Klare Worte von Aygün - auch Wolf bleibt

"Unsere Transferaktivitäten sind beendet"

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Necat Aygün.

München - Der Löwen-Trainer Fröhling hat Marius Wolf aus dem Kader für das heutige Spiel beim Spitzenreiter Bochum gestrichen. Und nennt eindeutige Gründe. Necat Aygün erklärt die Transferaktivitäten für beendet.

„Er hat den Kopf nicht frei“: Marius Wolf wird heute nicht spielen – er bleibt aber mindestens noch ein Jahr beim TSV 1860.

Marius Wolf war nicht zum Reden zumute. Eiligen Schrittes und mit verschlossener Miene strebte er nach dem gestrigen Training zu seinem Auto, den Interviewwunsch eines Journalisten lehnte der 20-Jährige strikt ab – und schon war er verschwunden. Seine Kollegen begaben sich unterdessen in den Mannschaftsbus, der vor der 1860-Geschäftsstelle geparkt war. Einen Tag vor dem heutigen Gastspiel der Sechziger beim VfL Bochum (20.15 Uhr) und vor Ende der Transferfrist schien das nichts Gutes zu verheißen. Verlässt die begehrte Offensivkraft also nun doch die Löwen? War das sein letzter Arbeitstag bei den Blauen? 1860-Trainer Torsten Fröhling sah sich zu einer Klarstellung veranlasst: „Marius bleibt bei uns definitiv.“ Kurzfristig plant er allerdings nicht mit ihm. Fröhling strich Wolf gestern aus dem Aufgebot für Bochum. Die Begründung: „Ich muss den Burschen schützen.“

Seit Wochen verhandeln Marius Wolf, sein Berater und seine Eltern mit den Sechzigern. Der Vertrag des Jung-Profis läuft noch bis 2016, angeblich meldeten sich bereits mehrere ernsthafte Interessenten beim aktuellen U 21- Nationalspieler; die Münchner, die Wolf unbedingt halten wollen, peilen somit eine frühzeitige Verlängerung des Kontraktes an. Das bisherige Ergebnis der Gespräche skizziert Interims-Sportchef Necat Aygün so: „Wir sind an die Schmerzgrenze gegangen, Marius liegt ein langfristiger Vertrag vor. Es hakt noch an einem Detail.“

Die Diskussionen um seine sportliche Zukunft scheinen Wolfs Spiellaune doch etwas getrübt zu haben. „Er hat den Kopf nicht frei, das merkt man auch im Training“, sagte Fröhling gestern, „das Ganze geht nicht spurlos an ihm vorüber, das ist ein ganz junger Kerl. Der kann das nicht so schnell wegstecken.“ Der Coach befürchtet inzwischen, dass das Vertragsgerangel um den talentierten Angreifer sich folgenschwer auswirken könnte: „Das Thema merkt man ihm an, das merkt man in der Kabine, das merkt man überall. In der Mannschaft ist es nicht ruhig.“ Dabei hätten sich die Löwen diese Situation auch ersparen können. „Ich habe im Sommertrainingslager darauf hingewiesen“, erklärte Fröhling. Doch seine Mahnung, sich zeitig um eine Vertragsverlängerung mit Wolf zu bemühen, fand beim damaligen Sportchef Gerhard Poschner offenbar keinen Anklang.

In jedem Fall, so gestand Fröhling, sei er heilfroh, wenn heute die Transferperiode und damit alle störenden Debatten zu Ende gehen. Mit einem Neuzugang auf Münchner Seite ist dabei nicht mehr zu rechnen. „Unsere Transferaktivitäten sind beendet“, sagte Aygün. Immerhin landete er zuletzt noch zwei Treffer, die Fröhling optimistisch stimmen. Seine jüngsten Trainingseindrücke von Michael Liendl, Neuverpflichtung aus Düsseldorf, fasste er so zusammen: „Er macht das richtig gut. Dass er was kann, das sieht man. Es ist, als wenn Michael schon immer dagewesen wäre.“ Und auch der neue Angreifer Stefan Mugosa gewann bereits die Wertschätzung seines Coaches: „Er zeigt die ganze Woche schon, dass da was kommt.“

Dass es für die noch sieglosen Löwen nun zum Tabellenführer Bochum geht, sieht Fröhling nicht als Nachteil. Zwar meinte er im Hinblick auf das bislang karge 1860- Punktekonto (zwei Zähler aus vier Spielen): „Wir müssen Ruhe bewahren.“ Die Außenseiterrolle kommt ihm jedoch nicht ungelegen: „Es ist im Grunde eine schöne Aufgabe. Wir können dort im Endeffekt nur gewinnen. Wir freuen uns auf Bochum.“ Fröhlings Zielsetzung: „Wir fahren dorthin, um unseren Job zu erfüllen – also um zu punkten.“

Armin Gibis

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