„Müssen jedes Wochenende gewinnen“

Löwen sind Tabellenführer in 3. Liga - Zuletzt waren Top-Starts kein gutes Omen für den Klub

Sascha Mölders und Trainer Michael Köllner freuen sich über den 3:1-Siegtreffer am Wochenende gegen den SV Meppen.
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Sascha Mölders und Trainer Michael Köllner freuen sich über den 3:1-Siegtreffer am Wochenende gegen den SV Meppen.

Nach dem souveränen 3:1-Sieg am vergangenen Wochenende gegen den SV Meppen träumen die Löwen-Fans schon vom Aufstieg. Die Vergangenheit sollte sie aber Demut lehren.

  • Der TSV 1860 München ist am vergangenen Samstag erfolgreich in die Drittliga-Saison gestartet.
  • Die Löwen gewannen 3:1 gegen den SV Meppen und sicherten sich die Tabellenspitze.
  • Doch nicht immer lief es nach einem erfolgreichen Start weiter gut für die Blauen.

München - Auswärtssieg, verdient, trotzdem auch mit dem Glück des Tüchtigen zustande gekommen – viel besser hätte der Saisonstart für den TSV 1860 nicht laufen können. „Die Tabellenführung ist eine schöne Momentaufnahme, aber wichtiger ist, dass wir nicht von Anfang der Musik hinterherlaufen. Wir wissen, dass wir uns noch steigern müssen“, meinte Stefan Lex im tz-Interview

Einen Traumstart gab es für den TSV 1860 München auch in der Saison 2007/08

So schaut’s aus. Und bevor’s am Samstag (14 Uhr, bei uns im Live-Ticker) gegen Magdeburg weitergeht, sei motivationsfördernd an die besten Starts der jüngeren Löwen-Vergangenheit erinnert. Können die Köllner-Löwen die Bilanz der Kurz- und Maurer-Teams knacken? Die ersten Wetten in Redaktions-Bekanntenkreisen sind schon abgeschlossen.

Saison 2007/08: „Unwirklich“ dürfte es wohl am besten beschreiben, was sich an diesem 12. August 2007 im Augsburger Rosenaustadion zutrug. Nach zwei demütigenden 0:3-Niederlagen aus der Vorsaison besiegten die von Marco Kurz trainierten Löwen den FCA mit 6:2. Berkant Göktan, dreimal Toni Di Salvo, Daniel Bierofka und Lars Bender schossen die Tore vor 28.000 Zuschauern, Torben Hoffmann leistete sich einen Elfer-Fehlschuss. Sechs Spieltage lange blieben die Sechziger damals ungeschlagen, holten dabei vier Siege und grüßten von Platz eins der Zweitliga-Tabelle. Dann begann mit einem 0:3 in Mainz der Sinkflug. Ende vom Lied: Rang elf. Und mit Uwe Wolf bald ein neuer Trainer.

In Augsburg gab es eine Abreibung für die Hausherren durch die Löwen in der Saison 2007/08.

Noch besser lief es für den TSV 1860 München in der Saison 2012/13

Saison 2012/13: Dieses Mal hielt die Serie noch zwei Runden länger. Acht Spiele lang blieben die Löwen von Trainer Reiner Maurer ungeschlagen, bis ein 0:3 bei Hertha BSC den Lauf jäh beendete. Dem mühsamen 1:0 gegen Aufsteiger Jahn Regensburg zum Auftakt vor 45.300 Zuschauern in der Arena ließen die Sechziger mit Kapitän Benny Lauth Siege gegen Duisburg, Ingolstadt und Sandhausen folgen, dazu vier Unentschieden, die dem Projekt Aufstieg schon ein paar Kratzer in den Lack ritzten. Nach dem Hertha-Dämpfer schlug das Pendel dann in die andere Richtung aus, zum Ende der Hinserie betrug der Abstand zum oberen Relegationsplatz bereits sieben Zähler – Euphorie rückstandslos verpufft.

In der Saison 2012/13 lief es acht Spiele lang richtig gut für die Löwen. Kult-Löwentrainer Daniel Bierofka (r.) war damals noch als Spieler mit dabei.

So soll es dieses Mal nicht laufen. Die junge Mannschaft wirkt stabil, geerdet und nach den erfahrenen Zugängen Stephan Salger und Martin Pusic gut austariert. Dazu lässt Trainer Köllner mit seiner positiv-ironischen Art jede Spinnerei ins Leere laufen: „Normalerweise heißt es: jetzt verpflichten wir einen Brasilianer“, ulkte er am Samstag nach dem 3:1 in Meppen. „Wir werden weiter trainieren müssen, damit wir gegen Magdeburg überhaupt eine Chance haben.“ Stefan Lex weiß als spielender Löwenfan eh Bescheid: „Um die Hochstimmung bei 1860 aufrechtzuerhalten, muss man eh jedes Wochenende gewinnen.“

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