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Wagner-Kritik an Ausbildung bei 1860: Junglöwen-Coach Schmöller kocht - „Hat mit Anstand zu tun“

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Von: Korbinian Kothny

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Frank Schmöller zeigt sich nicht einverstanden mit den Aussagen von Sandro Wagner.
Frank Schmöller zeigt sich nicht einverstanden mit den Aussagen von Sandro Wagner. © Mladen Lackovic / Imago images

Sandro Wagner sorgte mit seiner Kritik an der Jugendausbildung beim FC Bayern und TSV 1860 für Aufsehen. Frank Schmöller, Trainer der Junglöwen, wehrt sich jetzt.

München - „Ich finde, dass man mit solchen Kommentaren vorsichtig sein sollte. Das hat für mich auch etwas mit Anstand zu tun“, sagt Frank Schmöller auf Nachfrage zur Kritik von Sandro Wagner. Doch was war passiert? Zur Erinnerung: Der Trainer der SpVgg Unterhaching kritisierte in einem Interview mit der „SZ“ die Jugendarbeit des FC Bayern und des TSV 1860 München.

„Wenn Sie mich fragen, wo ich meine Kinder hinschicken würde: nicht zu Bayern, nicht zu Sechzig, sondern zu Haching. Du hast hier eine Nische. Wie schnell schaffst du es hier in den Profifußball? Bei Bayern kommt ein Fünfzehnjähriger aus den USA. Bei Sechzig ist die Ausbildung sehr, sehr verbissen“, erklärte der Ex-Nationalspieler die Vorzüge seines aktuellen Arbeitgebers und schoss gleichzeitig gegen die Jugendausbildung der beiden großen Münchner Fußballklubs.

SpVgg Unterhaching: Schwierige erste Saison für Wagner

Gerade beim TSV 1860 hat der ehemalige Bayern-Profi mit seinen Aussagen anscheinend einen Nerv getroffen. Immerhin sind die Löwen seit jeher stolz auf ihre Ausbildung und ebneten zahlreichen Jugendspielern den Weg in den Profibereich - wenn auch nicht unbedingt an der Grünwalder Straße.

„Wenn ich mir den Tabellenplatz seiner Mannschaft anschaue, mit der er unter Profibedingungen arbeitet, hat er genug mit sich selbst zu tun“, schießt Schmöller jetzt in die Richtung von Wagner. Zur Erinnerung: Die SpVgg Unterhaching steht nach 24 Spielen auf dem achten Tabellenplatz der Regionalliga Bayern und hat keinerlei Chancen mehr auf den direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga. Wagner hatte im Sommer in der Vorstadt seinen ersten Job als Cheftrainer angenommen.

TSV 1860: Schmöller verteidigt Jugendausbildung

„Ich weiß, wie bei uns im NLZ gearbeitet wird. Ich sage jetzt nicht, dass alles perfekt ist. Aber wir haben ein junges, ehrgeiziges Trainerteam, das alles dafür macht, dass die Jungs sich weiterentwickeln“, verteidigt der Löwen-Dompteur die Ausbildung beim Drittligisten.

Für den erfahrenen Trainer der zweiten Mannschaft des TSV 1860 sind die Aussagen des Ex-Profis daher ein Unding. „Für mich ist das eine Frage des Anstands, sich mit solchen Beurteilungen zurückzuhalten, wenn man kein Detailwissen hat“, erklärt der 55-Jährige seinen Unmut. Auch wie Wagner zu der Aussage kommt, die Ausbildung bei den Sechzgern sei „sehr, sehr verbissen“, ist für Schmöller nicht nachvollziehbar. „Wer uns aus der Kabine kennt, weiß, dass es nicht verbissen zugeht. Wir lachen auch viel“, beschreibt der Junglöwen-Coach die Atmosphäre in seiner Mannschaft.

Der ehemalige Zweitligaprofi, der SpVgg Unterhaching kann dabei auf die Erfahrung aus 20 Jahren Trainertätigkeit zurückblicken, in denen er den ein oder anderen Erfolg feierte. Erfahrung, die Sandro Wagner als Cheftrainer noch fehlt, ihn allerdings nicht davon abhielt Kritik zu äußern. (kk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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