Markus Rejek und Noor Basha

TSV 1860: Geschäftsführer dürfen doch bleiben

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Rückhalt vom 1860-Verwaltungsrat erhielten Markus Rejek (r.) und Noor Basha.

München - Nach den Turbulenzen bei 1860 wurde nun offenbar ein Kompromiss mit Hasan Ismaik gefunden. Offiziell bestätigt ist aber noch nichts.

Die Stille nach dem neuerlichen Sturm war höchst verdächtig. Peter Cassalette, der Präsident des TSV 1860, war am Montag den ganzen Tag über nicht zu erreichen. Und auch sonst drang nichts aus den höheren Kreisen der Sechziger. Dabei hatte sich der Klubchef noch am Vorabend mit Hasan Ismaik im Münchner Hotel Mandarin Oriental zusammengesetzt, um ein überaus heikles Thema zu besprechen. Der Geldgeber aus Jordanien hatte bei einem Fan-Treffen in Rudelzhausen bekanntlich die Entlassung der beiden Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha gefordert – und damit die 1860-Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße 114 wieder einmal in Alarmstimmung versetzt. Vom Ergebnis der Cassalettschen Schlichtungsversuche wurde aber am Montag nichts offiziell bekannt – außer, dass eine Stellungnahme des 1860-Verwaltungsrats in Arbeit ist, die aber noch nicht eingetroffen ist. Durchgesickert ist immerhin, dass die 1860-Funktionäre den Geschäftsführern Rejek und Basha den Rücken stärken. Sie dürfen also bleiben. Offenbar hat Cassalette mit dem so streitbaren Geschäftsmann aus Abu Dhabi einen Kompromiss erzielen können.

„Ein Trauerspiel höchsten Grades“

Zu den Leuten, die sich nur noch wundern können über den TSV 1860, zählt Meisterlöwe Peter Grosser (77). „Das, was hier abläuft, ist ein Trauerspiel höchsten Grades und eines Traditionsvereins wie 1860 absolut unwürdig“, erklärte die Münchner Fußball-Legende gegenüber der „tz“: „Wer hatte denn die Idee mit Basha als Geschäftsführer? Der Verein?“ Es war Ismaik. Dass dieser nun drauf und dran war, seinen Cousin in Ungnade fallen zu lassen, soll diesen übrigens schwer erschüttert haben. Von einem Familienmitglied hatte sich Basha offenbar mehr Solidarität erwartet.

Fest steht jedenfalls: Sie tun sich weiterhin nicht leicht mit ihrem Geldgeber, die Sechziger. Bei zahlreichen Anhängern rührt sich das Missfallen mittlerweile gar auf so derbe Art, dass es dem Verein ganz offensichtlich peinlich ist. Nachdem am Sonntag in der Allianz Arena Transparente mit rustikalen Schmähungen („Hasan verpiss Dich!!!“) entrollt und der Jordanier mit Sprechchören („Hasan raus“) bedacht wurde, sah sich die 1860-Presseabteilung zu einer beschwichtigenden Reaktion veranlasst. Auf der Homepage des Vereins wurde ein Aufruf an die zürnenden Ultra-Fans veröffentlicht. Nachvollziehbar, so heißt es in dem Text, sei zwar, dass aufgrund „der sportlichen Situation und aktuellen Entwicklung im Verein“ einige Fans ihrem Unmut Luft machten. Die beleidigenden Äußerungen beim Heimspiel gegen Bochum hätten allerdings „eine Grenze überschritten und sind so für uns nicht akzeptabel“. Der offizielle Appell lautet: „Meinungsäußerungen ja, Beleidigungen nein.“ Das oberste Ziel sei der Klassenerhalt. „Daher unsere Bitte: Reißt’s Eich zamm.“

„Ismaik ist gut angekommen. Es gab nur positive Rückmeldungen.“

Ein nicht unbeträchtlicher Teil des blauen Anhangs scheint indessen dem Milliardär zugeneigt zu sein. Bei seinem Auftritt in Rudelzhausen hat er offenbar nicht nur wegen des von ihm spendierten Freibiers einen respektablen bis gewinnenden Eindruck hinterlassen. Gerhard Schnell, Vorsitzender der Fanklub-Organisation ARGE und Mitveranstalter des Ismaik-Abends, berichtete von breiter Gewogenheit: „Ismaik ist gut angekommen. Es gab nur positive Rückmeldungen.“ Auch am Sonntag beim Bochum-Spiel habe er viele Fans gesehen, „die Fotos mit Ismaik gemacht haben. Von Ablehnung keine Spur.“ Schnell findet zudem, man müsse auch Ismaiks Aussagen zum Stadionbau ernst nehmen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er vor 400 Leuten Stuss erzählt.“

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