Aufstiegs-Showdown in drei Stadien

TSV 1860 München - FC Ingolstadt: Löwen haben vor dem Finale noch eine Chance auf die Relegation

Marvin Matip (l) von Ingolstadt und Sascha Mölders von München kämpfen um den Ball (Archivbild).
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Marvin Matip (l) von Ingolstadt und Sascha Mölders von München kämpfen um den Ball (Archivbild).

Für die Münchner Löwen und den FC Ingolstadt geht es am 4. Juli um die Relegation - wir zeigen vor dem Finale an drei Schauplätzen, wie es um Form und Chancen der beteiligten Teams bestellt ist.

München -  Gewittersturm, Stark­regen. Die nächtliche Heimfahrt aus Großaspach hatte es in sich, doch nicht nur Michael Köllner genoss inneren Sonnenschein nach den Ergebnissen am vorletzten Spieltag der 3. Liga. „Wir sind im Finish dabei, das ist verrückt“, sagte der 1860-Coach, der allerdings zugab: „Ich habe immer an unsere Chance geglaubt. Wer mir genau zugehört hat, wusste das.“

Nicht jeder hat damit gerechnet, dass die Löwen doch noch ein Endspiel um den Relegationsplatz bekommen. Am Samstag gegen Ingolstadt braucht 1860 einen Sieg im direkten Duell und dazu Schützenhilfe vom Lokalrivalen Haching (in Duisburg) und den noch um den Klassenerhalt bangenden Chemnitzern (gegen Rostock). Wir zeigen vor dem Finale an drei Schauplätzen, wie es um Form und Chancen der beteiligten Teams bestellt ist.

TSV 1860 München vs. FC Ingolstadt

Wahrscheinlich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass Tomas Oral wieder tief in seine Psychokiste greift. Waschanlage, Armbändchen mit Wünschen – irgendetwas in dieser Art wird sich der Motivationsguru einfallen lassen, denn sein FC Ingolstadt hat es fertiggebracht, sich auf der Zielgeraden noch mal selber ein Bein zu stellen. 

0:2 gegen Magdeburg, wo ein schnöder Heimsieg mindestens den Relegationsplatz gesichert hätte – wie kann das sein? „Die Jungs waren sehr bemüht“, sagte Oral und räumte ein: „Nach dem 0:1 hat der Kopf mitgemischt, weil alle wussten, was auf dem Spiel steht.“ Am Samstag bei 1860 steht für Orals Team nicht weniger als alles auf dem Spiel, wobei sich der FCI zuletzt auf eine Sache verlassen konnte: Fernab des Audi-Parks läuft es. Davon zeugen Platz 1 in der Auswärtstabelle und fünf Oral-Spiele in der Fremde mit 13 Punkten und 8:1 Toren.

Für 1860 spricht: Man war schon weg und hat positiven Druck. Der Zusammenhalt im Team ist gut, und auch die Gesellschafter arbeiten an sich. Laut SZ hat Präsident Robert Reisinger den Adenauer gemacht und gegen seine Prinzipien ein Darlehen von Hasan Ismaik akzeptiert, das ein Maximalvolumen von sechs Millionen Euro hat, nicht die Eigenkapitalquote verschlechtert (Rang­rücktritt) und nach Bedarf abgerufen werden kann.

MSV Duisburg vs. SpVgg Unterhaching

Es wirkt, als würde sich der MSV, Dauer-Spitzenreiter vor Corona, mit dem letzten Tropfen Sprit über die Ziellinie retten. Den letzten Sieg gab es am 10. Juni (3:1 beim FCK), fünf der letzten sechs Spiele endeten unentschieden, wobei es etwas besser läuft, seit der Ex-Löwe Moritz Stoppelkamp wieder fit ist (jeweils 2:2 gegen Halle und Bayern II). Haching, seit neun Partien sieglos, scheint für Duisburg ein dankbarer Gegner zu sein, doch zum Glück für 1860 sieht man das in der Münchner Vorstadt anders. Coach Claus Schromm, ebenfalls Ex-Löwe, kündigt an, „mit voller Kapelle“ in den Westen zu fliegen. Schromm: „Wir werden uns wie immer höchst professionell vorbereiten, da ändert sich nichts. Wir gehen es so an, als würde es für uns um den Aufstieg gehen. Es sind nicht nur die Löwen, die sich was von unserer Fairness erhoffen, sondern auch Rostock und Ingolstadt. Wir sind es dem Wettbewerb, aber auch uns, schuldig, Vollgas zu geben.“

Chemnitzer FC vs. Hansa Rostock

Das Gehader war groß, als 1860 mit 0:1 dem FC Hansa unterlag. Mit den drei Punkten aus diesem Spiel wäre das Köllner-Team nicht auf fremde Hilfe angewiesen, doch gegen das Team um Ex-Löwe Kai Bülow kann man verlieren: Rostock ist das drittbeste Rückrundenteam (hinter Bayern und Würzburg, vor 1860) und hat auf dem Papier eine lösbare letzte Aufgabe: Auswärtsspiel in Chemnitz. Riecht nach drei Punkten, doch eine Sache lässt 1860 hoffen: Der CFC muss gewinnen, um nicht abzusteigen.

1860-Coach Köllner stellt sich auf ein packendes Finale ein: „Im Fußball passieren die tollsten Sachen.“ Happy End nicht ausgeschlossen.

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