Nur ein paar Minuten lang durften die Fans hoffen  

Löwen verpassen Sprung nach oben: Gut gespielt, schlecht gepunktet

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Niemann (li.) brachte 1860 für acht Minuten nach vorne.

TSV 1860 München gegen Waldhof Mannheim: Die Münchner müssen sich im eigenen Stadion mit einem Unentschieden zufrieden geben und verharren damit im Niemandsland der Tabelle.

  • TSV 1860 München - Waldhof Mannheim, Samstag, 14 Uhr
  • Waldhof kommt mit Ex-Löwe Bernhard Trares nach Giesing - und hat noch kein Auswärtsspiel verloren.
  • Sascha Mölders ist bei Sechzig in überragender Form.

München – Ikea statt Stadion, Mathe mit dem Sohn statt Taktik mit der Mannschaft. Seit seinem selbst gewählten Aus beim TSV 1860 ist es eine andere Art von Alltag, die das Leben von Daniel Bierofka bestimmt. Auf Adrenalin muss der Ex-Löwe aber nicht verzichten, wie er bei einem weiteren Auftritt im BR verriet, diesmal im Radio. „Wenn Sechzig spielt, dann geht immer noch mein Puls hoch“, gestand Bierofka als Studiogast von „Heute im Stadion“.

Beim 0:4 in Mannheim hatte Bierofka noch selber an der Seitenlinie mitgelitten. Das Rückspiel am Samstag war bereits das achte Spiel von Nachfolger Michael Köllner – und auch der dürfte in einem packenden Verfolgerduell nur selten im Ruhepuls geblieben sein. Überlegene Spielweise, ein dickes Chancenplus – trotzdem reichte es für 1860 nur zu einer Punkteteilung, deren einziger Vorteil ist, dass sich die noch von Bierofka gestartete Unbesiegt-Serie auf zehn Spiele verlängert. „Letzte Woche in Zwickau haben wir zweimal einen Vorsprung verspielt, heute wieder“, grantelte Stefan Lex: „Unentschieden bringen uns nicht weiter.“ Die Löwen verharren im Niemandsland der Tabelle: sechs Punkte sind es auf den Relegationsplatz, sieben auf den ersten Abstiegsplatz.

1860 gegen Mannheim: Acht Minuten lang durften die Löwen-Fans träumen

Acht Minuten lang durften die Fans auf den Rängen (und Bierofka im Radio) davon träumen, dass 1860 doch noch ernsthaft in den Aufstiegskampf eingreifen kann. Nach etlichen Dressel-Schüssen und Mölders-Chancen, die partout nicht den Weg ins Ziel fanden, war es der junge Noel Niemann, 20, der eine abgewehrte Willsch-Flanke unter die Latte schoss, unerreichbar für den sich streckenden Waldhof-Keeper Königsmann. In der Blitztabelle war Platz drei plötzlich nur noch drei Punkte entfernt, der auswärts seit zwei Jahren unbesiegte Gegner bis auf einen Punkt eingeholt. Dann jedoch hatte Dennis Erdmann das Gefühl, auch mal einen offensiven Beitrag leisten zu müssen.

Es war nicht die beste Idee des Innenverteidigers, wie sich herausstellte. Ein Ballverlust, ein Waldhof-Konter wie auf dem Reißbrett entworfen (mit finalem Doppelpass zwischen Torschütze Bouziane und Gouaida) – schon stand es 1:1, was Aaron Berzel auch auf mangelnde Cleverness zurückführte. „Da müssen wir früher ein Foul machen, um das zu unterbinden. Da sieht man aber auch die individuelle Klasse der Mannheimer, das muss man neidlos anerkennen.“

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Zufriedene Gesichter sah man daher nur partiell aufseiten der Löwen. Niemann strahlte über sein erstes Tor als Profi, das er auf Weisung von oben nicht kommentieren durfte (brav schleppte er stattdessen eine Alukiste). Auch Flügelstürmer Nico Karger hatte Grund zur Freude, nachdem er erstmals nach auskuriertem Sehnenriss wieder mitmachen durfte. „Ganz fit bin ich aber noch nicht“, sagte er nach seinem 25-Minuten-Einsatz in der umkämpften Schlussphase.

Lex: „Unentschieden bringen nichts“

Da die Löwen am Ende auch noch einen nicht gegebenen Handelfmeter beklagten (Koffi/88.), hatte nicht nur Berzel das Gefühl, dass die Gäste aus seiner Kurpfälzer Heimat ein bisschen zu gut weggekommen sind. „Grundsätzlich will ich ein Heimspiel einfach gewinnen“, sagte er und lieferte eine eigenwillige Begründung: „Ich lass ja auch niemanden bei mir zu Hause rein und sage: Hier, setz dich auf die Couch und mach den Fernseher an.“

Der frustrierte Lex brachte die Grundstimmung auf den Punkt, als er mit Blick auf die Tabelle anmerkte: „Solange wir unsere Spiele nicht gewinnen, brauchen wir nicht auf die Mannschaften vor uns zu schauen.“ Mut machte ausgerechnet der Ex-Coach. „Es ist noch viel möglich“, sagte Bierofka im Radio: „Du musst aber mehr Spiele gewinnen.“ Im Idealfall schon am Samstag in Meppen.

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Zehn Spiele sind die Löwen nun schon ohne Niederlage.In Meppen trifft Köllners Elf auf einen Tabellennachbarn. Fast alle Profis sind fit - der Coach hat die Qual der Wahl.

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