Wenig Infos über Abu-Dhabi-Trip

1860: Ismaik überlässt Löwen die Wolf-Ablöse

+

München - Mit Spannung wurde die Reise von Präsident Peter Cassalette nach Abu Dhabi erwartet. Nach der Rückkehr des Löwen-Oberhauptes wird jedoch weiterhin viel spekuliert. Nur eine Sache ist klar.

Auf die Überschrift der Presseerklärung des TSV 1860 hätte man eigentlich wetten können. „Positive Gesprächsatmosphäre in Abu Dhabi“, hieß es da über den Besuch von Präsident Peter Casalette bei Investor Hasan Ismaik am Persischen Golf. Nun ist man beim TSV 1860 bekanntlich ein Meister darin, mit blumigen Worten eine Lage schönzureden, und sei sie noch so prekär. Süßholz geraspelt und Kreide gefressen wurde auch diesmal kräftig. Wenn man weiß, was viele im TSV über Ismaik denken und hinter vorgehaltener Hand auch sagen, klingt ein Satz wie folgender von Cassalette schon – na sagen wir mal: witzig: „Wir schätzen Hasans Engagement und sind uns bewusst, was er in der Vergangenheit alles für die Löwen getan hat.“

Zuletzt hat er vor allem für Aufregung und Ärger gesorgt, besonders in der jüngeren Vergangenheit. Und jetzt ist alles wieder in Butter? Oder wenigstens ein bisschen?

Transfereinnahmen reinvestieren

Den Transfererlös für Marius Wolf können die Löwen reinvestieren.

Konkret könnte man das zumindest an einem Punkt festmachen. Cassalette sagt: „Ganz aktuell haben wir uns über den Transfer von Marius Wolf unterhalten. Er (Ismaik, d. Red.) hat sich damit einverstanden erklärt, dass wir diese Transfereinnahmen reinvestieren können.“ Dabei handelt es sich immerhin um zwei Millionen Euro, die in der jetzigen Transferperiode für die Verpflichtung von Neuzugängen verwendet werden können. Darüber dürfte sich vor allem Benno Möhlmann freuen. Dienstagmittag allerdings, zwei Stunden bevor die Pressemitteilung rausging, war der Trainer über diesen Stand der Dinge, so sagte er, noch nicht informiert.

Ein paar Fragen allerdings bleiben noch: Ob die von Ismaik versprochene Million für Neuzugänge mit der Wolf-Ablöse verrechnet wird, zum Beispiel. Darüber wurde nichts bekanntgegeben. Wie auch alles andere recht nebulös blieb. „Wir sind dankbar für Ismaiks Zusage, die Löwen auch künftig zu unterstützen“, teilte Cassalette lediglich mit.

Lizenz bleibt weiter ungewiss

Was den wichtigsten Punkt betrifft, darüber gab es keine Details. Nämlich, ob Ismaik im März wieder rund fünf Millionen Euro zur Verfügung stellt, damit der TSV 1860 die Lizenz für die Zweite Liga erhält, und damit auch in der kommenden Saison Profi-Fußball betreiben kann. „Wir haben über alle anderen Inhalte Stillschweigen vereinbart“, erklärte Cassalette, womit natürlich dafür gesorgt wird, dass auch künftig über die Zukunft des TSV 1860 spekuliert und gemutmaßt werden darf, und die ohnehin leidgeprüften Fans weiterhin im Unklaren gelassen werden.

Das Lieblingsthema von Hasan Ismaik allerdings wurde sehr wohl öffentlich gemacht: Die von ihm geforderte Abschaffung der 50+1-Regel. Cassalette: „Wir haben verstanden, dass für ihn ein wesentliches Thema ist. Hasans Sichtweise war uns bereits im Vorhinein bekannt, mit der entsprechenden Erwartungshaltung bin ich nach Abu Dhabi gereist. Beim persönlichen Austausch mit ihm hat er diese Meinung nochmals bekräftigt.“ Falls es in dieser Angelegenheit zu Gesprächen mit der DFL kommen sollte, sei der Verein daran interessiert, teilzunehmen.

Die Löwen und Ismaik kippen also die 50+1-Regel – da wären wir wieder beim Thema Wetten. Nämlich, dass das in diesem Jahr bestimmt nicht mehr klappt...

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
Helmbrecht: „Ich will mit 60 nach oben“ 
Helmbrecht: „Ich will mit 60 nach oben“ 

Kommentare