„Man kann uns nichts vorwerfen“ 

1860-Sportchef Gorenzel versteht die Kritik von Trainer Bierofka und verkündet eine Einigung

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Daniel Bierofka (l.) und Günther Gorenzel.

Die Löwen sind in der 3. Liga Mittelmaß. Für manche ist das zu wenig. Für Sportchef Gorenzel und Trainer Bierofka jedoch steht das Thema genau da, wo es sein sollte. Nun geht es zum KSC.

München - Halle ist abgehakt, der Blick geht nach Karlsruhe. Vor der Länderspielpause holten die Löwen beim 1:1 zu Hause nur einen Punkt – trotz 70 Minuten mit einem Mann mehr. „Wir müssen eine Überzahl besser ausspielen und uns von der Hektik außerhalb des Spielfelds nicht anstecken lassen“, beschreibt Sportchef Günther Gorenzel die Lehren aus dem bitteren Spiel.

Bis zum Donnerstag war der Österreicher der Chef auf dem Platz, Daniel Bierofka war zum Trainerlehrgang in Hennef. „Ich kenne Karlsruhes Trainer Alois Schwartz gut, schätze ihn sehr“, sagt Gorenzel. „Er setzt auf Kompaktheit.“ Wie die Löwen das KSC-Bollwerk am Sonntag (13.00 Uhr) knacken wollen, verriet der Österreicher freilich nicht. „Ich will dem Alois nicht helfen“, sagt er schmunzelnd. „Es gibt da verschiedene Varianten. Ein Mittel ist das Flügelspiel.“ Wie gut, dass mit Stefan Lex, der gegen Halle mit Keeper Kai Eisele böse zusammenrauschte, und Herbert Paul (Mandelentzündung) wieder zwei Außen mehr zur Verfügung stehen.

Endlich wieder ein Auswärtssieg für 1860?

In Karlsruhe geht es für 1860 auch darum, endlich wieder auf fremden Platz zu gewinnen. Der letzte Auswärtssieg datiert vom fünften Spieltag (4:1 in Aalen). In den folgenden Spielen gab es insgesamt nur zwei Siege (2:0 gegen Cottbus und Braunschweig), aber auch nur zwei Niederlagen (1:2 gegen Wehen und 0:1 in Meppen). „Wir sind immer noch ein Aufsteiger! Das vergessen manche“, polterte Bierofka in der vergangenen Woche. „Wenn Unterhaching sieben Mal Unentschieden spielt, heißt es, dass Haching sieben Mal nicht verloren hat. Wenn wir sieben Mal Unentschieden spielen, sind wir die größten Idioten!“

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Gorenzel kann die Kritik des Löwen-Trainers verstehen. „Der Sport ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Da gibt es derzeit nur schwarz oder weiß“, sagt der Österreicher. „Es kommt manchmal eine Schärfe hinein, die das nicht wiederspiegelt. Es gibt schwer einen Mittelweg. Von der Leistung her, kann uns, bis auf in zwei oder drei Spielen, niemand was vorwerfen. Ich beschäftige mich nicht mit Statistiken, mein Fokus liegt auf Leistung.“

Gorenzel über 1860: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Perfekt ist natürlich nicht alles, wie Gorenzel einräumt. „Jedes Spiel entscheidet sich in fünf oder sechs Momenten. Unser Ziel ist es, die auf unsere Seite zu ziehen“ – trotzdem sagt er: „Wir sind absolut auf dem richtigen Weg!“ Im April besuchten Gorenzel und Bierofka den Aufsichtsrat. „Wir sind aktuell genau dort, wie wir es dort prognostiziert haben“, sagt Gorenzel.

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Apropos Aufsichtsrat. Der hatte vor über einem Monat verkündet, dass der Österreicher zum Geschäftsführer Sport befördert werden solle – wenn der Verwaltungsrat dem zustimmt. Noch hat Gorenzel aber seinen alten Job. „Zumindest weiß ich nix davon“, sagt er und lacht. „Seit zwei Wochen gibt es aber eine Einigung.“

Sein Fokus liegt laut seiner Aussage aber nicht auf seiner Personalie. „Jetzt zählen die nächsten fünf schweren Spiele!“

Florian Fussek

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