"Lassen Sie die Klage fallen!"

Fredi Heiß: Sein Appell an Kirmaier

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Sorgt sich um das Schicksal seiner Sechziger: Meisterlöwe Alfred "Fredi" Heiß.

München - Meisterlöwen Fredi Heiß und Peter Grosser appellieren an Kirmaier, er möge die Klage fallen lassen, bevor der TSV 1860 weiterer Schaden nimmt. "Es geht um den Verein, um nichts sonst."

Am Sonntagabend kurz vor elf hatte Gerhard Mayrhofer genug gelesen. Der 1860-Präsident schloss seine Facebook-Umfrage zum Thema Kirmaier und ersetzte sie durch einen neuen Text: „Liebe Löwen, vielen Dank für Euren regen Meinungsaustausch zum Thema ,Klage von Herrn Kirmaier’. Es wurde sehr deutlich was Ihr davon haltet. Euer sehr deutliches Votum für den eingeschlagenen Weg des Präsidiums und die breite Unterstützung motiviert uns sehr, auch diese Hürde zu überwinden. Von unserer Seite aus werden wir alles dafür tun, eine Einigung mit Herrn Kirmaier zu erzielen um unseren eingeschlagenen Weg fortzuführen. Das schaffen wir nur zusammen mit Euch!“

Wie die Einigung mit Kläger Kirmaier (bzw. dessen Anwalt Heinz Veauthier) aussehen soll, das ist die große Frage. Anderthalb Wochen bleiben den Parteien noch, um den drohenden „Scherbenhaufen“ (Mayrhofer) abzuwenden. Bis zum 6. Juni, 9 Uhr, soll der Vergleich stehen – dann trifft man sich erneut vor dem Münchner Landgericht.

Rejek will in den nächsten Tagen Neuverpflichtungen bekannt geben

Die Löwenfans interessiert vor allem eines: Wie stark ist die Profiabteilung in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt? Ist unter dem Kirmaier’schen Damoklesschwert eine vernünftige Saisonplanung überhaupt möglich? Oder kann die kommende Saison schon abgehakt werden, bevor sie überhaupt angefangen hat? Geschäftsführer Markus Rejek versuchte am Sonntag bei der Versammlung der Fußballabteilung des e.V. Zuversicht zu verbreiten: „Bei der Trainersuche sind wir so weit, dass wir glauben, in den nächsten zehn Tagen die Personalie bekanntgeben zu können. Wir sind auf einem guten Weg. In der Kaderplanung sind wir sehr weit, sodass wir in den nächsten Tagen die ersten Neuverpflichtungen bekanntgeben können.“ Tatsächlich?

Fredi Heiß: "Lassen Sie die Klage fallen, bevor unser Verein weiteren Schaden nimmt"

Laut Mayrhofer sind derzeit mehrere Juristen damit beschäftigt, zu klären, inwieweit die Profi-KGaA handlungsfähig ist, sprich: Spieler- und Trainerverträge abgeschlossen werden können. Ab einer gewissen Summe braucht Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner die Zustimmung des Geschäftsführungs-Beirats, in dem auch der durch die Kirmaier-Klage infrage gestellte Mayrhofer sitzt.

Tief besorgt um das Schicksal seines Vereins ist Meisterlöwe Fredi Heiß. „Ich bin erschrocken über die Tragweite dieses Rechtsstreits und hoffe darauf, dass die Vernunft siegt und man sich im Sinne des Vereins einigt“, sagte der 73-Jährige am Montag zur tz. Heiß’ Appell: „Herr Kirmaier, lassen Sie die Klage fallen, bevor unser Verein weiteren Schaden nimmt. Es muss doch ein Konsens zu finden sein. Oder wollen Sie selbst Präsident werden?“

Auch Peter Grosser (75) hofft auf eine friedliche Lösung. „Freilich, der Verein hat sich das Ganze selbst eingebrockt“, sagt der Kapitän der Meistermannschaft von 1966, „aber jetzt muss man die Suppe gemeinsam auslöffeln und versuchen, Sechzig wieder auf gesunde Beine zu stellen. Es geht um den Verein, um nichts sonst. Das müssen sich beide Seiten vor Augen halten.“

Bilder: Mitgliederversammlung der Fußballabteilung der Löwen

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lk

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