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TSV 1860: Drei Wege zurück an die Spitze - „Wollen auf die Wiesn mit gutem Gefühl gehen“

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Von: Jacob Alschner

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Gezähmte Löwen: Leandro Morgalla (li.) und Christopher Lannert (re.) bei der Pleite in Elversberg.
Gezähmte Löwen: Leandro Morgalla (li.) und Christopher Lannert (re.) bei der Pleite in Elversberg. © Hübner

Wie reagiert der TSV 1860 auf die Niederlage gegen Elversberg? Um umbeschwert die Wiesn-Zeit genießen zu können, muss ein Sieg gegen Aue her.

München – Schon vor Wochen hatte Michael Köllner, Trainer des TSV 1860, die Marschroute ausgegeben: „Wir wollen auf die Wiesn mit einem richtig guten Gefühl gehen, müssen vorher daher noch mal richtig Vollgas geben“.

Nun ging aber am vergangenen Spieltag nicht nur das Spitzenspiel bei der SV Elversberg mit 1:4 krachend verloren, sondern damit auch die Tabellenführung in der Dritten Liga. Und das gute Gefühl? Ist zumindest vorübergehend getrübt.

Da während der Wiesn spielplanbedingt keine Aufheiterung möglich ist, muss Köllner schon am Freitag (19 Uhr, MagentaSport) gegen Tabellenschlusslicht Erzgebirge Aue seine Löwen aus der Mini-Krise holen, um den Oktoberfest-Ausflug noch richtig genießen zu können. Drei Wege, wie das gelingen könnte:

TSV 1860: Wechselt Köllner mal wieder das System?

Eine Möglichkeit wäre die Umstellung der Formation: In der Vergangenheit brachte es Köllner auf diese Weise immer wieder zustande, seine Mannschaft aufzuwecken und ihre Sinne zu schärfen. Schon in seiner Premierensaison 2019/20 stellte Köllner um, als die schier endlos wirkende Serie von 16 ungeschlagenen Partien endete, setzte dann auf ein klassisches 4-4-2 - mal mit Doppel-Sechs, mal mit Raute. Erinnert sei auch an den deutlichem 2:5-Dämpfer beim späteren Aufsteiger Magdeburg zum Ende der Hinrunde im letzten Jahr.

Das zuvor präferierte 4-1-4-1 warf Köllner nach dem Spiel über den Haufen, ließ seine Jungs fortan im 3-4-1-2 auflaufen und startete so über den Jahreswechsel eine Serie von sieben ungeschlagenen Spielen – das annullierte Spiel gegen Türkgücü mal ausgenommen. Als es Ende Februar die nächste Niederlage (0:2 beim Halleschen FC) setzte, kehrte Köllner nur kurze Zeit später wieder zum 4-1-4-1 zurück.

Seitdem ist die Formation die Basis für den Erfolg der Löwen, führte sie bis an die Tabellenspitze. Nun der Denkzettel in Elversberg. Zeit also für einen abermaligen Wechsel?

TSV 1860: Bekommt Lannert eine Pause?

Möglichkeit zwei: Frischer Wind durch personelle Rotation. Gerade die Außenverteidiger Christopher Lannert (24) und Fabian Greilinger (21) sahen beim Gastspiel im Saarland oft nicht gut aus, wirkten auf dem tiefen Rasen müde. Möglich, dass Köllner zumindest einem von beiden eine Pause gönnt. Philipp Steinhart (30) ist zwar zurück im Mannschaftstraining, ein Comeback auf der linken Abwehrseite dürfte aber noch eine Woche zu früh kommen. Besser stehen die Chancen also, dass Köllner auf der anderen Seite reagiert und Lannert ersetzen lässt.

Marius Willsch (31) stünde parat, ebenso könnte Niklas Lang (20) – auch er ist wieder im Training – rechts aushelfen. Yannick Deichmann (28) bewies in der vergangenen Saison des Öfteren, dass er den Rechtsverteidiger spielen kann. Er wäre in der aktuellen Form allerdings ein Verlust im Mittelfeld.

Außenseiterchancen dürfte Nathan Wicht (18) haben, der in dieser Saison noch keine einzige Minute Drittligaluft schnupperte.

TSV 1860: Starten Boyamba und Vrenezi gegen Aue richtig durch?

Die dritte Möglichkeit: Die Einzelspieler lösen das Problem und ballern Sechzig zum Wiesn-Meister. Albion Vrenezi böte sich da eigentlich an, der 28-Jährige ist grundsätzlich einer vom Typ Unterschiedsspieler. Blöd, dass gerade er in Elversberg völlig neben der Spur war. Neuzugang Joseph Boyamba (26) dagegen machte in den letzten Wochen konstant deutlich, wieso Köllner ihn unbedingt wollte. Er überzeugt durch Assist-Qualitäten und Tor-Gefahr gleichzeitig. Wird er gegen Aue, diesen (in der aktuellen Form) mehr als dankbaren Gegner, zum Partystarter vor der Wiesn? (Jacob Alschner)

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