 Uhr) gastiert mit dem FC Erzgebirge ein Team im Sechzger, das offensichtlich plan- und orientierungslos in Richtung Regionalliga Nord-Ost taumelt. Ein Team, bei dem Anspruch und Wirklichkeit weiter nicht auseinanderklaffen könnten. Und eines, an dem sich die Löwen hochziehen können, wenn nicht müssen. Denn auch wenn angeschlagene Boxer die gefährlichsten sein mögen: Boxer, die fast schon in den Seilen hängen, sind es nicht. (jals)

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