Sport-Geschäftsführer macht Andeutungen

Fünf 1860-Stars degradiert! Jetzt spricht Poschner

München - Die Löwen-Fans rätseln: Warum hat der Verein fünf Profis zur U21 degradiert? Gerhard Poschners Äußerungen am Montagnachmittag geben einen Anhaltspunkt.

Der TSV 1860 München hat drastische Maßnahmen ergriffen. Die sportliche Führung der Löwen habe in Absprache mit dem Trainerteam um Chefcoach Ricardo Moniz die Torhüter Gabor Kiraly und Vitus Eicher sowie die Feldspieler Daniel Adlung, Yannick Stark und Kapitän Julian Weigl vorläufig in das Regionalliga-Team versetzt, wie der Verein am Montag mitteilte. "Diese disziplinarische Maßnahme war notwendig", erklärte Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner in der Pressemitteilung knapp.

Später wurde Poschner vor Journalisten etwas konkreter. "Da ging es um eine Sache, die nichts mit dem Trainings- und Spielbetrieb zu tun hat", erklärte der Sport-Geschäftsführer. Heißt wohl: Die Spieler haben Regeln abseits des Platzes gebrochen, sich womöglich im Privatleben nicht profigerecht verhalten. Es hat also nicht direkt etwas mit der 0:3-Pleite gegen Leipzig zu tun.

Am Sonntag geht's für die Löwen im DFB-Pokal auswärts gegen Holstein Kiel. Das Quintett wird wohl fehlen - auch wenn Poschner eine Rückkehr noch nicht ganz ausschließt. "Das wage ich aber zu bezweifeln", so der 1860-Verantwortliche, der die Spieler in die Pflicht nimmt. "Es hat jetzt jeder selbst in der Hand", erklärt Poschner.

Die Personalien bieten natürlich eine Menge Zündstoff. "Es ist kein Weltuntergang", versucht Poschner die Aufmerksamkeit zu dämpfen. Zudem kündigt er grundsätzlich für die kommenden Wochen an: "Die Tür für diese Spieler bleibt sperrangelweit offen. Allerdings in beide Richtungen." Soll wohl heißen: Wer sich gut benimmt, könnte bald zurück bei den Profis sein. Wer aus der Reihe tanzt, fliegt.

Auch Kiraly hat sich inzwischen geäußert. "Natürlich bin ich sehr traurig, aber ich muss die Entscheidung des Vereins akzeptieren. Ich will weiter mein bestes im Training geben", so der Keeper gegenüber Sport1. "Ich denke, wenn jemand gesund ist, trainieren und sich zeigen kann, dann ist es klar, dass man traurig ist. Sicher ist unser Start mit der neuen Mannschaft nicht gut, aber wir müssen schnellstens wieder in die Spur kommen." Die Suspendierung von Kiraly soll sich allein in dem Streit mit Kagelmacher begründen.

Vor dem DFB-Pokalspiel an diesem Sonntag beim Regionalligisten Holstein Kiel ist damit einmal mehr ordentlich Feuer unter dem Dach bei den Münchner Löwen. Auch Moniz steht frühzeitig unter Druck, auch wenn die erste Maßnahme den Spielern galt. „Ich weiß, wie es geht im Fußball, das spüren wir jetzt schon“, hatte der 50 Jahre alte Niederländer nach der zweiten Saisonniederlage am Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen erklärt. Erst einmal, im Jahr 2008, sind die Löwen mit zwei Niederlagen in eine Zweitliga-Spielzeit gestartet.

Sportlich haben sich die Löwen zunächst einmal geschwächt: Neuzugang Stefan Ortega von Arminia Bielefeld muss sich nun gegen Kiel anstelle von Kiraly im Tor bewähren. Der Weigl-Stellvertreter Christopher Schindler muss nun als Kapitän vorangehen. Stark galt sportlich als ein Kandidat für einen Umschwung in Kiel.

ulk/lin/dpa

Bilder & Einzelkritik zur 1860-Niederlage: Einmal Note 6!

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