Niederlage zum Rückrundenstart

1860-Pleite gegen Heidenheim: "Das war einfach zu wenig"

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Löwe Daniel Adlung wird von Heidenheims Sebastian Griesbeck gestört.

München - Der TSV 1860 hat den Rückrundenauftakt gründlich verpatzt und steckt weiter im Tabellenkeller fest. Zu Hause gab es eine Pleite gegen den 1. FC Heidenheim.

Mit verschränkten Armen und versteinerter Miene ließ 1860-Trainer Benno Möhlmann den Schlusspfiff über sich ergehen. Ein Klaps auf den Rücken von Sportchef Oliver Kreuzer, kurze Trostspende für die gewohnt ratlos gen Anzeigetafel blickenden Spieler – das war's an diesem Freitagabend von Löwenseite. 1:3 (1:1) gegen den zuletzt sechs Spiele sieglosen 1. FC Heidenheim verloren, weiterhin auf direktem Abstiegskurs. Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer von Rubin Okotie (45.) nach Hallorans früher Führung (6.) hatte die blauen Fans unter den 14.300 Arena-Besuchern nur kurz hoffen lassen. Leipertz brachte die Schwaben in der 54. Minute auf Dreipunkte-Kurs, Morabit machte in der 84. den Deckel drauf. Einzig die 0:4-Niederlage des SC Paderborn in Bochum hält den Traum vom Klassenerhalt derzeit am Leben. Auf den Relegationsplatz sind es weiterhin nur zwei Zähler.

Doch die eigene Leistung? "Das war einfach zu wenig heute“, stellte Möhlmann treffend fest. „Wir haben über 90 Minuten zu fehlerhaft agiert. Da kann man dann auch nicht mehr erwarten, als letztlich rausgekommen ist.“ Einmal mehr erwiesen sich die Löwen als zu naiv und harmlos für die Zweite Liga. Beim 0:1 ließ sich die Defensive vom Ex-Hachinger Andreas Voglsammer narren, Halloran schoss von halbrechts flach ein. Vor dem 1:2 behinderten sich Yegenoglu und Wittek gegenseitig, Leipertz bedankte sich mit der erneuten Führung. Okoties Ausgleich kurz vor dem Halbzeitpfiff resultierte treffenderweise aus einem Freistoß von Liendl, der die Flanke genau auf seinen Landsmann gezirkelt hatte. Aus dem Spiel heraus zeigten die Löwen, warum sie zu den harmlosesten Teams im Unterhaus gehören. Fehlpässe en masse, keinerlei Zug zum Tor – eine Darbietung zum Fremdschämen.

Löwen-Fehlstart in gegen FCH - Viermal Note 5!

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Und nach der Halbzeit wurde es nicht besser. Auch wenn der früh für den überforderten Mulic gekommene Neudecker auf dem linken Flügel viel probierte und Ballverteiler Liendl einige clevere Pässe an den Mann brachte, es reichte einfach nicht, um die gut gestaffelten Heidenheimer in ernsthafte Schwierigkeiten zu stürzen. Im Gegenteil. Das Team von Trainer Frank Schmidt schien den Auftritt in der Arena mehr und mehr zu genießen. Ein besserer Aufbaugegner als 1860 ist eben schwer zu finden. Als Morabit den Latten-Freistoß von Schnatterer zum 1:3 abstaubte, gab's auf der Heidenheimer Bank kein Halten mehr.

Und Möhlmann wird innerlich bereits die deutlichen Sätze vorformuliert haben, die er wenig später zum Besten gab: „Wir wollten zuhause dominant auftreten. Gegen einen Gegner, der im Grunde auf Augenhöhe ist, erkennen zu müssen, dass es zu wenig ist, macht auch mir keinen Spaß. Und aus zwei, drei, vier guten Aktionen Hoffnung zu kitzeln, da habe ich keine Lust zu.“

Der Spielverlauf im Ticker zum Nachlesen.

Ludwig Krammer

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