Anhänger suchen noch Busunternehmen

1860-Flüchtlings-Aktion begeistert selbst FCB-Fans

+
Fans des TSV 1860 gehen mit Flüchtlingen gemeinsam ins Stadion.

München - Die Fan-Aktion der 1860-Anhänger für einen gemeinsamen Stadionbesuch mit Flüchtlingen findet viel Zuspruch - sogar im Lager des FC Bayern. Es wird aber noch Hilfe gesucht.

"München hält zam" - der Name trifft die Aktion von Fans des TSV 1860 München auf den Punkt. Seitdem Initiator Alexander Inderst Anfang September mit der Idee an die Öffentlichkeit ging, hat sie großen Anklang gefunden. Und das nicht nur bei den Blauen, sondern auch bei den Roten. 

"Das ist super und bewundernswert, dass die Leute da über ihren Schatten springen", sagte Inderst unserer Onlineredaktion. "Darf man auch als Roter Tickets spenden?", fragt beispielsweise FC-Bayern-Fan Florian Landersdorfer und erntet viel Respekt von den Löwenfans in der Gruppe. "In den Farben getrennt, in der Sache vereint" ist der gemeinsame Tenor vieler weiterer Bayern-Fans dort.

"Das trifft es sehr gut", meint Inderst dazu. "Das soll auch gar keine vereinsinterne Aktion sein. Deshalb haben wir auch den Namen so gewählt."

Die Idee: Münchner kaufen für das Heimspiel gegen RB Leipzig am 27. September ein Extraticket für einen Flüchtling und besuchen gemeinsam mit ihm oder ihr die Allianz Arena. Eines ist Inderst besonders wichtig: "Uns geht es um das gemeinsame Erlebnis." Bei über 250 gespendeten Tickets ist Indersts Aktion mittlerweile angelangt. Über 650 Zusagen stehen zudem bereits auf der Gästeliste der Facebook-Veranstaltung. Auch Anfragen aus anderen Städten wie Hamburg, Cottbus oder Stuttgart sind darunter.

Die Faninitiative „München hält zam!" konnte die Ticket-Zahl innerhalb eines Tages auf 200 verdoppeln. Alex Inderst...

Posted by TSV 1860 München on Freitag, 4. September 2015

Inderst (31) erklärt, wie die Sache funktioniert: "Wer seine Tickets gekauft hat, hinterlässt im Facebook-Event einfach den Kommentar '1+1'. Sobald wir wissen, wie viele neue Löwenfreunde wir einladen können, steigen wir in die Kommunikation mit der Flüchtlingshilfe ein."

Der Verein will die Zahl der Tickets für die Flüchtlinge am Ende "großzügig aufrunden", wie Geschäftsführer Markus Rejek erklärte. Auch zwei Sponsoren der Löwen, das Busunternehmen Geldhauser Unternehmensgruppe sowie die Ahd Sitzberger GmbH beteiligten sich schon mit 30 beziehungsweise mit 25 Karten.

A propos Busunternehmen: In dieser Hinsicht hakt es noch, was die Planung angeht. Neben besagtem, das einen Bus zur Verfügung stellt, werden noch weitere Firmen gesucht, die die Flüchtlinge von der Bayern-Kaserne zum Stadion und zurück fahren. Außerdem wünscht sich Inderst noch jemanden, der für das leibliche Wohl der Flüchtlinge sorgt - beispielsweise in Form von Gebäck. Inderst: "Ganz egal was, wir wollen nur alles dafür tun, den Flüchtlingen diesen Tag so gut wie möglich zu versüßen." Die Initiatoren bemühen sich außerdem um Polaroid- oder Einwegkameras, damit die Flüchtlinge eine Erinnerung an das Ereignis behalten können.

Übrigens: Der FC Bayern lässt sich bei der Unterstützung der Flüchtlinge auch nicht lumpen, im Gegenteil. Der Rekordmeister spendet eine Million Euro aus einem Freundschaftsspiel, bietet ein Trainingscamp an und hat großzügige Unterstützung für die Weihnachtszeit angekündigt.

cg

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Stimmen zum Löwen-Remis: „Das ist amateurhaft!“
Stimmen zum Löwen-Remis: „Das ist amateurhaft!“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung

Kommentare