Auch in der zweiten Liga

Löwen zurück ins Grünwalder: Das muss noch geklärt werden

+
Grünwalder Stadion - gefühlte Heimat der Löwen, auch wenn sie weiter in der 2. Liga bleiben.

München - Es wäre eine Überraschung – die in Giesing Protest hervorrufen dürfte: Der TSV 1860 will auch als Zweitligist ins Grünwalder Stadion zurückkehren. Es gibt allerdings noch einiges zu klären.

Über den Abstieg der eigenen Mannschaft freut sich kein Fußball-Fan. Und doch berichteten in den letzten Monaten immer wieder 1860-Anhänger von einem absurden Zwiespalt. Seit als wahrscheinlich gilt, dass die Löwen nach einem Abstieg heimkehren würden ins Grünwalder Stadion, schien die Dritte Liga manchem gar nicht mehr so unattraktiv. Dann würde es eben gegen Sonnenhof Großaspach gehen statt gegen Fortuna Düsseldorf – dafür aber in der alten Heimat. Wie es aussieht, gibt es einen Ausweg aus dem Zwiespalt: 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer plant den Arena-Auszug auch für den Fall des Klassenerhalts.

Wie berichtet, hatte OB Dieter Reiter (SPD) vor Wochen erklärt, sich Zweitliga-Spiele in Giesing vorstellen zu können. „Wir freuen uns über den Vorstoß, der uns Mut gemacht hat, dass wir auch wieder Zweitliga-Fußball im Grünwalder Stadion spielen können“, sagte Mayrhofer unserer Zeitung. Es heiße ja „nicht umsonst Sechzgerstadion. Es ist unsere Identität. Deswegen würden wir dort auch gerne in der zweiten Liga spielen. Dort ist schließlich unsere Heimat.“

OB Reiter unterstrich am Freitag erneut, dass er offen für die Überlegung sei. „Ich will den Sechzgern eine Option eröffnen, an ihren geliebten Spielort zurückzukehren“, sagte er. Aus seiner Sicht gebe es kein objektives Argument, Spiele in der dritten Liga zuzulassen, Partien mit der gleichen Zuschauerzahl in der zweiten Liga aber nicht. Es sei weiterhin eine „bedenkenswerte Idee“, einzelne Hochrisikospiele im Olympiastadion austragen zu lassen. Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl geht davon aus, dass 2016 wieder ein Rasen im Olympiastadion verlegt wird. Derzeit ist es geteert, die Genehmigung dafür läuft aber Ende 2015 aus. Ob eine Rasenheizung kommt wie es in Profi-Fußball-Stadien inzwischen Standard ist, dürfte auch von den Gesprächen abhängen, die jetzt zwischen 1860 und der Stadt anstehen.

Reiter sieht den Ball jetzt bei den Sechzgern

Knackpunkte gibt es aber noch einige. Reiter ist sehr zuversichtlich, dass die Deutsche Fußball-Liga das Stadion für die Zweite Liga akzeptieren würde. Dafür seien 15 000 Zuschauer nötig. „Diese Hürde können wir überspringen“, sagte Reiter. Derzeit sind noch 12 500 Anhänger in der Traditions-Spielstätte zugelassen. Die Fußball-Liga ist aber das eine – die Vorstellungen des TSV 1860 das andere. Mayrhofer sagte: „Wir bräuchten 25 000 Zuschauer Kapazität.“

Reiter betonte erneut, dass auch die Sicherheitsbehörden zustimmen müssten. Er sieht den Ball jetzt bei den Sechzgern. „Wenn ich offiziell erfahre, dass die Löwen wollen, werden wir uns dem Thema näher widmen“, sagte er.

Für Diskussionen sorgen dürften die Pläne nicht nur im Rathaus – sondern auch in Giesing. 1200 Polizisten marschierten kürzlich für das Amateur-Derby im Viertel auf. Der Untergiesinger Bezirksausschuss-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) erzählt, seitdem würden sich ständig besorgte Bürger melden – die Akzeptanz für eine Rückkehr der 1860-Profis habe gelitten.

Wenn alle Bedenken beiseite geräumt sind, wird es auch darum gehen, wie die Löwen sich finanzieren. Umbauten, hat Reiter klargestellt, müsste der TSV bezahlen. Bürgermeisterin Strobl bringt ins Spiel, den Stadion-Namen an ein Unternehmen zu vermieten – wie beim Audi Dome, der alten Rudi-Sedlmayer-Halle. Da dürften die nostalgie-verliebten Fans zusammenzucken.

Gerhard Mayrhofer betont, beim Grünwalder werde es sich um eine Übergangslösung“ handeln. „Wir wollen irgendwann einmal ein eigenes Stadion haben.“ Seit Jahren ist dafür ein Standort in Riem im Gespräch. Ein Investor ist nicht in Sicht. Und so ist auch schon jetzt die Frage, was eigentlich ist, sollte 1860 tatsächlich noch einmal in Liga Eins aufsteigen. „Das ist nicht das Thema der Stadt“, sagte Dieter Reiter. „Sechzig muss mit den Bayern sprechen, ob es eine Rückkehrmöglichkeit in die Arena geben kann.“

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

Kommentar

Einen Kommentar zur gewünschten Rückkehr der Löwen in ihre "Heimat-Arena" lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Zwölf Verträge enden 2018 - welche dieser Spieler bleiben Löwen?
Zwölf Verträge enden 2018 - welche dieser Spieler bleiben Löwen?
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut

Kommentare