Hoffen statt Handeln in Giesing

Neue Trikots des TSV 1860 vorgestellt - Doch an anderer Stelle droht eine Enttäuschung

Ein Stern für die Meisterschaft: Peter Grosser, Kapitän der Meistermannschaft von 1966, überreichte Trainer Michael Köllner das neue Trikot
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Ein Stern für die Meisterschaft: Peter Grosser, Kapitän der Meistermannschaft von 1966, überreichte Trainer Michael Köllner das neue Trikot.

Noch immer sind dem TSV 1860 München finanziell die Hände gebunden. Während mit Nico Karger der nächste Abgang feststeht, zeichnet sich beim Thema Edgar Prib eine Hängepartie ab.

  • Am Mittwoch hat sich der Kader des TSV 1860 München zum Mannschaftsfoto versammelt.
  • Die Löwen-Mannschaft für die Spielzeit 2020/21 soll jedoch weiter verstärkt werden. Bloß wie?
  • Derzeit wirkt sich der finanzielle Hintergrund in Giesing leider akut auf die Personalpolitik aus.
  • Wie sieht es mit dem erhofften Transfer von Hannovers Edgar Prib aus? Es gibt eine Tendenz.

München - Die Zukunft des TSV 1860 ist nebulös, Hoffen statt Handeln heißt die Devise der Gegenwart – also vermarkten die Löwen notgedrungen ihre Vergangenheit. Am Mittwoch war das neue Heimtrikot für die Saison 2020/21 an der Reihe. Anders als die DFL gönnt der DFB „seinen“ Klubs als Veranstalter der Dritten Liga nicht erst bei drei, sondern schon bei einer Meisterschaft den schmucken Stern über dem Wappen des Leiberls. Im dritten Anlauf (und mit neuem Ausrüster) haben nun auch die Sechziger die Chance wahrgenommen. Das Ergebnis übergab Peter Grosser, Kapitän der 1966er-Meistermannschaft, werbewirksam an 1860-Köllner. Dieser hatte sich uns gegenüber kürzlich auch für eine Reform der Dritten Liga stark gemacht. Begleitender Kommentar, so Grosser zur tz: „Ich hoffe, dass auch bei den neuen Löwen der Stern aufgeht!“

Geht bei 1860 München ein neuer Stern auf? Die Gegenwart gibt Anlass zur Sorge

Damit zur Gegenwart. Zu den Hiobsbotschaften, wer den Kader alles nicht verstärken wird. Nach dem Abgang von Abwehr-Stütze Aaron Berzel, der sich Aufsteiger Türkgücü München anschloss, erklärten nun auch die höherklassig erfahrenen Nico Karger (zu Elversberg in die Regionalliga - im Gespräch war auch ein Wechsel zu Wacker Innsbruck/Daniel Bierofka) und Tim Rieder ihren Abschied aus Giesing. „Eins ist sicher: Ich werde den TSV 1860 München immer im Herzen tragen!”, schrieb Rieder bei Instagram. Zuletzt hatte Köllner seinen Sechser als unverzichtbaren „Basisspieler“ bezeichnet. „Natürlich wünsche ich mir, dass Rieder bleibt. Der Verein tut alles dafür.“ Alles?

Das offizielle Mannschaftsfoto des TSV 1860 München - Spielzeit 2020/2021.

Konkret konnte Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel in den vergangenen Wochen nicht mehr tun, als Rieder und dessen Berater Matthias Abel zu vertrösten. Der Saisonetat von drei Millionen Euro ist nach tz-Informationen ausgereizt, eine Aufstockung durch Investor Hasan Ismaik, ein weiteres Sponsoring der Bayerischen oder die geplante Hypothek auf die Geschäftsstelle (wir berichteten) noch nicht reif für eine Umsetzung.

Neuzugänge beim TSV 1860? Wöchentlich springen Kandidaten ab - Auch Prib-Transfer wackelt

Die Folge: Wöchentlich springen dem TSV 1860 München Kandidaten ab, die sich nicht mehr hinhalten lassen wollen oder können. Marvin Bakalorz (30) war so ein Fall, der zentrale Mittelfeldspieler wechselte von Hannover 96 nach Denizli in die erste türkische Liga. Auch bei Edgar Prib (30), ebenfalls in Hannover aussortiert, droht eine Absage. Die von Köllner geforderten „drei bis vier Qualitätsspieler“ sind angesichts der aktuellen Lage blankes Wunschdenken.

Wie meinte Grosser am Mittwoch: „Das Trikot ist schön geworden, wirklich sehr gelungen. Aber entscheidend ist immer noch, wer drinsteckt.“ Alles gesagt.

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