Rettig im tz-Interview

Was sagt die DFL zu Investor Red Bull?

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Andreas Rettig, Geschäftsführer der DFL, im tz- Interview.

München - TSV 1860 München gegen RB Leipzig – vor dem Duell der Münchner Löwen gegen die sächsischen Bullen sprach die tz mit Andreas Rettig, dem Geschäftsführer der DFL.

Herr Rettig, Sie haben am vergangenen Freitag bei Sky gesagt, Sie könnten nachvollziehen, dass RB Leipzig polarisiere. Können Sie das näher ausführen?

Rettig: Der traditionelle Fußballfan außerhalb Leipzigs steht diesem Klub aufgrund seiner Historie eher ablehnend gegenüber und die getätigten Transferausgaben verstärken dieses Gefühl.

Die DFL wurde dafür kritisiert, bei der Lizenzierung von RB Leipzig überaus milde vorgegangen zu sein (Logo, Mitbestimmung). Was sagen Sie zu dem Vorwurf, die 50+1-Regel sei mit der Lizenzerteilung quasi sturmreif geschossen?

Rettig: Wir haben keine ideologischen Kämpfe zu führen. Leipzig hat sich sportlich für die Zweite Bundesliga qualifiziert. Im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens sind wir jedoch – anders als seinerzeit der DFB – zu der Beurteilung gekommen, dass Logo, Gremienbesetzung und Mitgliedermitbestimmung nicht in Einklang mit unseren Statuten stehen. Deshalb musste Leipzig nachbessern. Dies ist beim Logo in Anlehnung an die UEFA-Vorgabe für RB Salzburg geschehen. Die Gremien wurden verändert. Das Konzept für die Mitgliederbestimmung ist uns vom Klub bis zum 15. Januar 2015 noch vorzulegen.

Auch beim TSV 1860 ist ein Investor an Bord. Inwieweit sind beide Fälle vergleichbar?

Rettig: Beide Klubs halten sich an die Statuten.

Wie groß schätzen Sie die Gefahr ein, dass die Bundesliga zum Spielplatz für Marketingklubs wird?

Rettig: Jeder Investor ist herzlich willkommen, solange er sich an die Statuten hält.

Dann anders gefragt: Wie ­naiv muss man sein, zu glauben, dass es anders kommen wird oder schon ist?

Rettig: Die 50+1-Regel, für die wir uns sogar haben verklagen lassen, verhindert das.

Interview: lk

So sieht es in den europäischen Ligen aus

Die 50+1-Regel in den Statuten der Deutschen Fußball-Liga soll verhindern, dass Privatleute oder Großkonzerne, die den Verein aufkaufen wollen, eine Stimmenmehrheit übernehmen. Andere europäische Ligen (England, Spanien, Italien, Frankreich & Co.) kennen keine derartigen Vorschriften, weshalb zahlreiche Traditionsvereine bereits von Investoren übernommen wurden. In der englischen Premier League sind elf von 20 Teams in Besitz von Investoren, darunter Manchester United, Manchester City und der FC Chelsea. In Frankreich wurden unter anderem Paris St. Germain und der AS Monaco verkauft. Auch der FC Valencia (Spanien) und Inter Mailand (Italien) gehören Investoren.

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