Löwen-Uru über Underdogs, Beißer & Trainer

Kagelmacher vergleicht Moniz mit Ranieri

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Kagelmacher (r.) im Training ­gegen Yannick Stark.

Bad Häring - Viele „Urus“ hat es in 51 Jahren Bundesliga nicht gegeben. Gary Kagelmacher ist der zehnte Spieler aus dem kleinen Land mit großer Fußballtradition in Südamerika. Wir stellen Ihnen den neuen Löwen-Abwehrspieler vor.

Viele „Urus“ hat es in 51 Jahren Bundesliga nicht gegeben. Gary Kagelmacher ist der zehnte Spieler aus dem kleinen Land mit großer Fußballtradition in Südamerika. Der allererste war ausgerechnet jener Mann, der bei der WM 1966 nach seinem Platzverweis im Spiel gegen Deutschland beim Weg in die Kabine Uwe Seeler eine saftige Watschn verpasst hat: Horacio Troche. Die Empörung war daher groß, als ein Jahr später Aachen den Rüpel verpflichtet hatte. Am nachhaltigsten in Erinnerung bleiben ansonsten Ruben Sosa (Dortmund) sowie Gustavo Varela von Schalke. Und alle langten, wie es sich für einen „Uru“ gehört, beinhart hin.

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Kagelmacher grinst bei diesem Thema. „Ja, ja, ich weiß“, sagt der 26-Jährige, „das Kämpfen im Fußball ist sozusagen unser 'national spirit'. Aber ich finde, dass sich das in den letzten 20 Jahren schon etwas geändert hat. Wir haben jetzt auch Spieler, die auf Grund ihrer fußballerischen Leistungen hervorstechen. Wie Diego Forlan, Edison Cavani oder Luis Suarez.“ Aber kaum fällt der letzte Name, muss Kagelmacher lachen: „Okay, ich weiß, unser Beißer. Jeder hat mich in den vergangenen zwei Wochen darauf angesprochen. Aber ich lege schon wert drauf, dass selbst im uruguayischen Fußball Beißen nicht zur Regel gehört.“

Und er wird es bei 1860 mit Sicherheit ebenfalls nicht tun, auch wenn ihm bewusst ist, dass den Löwen eine knüppelharte Saison bevorsteht. Kagelmacher: „Es wird ein schwieriges Jahr für uns, weil viele Vereine aufsteigen wollen.“ Die Konkurrenz ist ihm auch als Neuling durchaus ein Begriff: „Nürnberg, St. Pauli, Braunschweig, Fürth – ich weiß Bescheid.“ Und was sagen ihm Namen wie Aue, Sandhausen oder Aalen? „Noch nie gehört“, gibt der Abwehrmann zu. „Aber diese kleinen Vereine sind die gefährlichsten. Als ich vor einem Jahr mit Monaco aufgestiegen bin, da haben wir auch zweimal gegen Klubs aus der unteren Tabellenregion verloren. Die wollen uns killen, hat unser damaliger Trainer Claudio Ranieri stets gewarnt.“

Abgesehen vom Aufstieg war Kagelmacher vom Kicken in Monaco enttäuscht: „Das ist ein großer Verein mit großen Erfolgen, aber wenn meistens nur 6000 Zuschauer im Stadion sind, dann macht das nicht viel Spaß. Auf dem Platz hast du problemlos jeden Spieler verstanden.“

Was bleibt sonst noch in Erinnerung? Kagelmacher: „Das harte Training von Ranieri. Manchmal haben wir zweieinhalb Stunden trainiert.“ Ricardo Moniz steht ihm da aber nicht viel nach, oder? „Also ich habe noch nie einen so temperamentvollen Trainer gehabt wie jetzt“, sagt er, „und wenn du nicht läufst, dann wird Moniz böse. Genauso wie Ranieri.“

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tz

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