Appell des Geschäftsführers

Gorenzel fordert Klarheit bei 1860 - mahnender Hinweis auf „gewisse Variabilität“ in der Vergangenheit

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10.11.2018, Fussball 3. Bundesliga: 1860 München - Halle

Der designierte Geschäftsführer Sport des TSV 1860 München fordert von der Klubführung eine nachhaltige Finanzierung. In der Vergangenheit hatte es da eine „gewisse Variabilität“ gegeben.

München - Papier ist bekanntlich geduldig; speziell, wenn es sich bei den Nachrichten um Pressemitteilungen des TSV 1860 handelt. Und ganz speziell, wenn diese nicht von der Grünwalder Straße verschickt werden, sondern direkt aus Abu Dhabi von Investor Hasan Ismaik, respektive dessen Dolmetscher Mutaz Sabbagh. „Finanzierung des TSV 1860 steht“ hieß es im öffentlichen Schreiben vom 8. Mai diesen Jahres.

Sechseinhalb Monate später soll nun tatsächlich alles sicher sein. Drei Tage vor Ablauf der DFB-Deadline ließ Ismaik die Überweisung der rund 1,5 Millionen Euro verkünden, die den Löwen die Zahlungsfähigkeit bis Saisonende garantiert. Zwar fehlt noch die Darlehens-Stundung für eine positive Fortführungsprognose (rund fünf Millionen Euro), doch geht in Giesing niemand davon aus, dass Ismaik seine Fußballfirma wissentlich über den Jordan schicken wird.

Das fordert Gorenzel von der Vereinsführung des TSV 1860

Auf diesem Fundament „ruht“ der Klub. Doch auf welcher Basis soll er gesunden, sprich aus dem Zuschussgeschäft Drittklassigkeit in die TV-Geldverwöhnte zweite Bundesliga zurückkehren? Günther Gorenzel, dessen Gehaltserhöhung als künftiger Geschäftsführer Sport von Ismaik „zusätzlich“ übernommen werden soll, positioniert sich längst als treibende Kraft bei den 1860-Profis. Am Mittwoch sagte der 47-jährige Österreicher: „Wir brauchen ein nachhaltiges und realistisches Sportbudget. Das ist die Basis, auf der wir alle Entscheidungen treffen werden und auf der dann auch die Ziele formuliert werden.“

Die Forderung hatte Gorenzel bereits am Montag im Gespräch mit uns gestellt. Am Dienstag saß der Sportchef gemeinsam mit Trainer Daniel Bierofka und Geschäftsführer Michael Scharold zusammen, um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen. Bis Weihnachten, spätestens bis Jahresende, will Gorenzel Klarheit über „Summe x“ haben, um den Kader für die neue Saison planen zu können.

„Ich will Verantwortung übernehmen“, sagt er. „Aber das geht nur, wenn ich weiß, was möglich ist. Und unter Nachhaltigkeit verstehe ich, dass sich die Zahlen nicht alle zwei Monate ändern.“ In der Vergangenheit habe es da schon eine „gewisse Variabilität“ gegeben.

Lesen Sie auch: Sommer-Neuzugang Stefan Lex spricht im ausführlichen Interview über seine Rolle beim TSV 1860, Hierarchien bei den Löwen und Schafkopf mit drei Rechtsaußen.

Ludwig Krammer

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