Ex-Aufsichtsrat bei 1860 München

Ex-Löwe prügelt auf Buben ein: Ismaiks ehemalige rechte Hand muss zahlen

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Hamada I. (l.) und Hasan Ismaik.

Einst saß er im Aufsichtsrat des TSV 1860 München - Hamada I.. Am Dienstag musste er sich wegen eines schlimmen Vorwurfs vor Gericht verantworten.

München - Er war die rechte Hand von Hasan Ismaik: Bis 2012 saß Hamada I. (46) im Aufsichtsrat des TSV 1860 München. Als smarter Geschäftsmann half er, den Verein vor der Insolvenz zu bewahren. Doch nun zeigt sich eine ganz andere Seite des Ex-Löwen-Bosses. Am Dienstag musste er sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Tatvorwurf: Er soll zwei Buben vor seinem Haus in Sendling verprügelt haben.

„Er zog die Jungs auf sein Grundstück und wurde richtig aggressiv“

Eigentlich fing der Streit am 30. April 2018 ganz harmlos an: Drei Buben zogen in der Freinacht durch die Lochhamer Straße. Aus Jux hatten sie Rasierschaum dabei und sprühten herum. Doch als sie am Grundstück von Hamada I. vorbeikamen, rastete der plötzlich völlig aus.

„Er zog die Jungs auf sein Grundstück und wurde richtig aggressiv“, sagt Andreas K. (49), Vater von zwei der Buben. Seinem Sohn Valeriu (15) soll I. die Spraydose ins Gesicht geschlagen haben, so dass der Schüler eine Schädelprellung erlitt. Dessen Kumpel Alex (14) schleuderte I. laut Staatsanwaltschaft zu Boden. So hart, dass dessen Ellenbogen splitterte. „Herr I. hat gebrüllt, dass er uns beim nächsten Mal tötet“, sagen die Buben.

Die Opfer und ihr Vater: Andreas Kodweiss (49) und seine Söhne Julian (12) und Valeriu (15).

Angeklagter entschuldigt sich - und bekommt milde Strafe

Vor Gericht entschuldigte sich der Löwen-Boss gestern für seinen Ausraster. „Es tut mir leid, wenn ich ihnen Angst eingejagt oder weh getan habe“, las er aus einer vorgefertigten Erklärung. Im Mai hatte I. noch behauptet, dass die Schüler Eier gegen sein Haus geworfen hätten und bestritt damals zudem, dass es zu Handgreiflichkeiten gekommen sei.

Im Prozess ist nun auch seine Frau Amal (31) angeklagt, die Julian K. (12) getreten haben soll. Blass saßen beide gestern im Gerichtssaal – umringt von drei Verteidigern. „Bei dieser Entschuldigung hat uns leider die Einsicht gefehlt“, sagt Vater Andreas K.. „Herr I. hat ja nicht mal aufgeschaut.“

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Richter Robert Grain machte kurzen Prozess: Er verdonnerte den Ex-Löwen-Boss und dessen Frau zu insgesamt 7500 Euro, die das Paar an die Buben und einen gemeinnützigen Verein überweisen muss. „Wenn bezahlt wird, stelle ich den Prozess ein“, sagte der Richter. Für den reichen Banker I. eine milde Strafe – verurteilt ist er offiziell nicht.

A. Thieme

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