Der Ex-Löwe unterschrieb im Oktober 2020 einen Zweijahresvertrag

TSV 1860 München: Ex-Kapitän Felix Weber bei Rot-Weiß Essen „unzufrieden“

Der ehemalige Löwen-Verteidiger Felix Weber ist in Essen mit seinen geringen Einsatzzeiten unzufrieden.
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Der ehemalige Löwen-Verteidiger Felix Weber ist in Essen mit seinen geringen Einsatzzeiten unzufrieden.

Der ehemalige Löwen-Kapitän Felix Weber wird bei Rot-Weiß Essen nicht glücklich. Trotz einer starken Saison des Vereins kommt der Verteidiger kaum zum Zug.

Essen – Oktober 2020: Felix Weber unterschreibt einen Zweijahresvertrag bei Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen (RWE). Der damals 25-jährige Ohlstädter hat große Ambitionen mit dem neuen Klub, will seinen Teil dazu beitragen, dass der Traditionsverein in die 3. Liga und damit in den Profifußball zurückkehrt. Heute, sechseinhalb Monate später, ist die Realität für Weber ernüchternd. Lediglich fünfmal durfte der Verteidiger bislang in der Regionalliga auflaufen. Eine Bilanz, die ihn nicht zufrieden stellen kann.

Ex-Löwe Felix Weber in Essen nur Reservist - „Ich hatte einige unglückliche Momente“

„Es ist natürlich bislang nicht so gelaufen wie ich es mir gewünscht habe“, fasst Weber seine Premierensaison im Ruhrpott zusammen. Als er im Oktober zur Mannschaft gestoßen war, lief die Saison bereits seit zehn Spielen. „Es war mir klar, dass ich mich zunächst hinten anstellen muss.“ Das Team war in der Erfolgsspur. Gründe für Trainer Christian Neidhart, seine Abwehr umzubauen, gab es wenige. Auf seinen ersten Startelfeinsatz musste der Ohlstädter über einen Monat warten. Essen gewann mit 4:0 in Homberg. Dennoch: An Webers Reservistenrolle änderte auch diese Partie nichts. Das zweite und bislang letzte Mal, dass der Ex-Löwe von Beginn an ran durfte, war beim Auswärtsspiel in Ahlen. Essen verlor 1:2 beim Liga-Schlusslicht. Weber gab bei einem Gegentreffer nicht die beste Figur ab. Ein gebrauchter Abend. „Ich hatte einige unglückliche Momente“, sagt er selbstkritisch. Die fehlende Spielpraxis habe sich bemerkbar gemacht. „Die ist einfach das A und O.“

Ex-Löwen-Kapitän Felix Weber: „Die Spiele im DFB-Pokal waren sensationell“

Noch sechs Partien stehen für RWE in dieser Saison auf dem Programm. Es bräuchte ein mittelgroßes Fußballwunder, möchte Essen noch die zweite Garde von Borussia Dortmund verdrängen und auf den Platz an der Sonne hüpfen. Nach 34 von 40 Spielen kommt RWE auf 75 Zähler. Die Borussen haben bei einer mehr absolvierten Partie 82 Punkte. „Wir spielen eine gute Saison, der BVB* leider eine noch bessere“, hadert Weber. Im DFB-Pokal* lieferte Essen in dieser Spielzeit zudem einige magische Nächte ab, die den Fans noch lange in Erinnerung bleiben werden. Mit Bielefeld und Leverkusen schaltete die Elf von Trainer Christian Neidhart gleich zwei Vereine aus der 1. Bundesliga aus. Zudem hatte Zweitligist Fortuna Düsseldorf das Nachsehen an der Hafenstraße. „Die Spiele im DFB-Pokal waren sensationell“, betont Weber – auch wenn er nur von der Bank aus zuschauen durfte. Erst im Viertelfinale scheiterte RWE an Bayern-Bezwinger Holstein Kiel.

Ex-Löwen-Verteidiger Felix Weber: „Es ist kein Geheimnis, dass ich unzufrieden bin“

Der letzte Auftritt in der diesjährigen Regionalliga West steigt für Essen am 5. Juni. Danach wird sich Weber mit dem Verein zusammensetzen, die Situation analysieren und seine Zukunft besprechen. Sein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Ob er diesen auch erfüllt, steht in den Sternen. „Es ist kein Geheimnis, dass ich unzufrieden bin.“ Noch ist daher unklar, wo Weber kommende Saison tatsächlich auflaufen wird.

Vor dem Kapitel Essen tat er das 16 Jahre lang für den TSV 1860 München, ist dem Verein tief verbunden. Logisch, dass der Ohlstädter momentan mit den Löwen im Aufstiegskampf in der 3. Liga mitfiebert. „Ich sitze zwar nicht mit dem Trikot vorm Fernseher, aber schaue die Spiele natürlich an.“ Schaffen die Giesinger heuer die Rückkehr in die 2. Bundesliga*? „Die letzten Spiele waren richtig stark, es schaut gut aus“, urteilt Weber.

Felix Weber: Heimweh in Essen ständiger Begleiter

1860 bedeutete für den Verteidiger auch jahrelang die Nähe zur Heimat. Wann immer es ging, fuhr er nach Hause. Nach Ohlstadt. Das gestaltete sich nach seinem Wechsel in den Ruhrpott schwieriger. Ab und an schaffte er es noch. „In der Winterpause war ich kurz daheim. Ansonsten zwei-, dreimal, wenn wir ein paar Tage frei hatten.“ Weber vermisse die Heimat sehr. Daraus macht er keinen Hehl.

Bleibt abzuwarten, wo es den drittligaerfahrenen Defensiv-Akteur kommende Spielzeit hinverschlagen wird. Oder ob er doch in Essen bleibt? Trotz einer Premierensaison, die eigentlich kaum schlechter für Weber hätte laufen können.

(Marco Blanco-Ucles)

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