Rodri rettet Löwen vor Pleite gegen Aalen

1860 erkämpft Remis - "Erschrocken über erste Hälfte"

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Joker Rodri trifft zum wichtigen Ausgleich für die Löwen.

München - Der TSV 1860 hat einen weiteren Befreiungsschlag im Abstiegskampf der 2. Bundesliga verpasst. Gegen den VfR Aalen reichte es nur zu einem Remis.

Nein, sie kriegen es einfach nicht gebacken. Mal zwei Spiele in Folge zu gewinnen, ist für die Löwen in dieser Saison offenbar ein Ding der Unmöglichkeit. Eine Woche nach dem 3:0-Sieg in Fürth war zu Hause erneut kein Dreier drin. 1:1 (0:0) hieß es am Freitagabend gegen den VfR Aalen, das Zittern im Abstiegskampf geht nach dem Unentschieden gegen einen direkten Konkurrenten weiter. Der TSV 1860 bleibt ganz unten weiter im Schlamassel drin. Sogar der Worst Case schien nicht unmöglich. Aalen war nämlich in der 59. Minute durch Quaner in Führung gegangen, der eingewechselte Rodri allerdings glich eine Viertelstunde vor Schluss aus und sorgte wenigstens dafür, dass in diesem sogenannten Sechspunktespiel am Ende alles beim Alten blieb.

Dass die Löwen durch den klaren Sieg in Fürth an Mumm und Selbstvertrauen gewonnen hätten, davon war in der ersten Halbzeit überhaupt nichts zu sehen. Trainer Torsten Fröhling konnte es kaum fassen: „Die erste Halbzeit ist total an uns vorbeigelaufen. Wir haben Aalen nie in den Griff bekommen.“ Für den Trainer nicht nachvollziehbar. „Nach dem Sieg in Fürth waren wir eigentlich sehr selbstbewusst, umso erschreckender war dann die Darbietung in den ersten 45 Minuten.“

Bezeichnend dafür, wie sehr die Löwen von der Rolle waren, war ein misslungenes Zusammenspiel zwischen Torhüter Vitus Eicher und Dominik Stahl, das nach zehn Minuten fast zum 0:1 geführt hätte. Aber Hofmann donnerte den Ball aus sechzehn Metern übers leere Tor. Aalen war besser, die Löwen quälten sich förmlich ins Spiel zu kommen. In der 27. Minute dann endlich etwas, das wie guter Fußball aussah. Doppelter Doppelpass zwischen Simon und Vollmann, aber der haute dann beim Abschluss vor dem Tor am Ball vorbei.

Zehn Minuten später lief Bandowski nach einem Klasse-Pass von Rama allein auf Torhüter Bernhardt zu, aber der Gäste-Keeper blockte den Schuss des Ex-Dortmunders ab. Zuvor allerdings hätten die Ex-Löwen Feick und Ludwig zwei gute Chancen für Aalen nutzen können.

Sechzig mit Punkteteilung gegen Aalen - Bilder und Noten

Sechzig mit Punkteteilung gegen Aalen - Bilder und Noten

Nach dem Wechsel stand bei den Löwen Stefan Ortega im Tor, weil Vitus Eicher sich in der ersten Halbzeit bei einem Zusammenprall mit Quaner eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung am Halswirbel zugezogen hatte. Er wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren.

Sein Vertreter Ortega war am 0:1 durch Quaner machtlos, aber das Tor war so etwas wie ein Weckruf für die Löwen. Fröhling: „Als wir nichts mehr zu verlieren hatten, haben wir angefangen zu kämpfen. In den letzten 25 Minuten haben wir so gespielt wie wir das von Anfang an tun wollten.“ Und auch getroffen. Rodri köpfte nach einer Flanke von Vollmann ein, es war der erste Zweitligatreffer des monatelang verletzt gewesenen Spaniers.

"Ich war etwas erschrocken über unsere erste Halbzeit", sagte Löwen-Trainer Torsten Fröhling kurz nach der Partie am Mikrofon von Sky, "da hat Aalen mehr gezeigt. So kann man nicht Fußball spielen! Da war die Einstellung nicht da. Das werden wir nochmal analysieren, das können die Spieler besser." Er konstatierte, dass das 0:1 schlecht verteidigt war, "aber dann sind sie nochmal gekommen, wie ich mir das vorstelle. Für die die erste Hälfte kann ich mich nur entschuldigen."

Und nach dem Spiel gabs noch eine erfreuliche Nachricht für die Löwen: St. Pauli hatte in letzter Minute bei Union Berlin 0:1 verloren, wenigstens auf die Hamburger wurde im Abstiegskampf Boden gut gemacht.

Der Spielverlauf im Ticker zum Nachlesen.

tz/fw

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