Glücklicher Sieg in Frankfurt

Löwen atmen auf: „Wir leben noch!“

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Der Stein, der Torsten Fröhling nach dem Schlusspfiff in Frankfurt vom Herzen fiel, war riesengroß.

Frankfurt - Unüberhörbar groß war die Erleichterung bei den Löwen nach dem 1:0 beim FSV Frankfurt. Die Probleme des TSV 1860 München sind aber noch lange nicht gelöst.

Wie hatte Torsten Fröhling vor dem Spiel der Löwen beim FSV Frankfurt festgestellt: „Wir müssen gewinnen! Und wir werden gewinnen!“ Recht hat der Trainer gehabt, aber die Art und Weise, wie dieser 1:0-Erfolg zustande gekommen ist, hat er wahrscheinlich nicht mal in seinen kühnsten Träumen geplant gehabt. Glück, Dusel, Massel, ein Geistesblitz von Daniel Adlung und ein technisch gekonnter Abschluss von Valdet Rama – das waren die Beilagen zu diesem Dreier, der so überlebenswichtig für den TSV 1860 im Abstiegskampf war.

Die Konkurrenz aus Aalen hatte nämlich in Düsseldorf ebenfalls dreifach gepunktet, und am Samstag können St. Pauli und Aue mit Siegen die Löwen wieder überholen und auf einen Abstiegsrang zurückschießen. Derzeit sind sie wieder Fünfzehnter, und alles bleibt ganz eng. So oder so. Aber erstmal war Durchatmen angesagt. Auch bei Präsident Gerhard Mayrhofer und Geschäftsführer Markus Rejek, die sich nach dem Schlusspfiff jubelnd in den Armen lagen.

Auch Kapitän Christopher Schindler war die Erleichterung anzusehen. „Ein unglaublich wichtiger Sieg“, sagte er. „Und es ist scheißegal wie er zustande gekommen ist. Wir brauchen halt nicht viele Chancen.“

Bis zur 84. Minute hatten die Sechziger in Frankfurt so gut wie kein Bein auf die Erde gebracht, es war eine absolut enttäuschende Vorstellung, die der TSV 1860 ablieferte. Der einzige Aufreger: Ein Freistoß von Maximilian Wittek aus 26 Metern, den Torhüter Klandt mit einem starken Reflex über die Latte lenkte. Das war bereits in der 6. Minute gewesen, danach war von einem Angriffsspiel der Löwen so gut wie nichts mehr zu sehen. Dabei hatte Fröhling mit Okotie und Hain von Anfang an zwei Stürmer gebracht – durchsetzen konnten sich die beiden nie. Und Pech hatten sie auch noch: Okotie sah die fünfte gelbe Karte und fehlt im letzten Heimspiel gegen Nürnberg, und Hain schied in der 56. Minute mit einer Oberschenkelverletzung aus.

Die Frankfurter hatten jetzt auch nicht die hundertprozentigen Chancen, aber durch Balitsch (15.) und Aouida (16.) ganz gute Möglichkeiten und Pech, dass Valloris Tritt gegen Aouida (24.) keinen Elfmeter nach sich zog.

Vallori klärte später auch auf, warum sich die Löwen gegen Ende des Spiels nicht mit einem Unentschieden zufriedengeben wollten und plötzlich aufs Gas drückten: „Wir sahen etwa eine Viertelstunde vor Schluss auf der Anzeigetafel, dass Aalen führte. Und da wollten wir unbedingt gewinnen.“ Was auch klappte. 84. Minute: Klasse-Pass von Adlung auf Rama, und der überwandt Klandt mit einem technisch perfekten Schuss. Trainer Fröhling hatte kurz zuvor auch noch reingerufen: „Es reicht nicht! Es reicht nicht!“ Er meinte das 0:0.

Sportchef Gerhard Poschner sprach am Ende auch von „einem glücklichen Sieg“, der aber „nicht unverdient“ gewesen sei. „Ich kann mich aber gar nicht freuen, weil ich schon die nächste Woche und das Spiel in Nürnberg im Kopf habe.“

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Fröhling war nicht ganz einig mit ihm. „Es war sicher kein verdienter Sieg“, sagte der Trainer, „aber ein wichtiger. Wir leben noch!“

tz/PS

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