Jetzt auf Platz 15

Sechzig und der ruhende Ball: "Wenn’s lafft, dann lafft’s"

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Sascha Mölders (2.v.l), Christopher Schindler (4.v.l), Michael Liendl (vorn) und Rubin Okotie von München jubeln über das Tor zum 3:1.

München - Vor allem dank Michael Liendl liegt der TSV 1860 München jetzt auf einem Nichtabstiegsplatz.

Fußball, so sagt man, ist ein Laufspiel. Darüber können die Löwen derzeit nur lachen. Für sie zählt nur: Wichtig ist aus dem Stand. Nicht von ungefähr heißt das Ganze ja auch Standards… Und die Schlüsselfigur ist Michael Liendl, der Herrscher am ruhenden Ball. Von den acht Treffern, die der TSV 1860 in der vergangenen Woche für seine drei Siege in Folge benötigte, hatte der 30-Jährige sieben Mal seine Füße im Spiel. Beim 3:2-Sieg am Freitag gegen Sandhausen auch wieder mal – bei jedem Tor. „Wenn’s lafft, dann lafft’s“, grinste der Österreicher hinterher verschmitzt. Wobei die Standrad-Serie ja sogar noch einen Tick besser ist, wenn man das alte Jahr mit einbezieht. Dann sind es acht von neun. Hier der Beweis.

18. Spieltag: Ecke Liendl, Kopfball Okotie beim 1:3 gegen Heidenheim.

21. Spieltag: Ecke Liendl, Kopfball Okotie beim 1:1 gegen Bochum.

22. Spieltag: Ecke Liendl, Kopfball Bülow sowie Elfmeter Liendl beim 3:2 gegen Düsseldorf.

23. Spieltag: Freistoß ­Liendl, Kopfball Bülow beim 1:0 in Kaiserslautern.

24. Spieltag: Eckball Liendl, über Bülow und Mölders landet der Ball auf Schindlers Kopf, Freistoß Liendl, Kopfball Mölders sowie Elfmeter Liendl beim 3:2 gegen Sandhausen.

Nur einmal war Liendl nicht beteiligt. Beim Treffer zum 2:0 gegen Düsseldorf, als Wittek die merkwürdige Idee hatte, den Torschützen Mölders mit einem feinen Steilpass zu bedienen. Ein Ausreißer.

In der Regel aber verlässt man sich bei den Blauen schon auf Liendls gefühlvolles Füßchen. Und er verrät auch die Formel für den Erfolg: „Du musst gut schießen, du musst gut reinlaufen und du musst gut köpfen. Alle glauben daran, dass wir auf diese Weise Tore erzielen können.“

Und damit wird die Rettung vor dem Abstieg quasi zum Standard, nachdem es ja schon im vergangenen Jahr gut gegangen ist.

Mittlerweile haben sich die Löwen auf Platz 15 vorgearbeitet, weil sie innerhalb einer Woche neun Punkte auf Fortuna Düsseldorf (drei Niederlagen) gut gemacht haben. Der Vorsprung auf Platz 17 beträgt fast schon beruhigende vier Zähler, da der SC Paderborn auch ohne Stefan Effenberg nicht mehr weiß, wie man ein Spiel gewinnt.

Dass die Löwen ohne Standardsituationen oft recht hilflos wirkten, ist natürlich auch Benno Möhlmann nicht verborgen geblieben. „Einige gefährliche Situationen von Sandhausen haben wir sogar glücklich überstanden“, sagte er, lobte aber gleichzeitig die Einstellung seiner Truppe: „Die Mannschaft hat jetzt begriffen, was 2. Liga bedeutet: Kampf und Laufintensität. Abstiegskampf ist halt vor allem ein Miteinander. Wir wehren uns jetzt auch in Situationen, in denen es so aussieht, als ob wir nicht zurechtkommen.“

Der Lohn ist Platz 15. „Der ist für den Kopf besser als Rang 16“, sagte Sascha Mölders. „Aber noch ist nichts erreicht.“ Die Hoffnung jedoch lebt mehr denn je. Eben wegen der Standards. Mölders: „Das ist in der 2. Liga genau der richtige Ansatz.“

Und deshalb verlassen sich die Löwen wohl auch künftig auf eine alte Fußballer-Weisheit, auf die ansonsten eigentlich nur Schiedsrichter größten Wert legen: „Der Ball muss ruhen…“

Löwen mit drittem Sieg in Serie - acht Mal Note 3

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