Nur Remis gegen Bielefeld

Löwen gegen die Arminia: Zu früh gefreut...

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Stefan Ortega hielt die Löwen über lange Zeit im Spiel.

München - Der TSV 1860 München trennt sich trotz 1:0-Führung letztlich 1:1 von Armina Bielefeld. Trotzdem können sich die Löwen noch über einen Punkt freuen.

In der 86. Minute brandete Jubel auf in der Fankurve des TSV 1860. Nein, die Löwen hatten nicht das Tor getroffen. Sie hatten sich auch nicht ihre erste Torchance der zweiten Halbzeit erarbeitet. Ein Eckball war‘s, der die Leute zum (vor)freudigen Schreien hinriss. Zum ersten Mal in diesem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld hatte Schiedsrichter Sven Jablonski den Blauen eine Ecke zugesprochen. Ohne Ertrag. 1:7 endete die ungleiche Partie vor 20 500 Zuschauern in der Arena aus Sicht der Sechziger. Glücklicherweise zählen im Fußball nicht die Eckbälle, sondern die Tore. Und so konnten sich die Löwen am Ende über ein 1:1 (1:0) und einen glücklichen Punkt gegen den Aufsteiger aus Ostwestfalen freuen. Den ominösen Abstiegsstrich dürfen sich Trainer Benno Möhlmann und seine Profis bis zum kommenden Auswärtsspiel beim KSC (3. April) nun wieder von unten ansehen.

„Mehr als einen Punkt hatten wir nicht verdient heute“, zog Möhlmann ein ehrliches Fazit. „Wir waren von Anfang an nicht richtig drin im Spiel. Etwas mehr Bewegung im Offensivspiel hätten wir schon zeigen können.“ Bei Trainerkollege Norbert Meier überwog das Lob: „Wir gehen zumindest mit einem positiven Gefühl in die Länderspielpause.“

Ein fußballerisch überlegener Gast, trotzdem die Halbzeitführung für 1860 – die Partie ähnelte dem letzten Heimspiel gegen den SV Sandhausen vor zwei Wochen (Endstand 3:2). Obwohl die Bielefelder mit der Bürde von sechs sieglosen Spielen nach Fröttmaning gekommen waren, ließen sie keinen Zweifel daran, wer das mutigere Team mit der klareren Spielanlage war. 1860 fiel im Grunde nur durch Fehlpässe und Ideenlosigkeit auf. Tempo, Präzision, Zweikampfstärke? Nicht vorhanden.

Die einzig gefährliche Situation resultierte aus einem ruhenden Ball. Michael Liendl hatte in der 19. Minute einen Freistoß aus 40 Metern in den Sechzehner geschlagen, Bielefelds Torwart Wolfgang Hesl bekam den Kopfball von Rubin Okotie nicht zu fassen, Jan Mauersberger wuchtete die Kugel im Nachsetzen mit dem Schädel über die Linie. Es sollte der einzige Höhepunkt für die Löwen an diesem Palmsonntag bleiben. Von einem verzogenen Lacazette-Schuss in der 26. Minute abgesehen, brachte das Heimteam nichts Gefährliches mehr zustande. „Es war eine Frage der Zeit, bis wir den Gegentreffer bekommen“, sagte Möhlmann. Michael Görlitz nutzte einen schwachen Pass von Lacazette zu einem Sololauf samt präzisem Flachschuss zum 1:1 (55.).

Der Rest des Nachmittags war fußballerisches Unvermögen (1860) und fehlende Ruhe vor dem Tor (Bielefeld). Die Hoffnung auf den Klassenerhalt konnte diese Leistung der Löwen nur bei Berufsoptimisten erhöhen. Möhlmanns Schlusswort: „Es war ein weiterer Punkt für unser Ziel, die Liga zu halten. Wir müssen damit leben und können damit leben.“ Zweiteres wird sich in den letzten sieben Spielen zeigen.

lk

1860 München gegen Bielefeld: Bilder des glücklichen Remis

TSV 1860 München gegen Arminia Bielefeld: Vier Mal Note 5

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