Plan trifft Gewurschtel

FC Ingolstadt gegen TSV 1860: Der große Vergleich

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Der FC Ingolstadt empfängt den TSV 1860 München am Montag zum Rückrunden-Derby.

Ingolstadt - Plan trifft Gewurschtel: Die tz vergleicht den FC Ingolstadt und TSV 1860 München vor dem Zweitliga-Derby am Montag.

Die einen können den Vorsprung auf Platz vier mit einem Sieg wieder auf acht Punkte ausbauen, die anderen hoffen auf einen weiteren Luftschnapper im Abstiegskampf. Wenn der FC Ingolstadt heute Abend um 20.15 Uhr im Audi-Sportpark den TSV 1860 München empfängt, könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein. Rein tabellarisch betrachtet trifft Bayerns Nummer 3 auf die Nummer 6 des Freistaats. Eine Momentaufnahme? Oder doch ein realistisches Bild der verschobenen Kräfteverhältnisse im bayerischen Profifußball? Die tz hat Schanzer und Löwen verglichen.

FC Ingolstadt und TSV 1860 München: Klubführung und Finanzen

Der FC Ingolstadt ist das Kind von Präsident und Vorstandschef Peter Jackwerth (62), der sich als „Mäzen mit Herzblut“ bezeichnet. Der Unternehmer, mit einer Zeitarbeitsfirma zum Millionär geworden, realisierte 2004 die Fusion zwischen dem ESV und MTV Ingolstadt. Binnen vier Jahren gelang der Aufstieg von der Bayernliga in die Zweite Liga. Ein Meilenstein war das von Jackwerth finanzierte und 2010 eröffnete neue Stadion. 2013 kaufte Hauptsponsor Audi die Arena auf dem ehemaligen Bayernoil-Gelände. Dazu hält die Audi Quattro GmbH 19,94 Prozent der Anteile an der Profiabteilung des FC Ingolstadt – der Rest gehört dem Verein. „Es nervt mich, dass alle meinen, wir sind ein Werksklub oder von Audi gesteuert“, sagt Jackwerth, der gerne betont, dass der Etat der Profimannschaft nur auf Zweitliga-Durchschnitts­niveau (rund neun Millionen Euro) liegt.

Der TSV 1860 hat sicher keinen günstigeren Kader als Ingolstadt, von einer Steuerung kann zumindest im positiven Sinne keine Rede sein. 60 Prozent der Firmenanteile liegen bei Investor Hasan Ismaik, der seit 2011 das strukturelle Millionendefizit ausgleicht, ohne die Löwen (und damit den Wert seiner Anteile) nach oben gebracht zu haben. Fußballkompetenz hat Ismaik bislang ebensowenig bewiesen wie strategische Weitsicht. Damit ist er bei Sechzig freilich nicht allein.

FC Ingolstadt und TSV 1860 München: Sportliche Entwicklung

Ingolstadt belegte in den vergangenen vier Spielzeiten die Plätze 14, 12, 13 und 10. Seit der Steirer Ralph Hasenhüttl im Oktober 2013 als Trainer übernahm, geht’s aufwärts mit den Schanzern, auch wenn sich zuletzt beim 1:3 gegen Sandhausen und beim 1:1 in Aalen ungewohnte Defensivschwächen zeigten. „Das Derby bietet sich hervorragend dafür an, wieder in die Spur zu finden“, sagt Hasenhüttl. „Wir müssen den Löwen zeigen, dass es bei uns nichts zu holen gibt.“

Bei 1860 geht es in der missglückten Umbruchssaison inzwischen nur noch um die Existenz. Der dritte Trainer, Torsten Fröhling, kann nach all dem Gewurschtel nur noch Schadensbegrenzung betreiben, eine mittelfristige sportliche Perspektive lässt sich angesichts der Lage nicht formulieren. Konsequenterweise hat Hauptgesellschafter Ismaik seit Monaten kein Statement mehr zum Thema 1860 abgegeben.

FC Ingolstadt und TSV 1860 München: Die Fans

Nur hier hat Sechzig gegenüber Ingolstadt die Nase noch vorn. Gegen St. Pauli kamen rund 23 000 Löwen-Anhänger in die Allianz Arena, bei den Donaustädtern sind fünfstellige Zuschauerzahlen noch die Ausnahme. „Die Zahlen sind in etwa so wie in Paderborn in der Vorrunde letztes Jahr“, sagte Jackwerth jüngst in einem Interview mit der deutschen Ausgabe des Wall Street Journal. „Jetzt, in der Bundesliga, ist jedes Spiel ausverkauft. Diese Entwicklung können wir sicherlich auch machen. Es ist eine Generationenfrage und eine Frage der Zeit: In 20 Jahren wird unser Stadion voll sein. Bei jedem Spiel.“

lk

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