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TSV 1860: „Jedes Jahr um 1,5 Millionen benachteiligt“ - Grünwalder bleibt Dauerthema

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Von: Moritz Bletzinger

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Kommt auf eine beachtliche Minus-Summe im Grünwalder-Rechenspiel: Marc-Nicolai Pfeifer.
Kommt auf eine beachtliche Minus-Summe im Grünwalder-Rechenspiel: Marc-Nicolai Pfeifer. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel

Der Stadtrat München hat es beschlossen: Das Grünwalder Stadion wird ausgebaut. Genau so dringend muss aber auch etwas an der Miete gemacht werden, sagt der TSV 1860.

München - Das Grünwalder Stadion wird ausgebaut: Am Mittwoch hat der Stadtrat dieses Dauerthema ab-, beziehungsweise beschlossen. Wie erwartet wurde über die Pläne nicht mehr diskutiert. Bei der Vollversammlung wurde das Thema nicht einmal aufgerufen, sondern einfach durchgewunken.

Ausbau einstimmig durchgewunken. Sind jetzt alle glücklich in Giesing? Nicht ganz. Schon am Tag vor der Versammlung hatte sich der TSV 1860 München über Facebook direkt an Sportbürgermeisterin Verena Dietl gewandt. „Wir freuen uns und sind Ihnen und dem gesamten Stadtrat sehr dankbar für den Beschluss zum Grünwalder Stadion morgen! Vor allem sind wir froh, dass Sie unsere Punkte berücksichtigen und sich dafür einsetzen, im Status Quo Verbesserungen zu erreichen“, bedanken sich die Löwen.

TSV 1860 München: Miete im Grünwalder Stadion zu hoch? Löwen klagen über Nachteil von 1,5 Millionen Euro

Schieben aber klare Worte nach: „Unabhängig von der Zukunft sind uns die aktuell marktunüblichen Konditionen im Stadion eine große Herzensangelegenheit und von entscheidender Bedeutung. Hier wünschen wir uns in den kommenden Gesprächen Veränderungen und Optimierungen.“ Grünen-Politiker Beppo Brem reagierte irritiert auf die Kritik vor dem finalen Beschluss.

Das Grünwalder ist teurer als angemessen, klagt der TSV 1860, so teuer sogar, dass der sportliche Wettbewerb darunter leidet. Im Vergleich zu anderen Drittligisten durch die Stadionkosten massiv benachteiligt, monierten die Löwen. Und haben nachgerechnet: „Dieser Nachteil liegt pro Jahr bei rund 1,5 Millionen Euro.“

Grünwalder Stadion: Miete, Nebenkosten, Erwerbsverlust - TSV 1860 beklagt geringes Plus im Portemonnaie

1,5 Millionen Euro. In der 3. Liga kommen laut „transfermarkt.de“ überhaupt nur drei Spieler auf diesen Marktwert (Noah Atubolu, Luca Unbehaun und Kiliann Sildilia). Aber wie kommt der TSV 1860 auf diese Summe?

Marc Pfeifer, kaufmännischer Geschäftsführer der Löwen, ist im Finanzvorstand der 3. Liga. Er sei bestens vernetzt und habe sich ein Bild machen können, heißt es von Vereinsseite.

Dass die Stadt München die Mindestmiete für das Grünwalder Stadion von 2.500 Euro auf 10.000 pro Spiel anhebt, ist nicht einmal das Problem. Die Löwen bezahlen 8,5 Prozent der Einnahmen aus TIcketverkäufen an die Stadt. Die Mindestmiete überschreitet der gut besuchte TSV 1860 damit ohnehin.

3. Liga im TV: Flutlicht ist für die Fernsehbilder immer an - und dafür zahlen die Löwen eine stolze Summe

Ein größerer Griff ins Portemonnaie ist die Erhöhung der Flutlichtkosten. Für ein Spiel mit Licht zahlen die Vereine im Grünwalder Stadion künftig 2.500 Euro. Und: Bei Löwen-Spielen ist das Flutlicht immer an. Magenta besteht für optimale TV-Bilder darauf. Bei 19 Heimspielen müssen die Löwen dafür also schon einmal 47.500 Euro einplanen.

Vor allem aber liegen den Löwen „die Kosten außen rum“ quer im Magen. Beispielsweise muss der Verein für alle Eintrittskarten auch ein MVV-Ticket mitbezahlen. Dass alle Fans per Bus und Bahn nach Giesing reisen, glaubt der Verein allerdings nicht. Die Stadt München hat sich außerdem das Catering gesichert und Namensrechte am Stadion können die Löwen natürlich auch nicht verkaufen. Diese Einnahmeverluste sind dem Verein ein Dorn im Auge.

„Gemeinsam werden wir Lösungen suchen“: Münchner Sportbürgermeisterin Dietl spricht mit 1860

Verena Dietl ist in ständigem Austausch mit dem TSV 1860 München, lässt sie wissen. Das Grünwalder Stadion ist ein Dauerthema, das steht fest. Streiten müssen beide Parteien aber nicht.

„Es freut mich, dass der Stadtrat heute den einstimmigen Beschluss des Sportausschusses für die vertiefende Vorbereitung der Sanierung des Grünwalder Stadions bestätigt hat. Damit kommen wir dem Ziel, das Stadion zu einem modernen und zeitgemäßen Spielort zu ertüchtigen einen großen Schritt näher“, sagt Dietl auf Nachfrage.

Und bekräftigt: „Gemeinsam mit den Vereinen werden wir nun Lösungen für offene Punkte und Fragen suchen. Ich bin dabei zuversichtlich, dass wir eine Regelung finden werden, die einen verbesserten Schutz der Anwohner*innen gewährleistet und die es ermöglicht, dass unsere Vereine in einem fertig sanierten Stadion nicht nur fußballerische Erfolge feiern, sondern vor allem eine sportliche Heimat haben.“ (moe)

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