Keeper hat Hoffnung

Ex-Löwe Hofmann: "20 Punkte bis Weihnachten…"

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Michael Hofmann (r.) spielt mittlerweile beim SV Pullach.

München - Vier Punkte in Serie, seit drei Spielen ungeschlagen. Bei den Löwen geht es bergauf. Das sieht auch Ex-1860-Keeper Michael Hofmann im tz-Interview.

Die Löwen haben ihn oft genug enttäuscht – in vielerlei Hinsicht. Trotzdem fiebert Michael Hofmann jede Woche mit, wenn der TSV 1860 in der Zweiten Liga um Punkte kämpft. „Ich bin halt ein Fan“, sagt der 43-jährige Trainer, der sich vor ein paar Monaten vom Bayernligisten SV Pullach zu einem Comeback zwischen den Pfosten überreden ließ. Warum Hofmann bei 1860 wieder einen zarten Silberstreif der Hoffnung sieht, erläutert er im tz-Interview.

Herr Hofmann, zweimal in Folge ohne Gegentor blieben die Löwen zuletzt im März 2014. Eine relevante Information?

Hofmann: Ja, ich finde schon, dass zuletzt eine gewisse Stabilität erkennbar war. Und die muss auch vorhanden sein, wenn es langsam aufwärts gehen soll. St. Pauli, der nächste Löwen-Gegner ist ein gutes Beispiel. Da hat Ewald Lienen auch in der Defensive angesetzt und den Laden Stück für Stück wieder aufgebaut.

Vorne fehlen dem Löwen-Laden noch einige Steine…

Hofmann : Es war – vorsichtig ausgedrückt – sehr optimistisch, im Sturm nur auf Rubin Okotie zu vertrauen und dann einen in Lautern aussortierten Stefan Mugosa dazuzuholen. Aber die Lage ist, wie sie ist, da hilft jetzt kein Jammern, sondern nur Arbeit auf dem Platz. Die Chancen sind ja da, das sah in der letzten Saison oft schlimmer aus. Nur das Sch…ding will irgendwie nicht über die Linie. Aber der Blick auf die Tabelle macht natürlich keinen Spaß.

Fünf Spiele sind es noch bis zur Winterpause, zwei Rückrunden-Partien werden bereits 2015 ausgetragen. Ihre Prognose?

Hofmann: 20 Punkte bis Weihnachten halte ich für nötig und auch realistisch. Die Liga ist so ausgeglichen wie vielleicht noch nie, Lautern gewinnt in Leipzig, Duisburg punktet gegen Freiburg, nicht einmal der Tabellenführer hat zwei Punkte im Schnitt. Da solltest du wirklich vor niemandem Angst haben, zumal die Qualität der Spieler bei 1860 nicht so schlecht ist, wie es manchmal rüberkommt.

Um Winterzukäufe wird man trotzdem nicht herumkommen.

Hofmann : Klarer Fall. Den Fehler, nur auf die Rückkehrer aus dem Verletztenlager zu hoffen, werden Profis wie Benno Möhlmann und Oliver Kreuzer eher nicht machen.

Und wie geht’s mit Ihnen persönlich weiter?

Hofmann: Wir sind mit Pullach jetzt seit zehn Spielen ungeschlagen und bis auf Platz drei in der Bayernliga Süd geklettert. In ein paar Wochen werden wir uns unterhalten, ob ich auch im neuen Jahr noch weiterspiele, aber eigentlich spricht nichts dagegen. So alt fühl ich mich mit meinen 43 Jahren noch nicht, es macht großen Spaß mit den Jungs. Aber meine Zukunft sehe ich natürlich weiterhin als Trainer.

Interview: Ludwig Krammer

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