Lizenz für neue Saison erteilt

Hell sorgt sich um die Löwen: "Es trifft die Falschen"

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Gerechtigkeitsfanatiker und 1860-Fan: Franz Hell.

München - "Allesfahrer" Franz Hell sorgt sich wegen der Causa Kirmaier um die Löwen und appelliert an dessen Vernunft. Schließlich würde seine Klage nur die Falschen treffen. Eine positive Nachricht gibt es dennoch.

Er war (oder ist?) der dienstälteste Vereinsdelegierte beim TSV 1860 und als langjähriger "Allesfahrer" eine Autorität in der Fanszene: Franz Hell (60), ein Löwe, wie man ihn sich treuer nicht vorstellen kann.

Entsprechend besorgt ist Hell in diesen Tagen um seinen Herzensverein. Die Gerichtssache Kirmaier lässt ihm keine Ruhe. Bei der Versammlung der Fußballabteilung am Sonntag konnte sich Hell ein Bild davon machen, wie angespannt die Lage im Präsidium ist. „Dass Leute wie Heinz Schmidt und Gerhard Mayrhofer im Zuge der Klage jetzt im Internet anonym mit Vorwürfen der privaten Bereicherung und Ähnlichem überzogen werden, ist eine Grenzüberschreitung, die mich als Gerechtigkeitsfanatiker nicht kalt lässt“, sagte Hell zur tz. „Das Präsidium und damit der Verein sind jetzt die Leidtragenden, aber sicher nicht die Ausschlaggebenden für den Rechtsstreit um Satzung und Ladung. Ich kann nur an die Vernunft des Herrn Kirmaier appellieren, sich zum Wohle des Vereins mit der Gegenseite zu einigen. Ich kenne ihn, er ist seit 20 Jahren im Verein und laut eigener Aussage keiner, der nur Krawall machen will. Formaljuristisch mag er im Recht sein, aber wem ist damit geholfen? Den Aufsichtsrat kriegt er nicht weg auf diese Weise, er trifft die Falschen. Jetzt einfach in den Wind zu schießen und zu sagen, ich treffe schon einen, ist der falsche Weg.“

DFL erteilt TSV 1860 die Lizenz für die neue Saison

So sieht es auch der Fanklub-Dachverband ARGE, der gestern eine Pressemitteilung verschickte. „In den meisten Fanclubs die der ARGE angeschlossen sind, herrscht absolutes Unverständnis gegenüber dem Handeln des Herrn Helmut Kirmaier und seines Anwalts“, heißt es darin. Und weiter: „Das neue Präsidium um Gerhard Mayrhofer, das von einer überwältigenden Mehrheit (90%) gewählt wurde, was eine klare demokratische Willenserklärung darstellt, versucht (…) den Verein wieder auf gesunde Beine zu stellen. Es (…) hat bis jetzt schon weit mehr erreicht und verändert, als viele vorher erwartet hatten. Die auf der Mitgliederversammlung stattgefundenen Wahlen und die angenommene Satzungsänderung entsprechen ebenfalls den Wünschen einer großen Mehrheit. Genau dieser Punkt sollte auschlaggebend sein und nicht Formalien, z. B. wer eine Einladung hätte unterschreiben oder verschicken dürfen. Wir appellieren eindringlich an Herrn Kirmaier, seinen Schritt zu überdenken und sich für einen gemeinsamen Weg (…) zu entscheiden und nicht den positiven Weg zu gefährden.“

Der Verwaltungsrat des e.V. steht zwar weiter hinter seiner Rechtsmeinung, strebt allerdings eine gütliche Einigung mit Kirmaier an. Bei der Versammlung am Montag wurde der Vorsitzende Siegfried Schneider damit beauftragt, an den Vergleichsgesprächen in der kommenden Woche mitzuwirken. Positive Nachrichten gab es am Dienstag Abend aus Frankfurt. Die DFL erteilte 1860 die Lizenz für die neue Saison. Geschäftsführer Markus Rejek: „Der Kopf ist frei, wir schalten auf Angriff und die Fans haben endlich Gewissheit.“ Zumindest in dieser Sache.

lk

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