"Das Tabellenbild stört mich"

Genervter Fröhling hat einen großen Wunsch

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Hofft auf "ein, zwei dreckige Siege": Torsten Fröhling (l.).

München - "Das Tabellenbild stört mich", gibt Torsten Fröhling zu. Nach guten Leistungen ohne Zweitliga-Dreier hat der Löwen-Coach einen großen Wunsch.

Alle Jahre wieder. Nach vier Spieltagen hat der TSV 1860 genauso viele Punkte auf dem Konto wie im vergangenen Sommer: zwei. Nur zwei. Und damals wie heute befand man sich auf dem drittletzten Rang, dem Relegationsplatz. Relegation. Ein Wort, das bei allen Löwen immer noch kalten Schweiß hervorruft, und nicht zuletzt wegen der Erinnerung an die Last-Minute-Rettung gegen Holstein Kiel sagte auch Torsten Fröhling am Sonntag nach dem 0:0 gegen Union Berlin: „Klar, das Tabellenbild stört mich.“

Die Löwen also genauso schlecht wie vor einem Jahr – aber trotzdem besser.

Zur Erinnerung: Im Sommer 2014 hatte Trainer Ricardo Moniz Platz eins als Ziel ausgerufen und damit die Fallhöhe ganz extrem angesetzt. Und die Löwen stürzten gleich furchtbar ab – in jeder Beziehung.

Nach einer starken ersten Halbzeit (2:0) verloren sie zum Auftakt in Kaiserslautern 2:3, es folgte ein desaströses 0:3 gegen Leipzig, ein wenigstens unterhaltsames 2:2 in Heidenheim und ein sehr glückliches 1:1 gegen Darmstadt. Die Stimmung war schnell im Keller. Nicht zuletzt auch deshalb, weil neben dem Platz ebenfalls wenig Erfreuliches stattfand. Publikumsliebling Gabor Király wurde nach London vergrault, Yannick Stark wollte unbedingt weg, zusammen mit drei weiteren Spielern wurde er noch dazu wegen der Taxi-Affäre suspendiert, die den 18-jährigen Julian Weigl zudem das Kapitänsamt kostete, und der Trainer musste sich gefallen lassen, dass sich plötzlich auch Sportchef Gerhard Poschner um Taktik und Aufstellung kümmerte. Ach ja, und mit Rodri stand der dritte spanische Fehleinkauf schon vor der Tür.

Mit all dem können die Löwen 2015 Gott sei Dank nicht dienen. Lediglich die Personalie Marius Wolf bereitet etwas Kopfzerbrechen, noch immer ist der Vertrag des Shooting-stars nicht verlängert worden. Ansonsten entspricht der Ertrag bei Weitem nicht den gebotenen Leistungen. Außer beim beeindruckenden 2:0-Sieg im Pokal gegen Hoffenheim.

Dem zähen Auftakt in Heidenheim (0:1) folgte eine unverdiente Niederlage gegen Freiburg (0:1), ein mehr als unglückliches 2:2 in Nürnberg und ein 0:0 gegen Union Berlin, in dem nur durch einen verschossenen Elfmeter der erste Sieg verhindert wurde.

Insgesamt sechs Aluminiumtreffer und manch interpretationsfähige Schiedsrichterentscheidung (Fröhling: „Ich finde das langsam traurig“) in vier Spielen belegen noch dazu, dass das Wort Glück im Sprachschatz der Löwen in dieser Saison bisher nicht zu finden ist.

Fröhlings Wunsch: "Einfach ein, zwei dreckige Siege"

Verständlich, dass Fröhling von all dem mittlerweile sehr genervt ist und nur noch einen Wunsch hat: „Einfach ein, zwei dreckige Siege, in denen wir vielleicht nicht mal so gut spielen.“

Na ja. Die nächste Aufgabe wird mit einem schlechten Auftritt wahrscheinlich nicht zu meistern sein. Am nächsten Montag geht’s zum VfL Bochum, dem verlustpunktfreien Tabellenführer. Gelingt ausgerechnet dort der Befreiungsschlag? Wenn nicht, wird’s langsam brenzlig, da auch die folgenden Aufgaben (in Düsseldorf, gegen Lautern, beim Überraschungsteam in Sandhausen und gegen Leipzig) nicht von Pappe sind.

Übrigens: Vor einem Jahr landeten die Löwen am 5. Spieltag ihren ersten Sieg (2:1 auf St. Pauli). Half Moniz auch nicht viel. Neun Tage später wurde er gefeuert…

tz

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