Publikumsliebling Mölders trifft

TSV 1860 zeigt Charakter: Geht doch noch was im Aufstiegskampf?

Hoffnungsträger: Sascha Mölders.
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Hoffnungsträger: Sascha Mölders.

Nach dem Sieg über Halle wittert der TSV 1860 München im Aufstiegskampf noch einmal Morgenluft. Viel hängt auch gegen Bayern II an Sturm-Tank Mölders.

  • Der TSV 1860 München schnuppert nach dem Sieg gegen Halle noch einmal an den Aufstiegsrängen.
  • Vier Spieltage bleiben den Löwen noch, um oben ranzurücken.
  • Nun geht es gegen Bayern II - die Löwen wollen siegen und „nicht um die Goldene Ananas spielen“

München – Wird es doch noch mal spannend im Aufstiegskampf? Zumindest haben die Löwen ihr kleines Tief überwunden und mit einem 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen Halle zurück in die Erfolgsspur gefunden. Trainer Michael Köllner war zufrieden mit dem Auftritt der Seinen. „Heute war Kampf pur angesagt. Beide Mannschaften sind ans Limit gegangen“, sagte er, lobte den Charakter seines Teams, verkniff sich aber Kampfansagen in Richtung der Topteams, zu denen ja auch Mittwochgegner Bayern II zählt. „Wir wollen in unserem Stadion alles reinwerfen“, sagte er. Deutlich frecher teaserte Dennis Erdmann das Lokalderby an. „Wir wollen natürlich den Sieg holen und nicht um die Goldene Ananas spielen“, so der Abwehrmann.

Zweieinhalb Minuten waren gespielt, als sich Marco Hiller erstmals genötigt sah, seinen Vorderleuten Beine zu machen. „Bewegung!“, brüllte der 1860-Schlussmann, der offenbar fürchtete, das Fremdeln seines Teams im menschenleeren Grünwalder Stadion könnte sich fortsetzen. Zweimal hatten die Löwen dort zuletzt verloren (Würzburg, Rostock), was neben der Niederlage in Köln (0:2) eine hoffnungsvollere Ausgangsposition im Aufstiegskampf kostete. Vielleicht war so auch Köllners Aufstellung zu erklären: Nach den vielen Rückständen zuletzt erst mal auf Sicherheit bedacht. 4-4-2 mit Doppel-Sechs (Rieder, Dressel) und den künftigen Ex-Löwen auf den Halbpositionen, Noel Niemann (nach Bielefeld) rechts, Efkan Bekiroglu (Alanyaspor) links.

1860 vs. Halle: Stefan Lex beschert den Löwen die erste Führung seit dem Re-Start

Den schnellen Beinen von Stefan Lex war es dann zu verdanken, dass es für 1860 erstmals seit dem Re-Start eine 1:0-Führung zu bejubeln gab. Phillipp Steinhart zirkelte einen schönen Steilpass aus dem Fußgelenk, Lex eilte auf und davon und wiederholte sein Tor vom 1:0-Hinspielsieg: Kai Eisele umkurvt, reingeschoben (8.) – nichts leichter als das gegen eine anfangs unsortiert wirkende HFC-Mannschaft.

Jedoch:Die ungewohnte Führung gab den Löwen wenig Sicherheit. Das spürten auch die Gäste, die sich bald festsetzten in der Hälfte der Hausherren, und das nicht einmal ungefährlich. Bei einem Rempler gegen den langen Fetsch hatte Hiller noch Glück (kein Strafstoß), doch nach einer halben Stunde war er geschlagen: Kopfballstafette in seinem Strafraum mit Anthony Syhre als Schütze des Ausgleichstreffers. Alles also wieder auf Anfang.

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem schnellen Tor für die Löwen: Niemann ließ endlich mal sein Talent aufblitzen und fand Mölders, der routiniert einnetzte (50.). Zweite Führung in diesem Spiel und für den Teamoldie der erste Treffer im sechsten Spiel seit dem Re-Start.„Man merkt, dass wir abhängig von ihm sind“, schmeichelte Erdmann dem Kollegen: „Er hat eine unfassbare Präsenz – so kann er gerne die letzten vier Spiele weitermachen.“

TSV 1860 doch nicht chancenlos

Weitere Mölders-Treffer wären schon am Sonntag in der Schlussphase möglich gewesen, doch einmal verkünstelte sich der Kapitän, einmal blieb ein Foulspiel an ihm ungeahndet (Glück für Halle), ein anderes Mal köpfte er an die Latte, und einmal drosch er mächtig aufs HFC-Tor, aber nicht platziert genug.

Immerhin: Entgegen einer alten Fußballweisheit rächte sich das nicht. Vize Hans Sitzberger sprang nach Spielende jubelnd auf und stöhnte:„Wie kann man es nur so spannend machen?!“ Um es im Aufstiegskampf noch mal richtig spannend zu machen, hätten seine Löwen allerdings ein, zwei Spieltage eher zurück in die Spur finden müssen. Oder nicht? „Ich bin noch immer guter Dinge“, widersprach Erdmann: „Vier Siege (aus vier Spielen) sind auf jeden Fall machbar. Solange es rechnerisch möglich ist, glauben wir dran. Im Fußball ist schon viel passiert.“

Uli Kellner

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