Dreier gegen Sandhausen

Sechzig verlässt Abstiegsränge - "Kein Grund, auszuflippen"

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Die Löwen jubeln über den dritten Sieg in Folge.

München - Neun Punkte - und das binnen sieben Tagen. Die Löwen eilen zum dritten Sieg in der Englischen Woche und verlassen die Abstiegsränge. 1860 ringt auch Sandhausen nieder.

Die Fankurve bebte, Benno Möhlmann ballte die Faust. Die Löwen sind gerettet! Zumindest für dieses Wochenende... Mit dem 3:2 (2:1) gegen den SV Sandhausen durch Treffer von Schindler, Mölders und Liendl sprangen die Sechziger gestern Abend auf Platz 15, überholten Fortuna Düsseldorf, das zeitgleich 0:1 gegen den Karlsruher SC verlor. Drei Siege in Folge, zehn Punkte aus den letzten vier Spielen – jetzt darf man wirklich von einer Serie sprechen.

„Positiv bleiben, weiter Punkte holen“, so hatte 1860-Sportchef Oliver Kreuzer die Marschroute umrissen. Doch die Startphase gehörte den mit drei Pleiten in Serie angereisten Gästen. Sechzig konnte sich kaum einmal planvoll aus der eigenen Hälfte befreien. Paquaradas Freistoß ans rechte Lattenkreuz war das erste Ausrufezeichen der Partie (5.). Den ersten Treffer setzten indes die Löwen. Nach bewährtem Rezept: Ecke Liendl, Kopfball Bülow, Abpraller Mölders – und Schindler war mit dem Kopf zur Stelle (11.). Das erste Saisontor des Kapitäns.

Möhlmann lobt die Standard-Stärke

„Wir haben sehr effektiv bei Standards agiert, das hat sich über 90 Minuten so gehalten“, fasste Benno Möhlmann die spielerisch sehr übersichtliche Leistung seiner Mannschaft zusammen. „Wir werden im Moment dafür belohnt, dass wir uns wehren.“

Das Spiel im Ticker zum Nachlesen.

Doch der Jubel über die Führung erstarb schon nach einer Minute. Sandhausen hatte eine Ecke von rechts hereingebracht, Sechzig schaffte es nicht, den Ball zu klären, am Ende des Flipperspiels donnerte Bouhaddouz die Kugel per Fallrückzieher aus sieben Metern ins Netz (12.). Es entwickelte sich eine intensive Partie mit vielen Fehlern und Unterbrechungen. Gefährliche Situationen gab es praktisch nur nach ruhenden Bällen.

Alle drei Löwen-Tore nach Standards

Und einen ebensolchen nutzten die Löwen zur erneuten Führung. Wieder kam die Vorlage von ­Liendl, dieses Mal per Freistoß aus zentraler Position rund 30 Meter vor dem Tor – Bülow und Mölders sprangen hoch, vom Hinterkopf des Augsburger Leihstürmers prallte der Ball ins linke Toreck der Gäste (30.). Fast wäre Sandhausen erneut der postwendende Ausgleich gelungen. Ortega hatte die gefährliche Situation mit einem schlampigen Abstoß heraufbeschworen, Bouhaddouz‘ Schuss konnte der Keeper noch klären, beim Nachschuss von Wooten durften sich die Löwen bei Bülow bedanken, der am langen Eck auf der Linie klärte (32).

Sandhausens Trainer Alois Schwartz brachte nach dem Wechsel mit Vollmann einen Ex-Löwen, um den Druck zu erhöhen. Und fast hätte der Techniker für den Ausgleich gesorgt. Gück für Sechzig, dass der perfekt getretene Freistoß aus 25 Metern an den rechten Pfosten klatschte.

Sandhausen verkürzt, Sechzig zittert sich zum Dreier

Die (vermeintliche) Entscheidung brachte wie gegen Düsseldorf ein Elfmeter. Sandhausens Keeper Knaller hatte nach einer Flanke Schindler zu Fall gebracht, Schiri Rohde zeigte auf den Punkt, Liendl verwandelte cool rechts unten (62.). "Wir haben dieses Miteinander, wir kämpfen und laufen bis zum Schluss. Und dafür werden wir belohnt", freute sich Möhlmann.

Doch auch Sandhausen steckte nicht auf. Der eingewechselte Jovanovic traf per Kopf zum 3:2 (71.), Zittern war angesagt bei den 14 600 Zuschauern in der Arena, doch es reichte. Nächsten Sonntag geht’s nach Leipzig, dann kommt Bielefeld in die Arena. Die Hoffnung lebt.

Leichte Kritik von Kapitän Schindler

Ernst blickte Christopher Schindler gestern Abend drein, nicht unbedingt wie jemand, der mit seiner Mannschaft gerade das dritte Spiel in Folge gewonnen hat, „Aber es gibt ja auch keinen Grund, deswegen auszuflippen“, mahnte der Löwen-Kapitän. „Erleichtert sind wir aber schon unheimlich. So eine Woche haben wir gebraucht.“

Eine Woche, in der sich die Sechziger aus tiefster Depression auf einen Platz, der den Klassenerhalt garantiert, vorgearbeitet haben. Schindler: „Das war überlebensnotwendig. Wenn du schon neun Punkte Rückstand gehabt hast, dann ist es unheimlich wichtig, so dazustehen wie wir jetzt. Es war eine perfekte Woche von den Punkten her, aber nicht was die Spielweise betrifft.“ Dafür haben die Löwen jetzt auch das Glück auf ihrer Seite. Schindler: „Jetzt kippen die engen Spiele zu unseren Gunsten. Das war in der Vorrunde nicht der Fall.“

Was Schindler allerdings noch nicht in den Kram passt, ist, „dass wir so viele Standards gegen uns bekommen. Das müssen wir anders hinkriegen.“ Wobei es im nächsten Spiel beim Tabellenführer in Leipzig noch andere Aufgaben zu bewältigen gilt. Schindler: „Das ist das schwerste Spiel der Saison.“

Löwen mit drittem Sieg in Serie - acht Mal Note 3

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