Der Kapitän? Eine fragwürdige Entscheidung

Hier gibt Trainerlegende Lorant Moniz Tipps

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Angeregte Unterhaltung: Ricardo Moniz, Werner Lorant, Markus von Ahlen und Zeugwart Fendt (v.r.).

München - Trainerlegende Werner Lorant hat beim Löwen-Training vorbeigeschaut und sich auf einen Plausch mit Moniz getroffen. Eine Entscheidung des 1860-Trainers findet Lorant fragwürdig.

Als das Vormittagstraining am Donnerstag beendet war, ging ein alter Bekannter an der Grünwalder Straße auf den Platz: Weißgraues Haar, rotes (!) T-Shirt – Werner Lorant. Der 65-Jährige traf sich zu einem Plausch mit Trainer Ricardo Moniz und dessen Assistenten Markus von Ahlen. Gesprächsthema: natürlich die Löwen, und vor allem deren 2:3-Niederlage am Montag in Kaiserslautern, die bei der blauen Anhängerschar auf Grund der Dramaturgie (2:0 Führung, ein Mann mehr) für Fassungslosigkeit gesorgt hatte. Auch bei Lorant, der kurz und knapp feststellte: „Wie blöd war das denn?“

Ganz so harsche Worte dürfte er beim Gespräch mit Moniz und von Ahlen dann nicht gewählt haben. Die drei lachten viel, und als am Schluss des Gesprächs eine Horde Kinder auf das Trainer-Trio zustürmte, um Autogramme zu ergattern, schlich sich Moniz grinsend weg und deutete auf Werner Lorant: „Von dem müsst ihr euch die Unterschrift holen.“

Moniz: "Eine Ehre, Werner Lorant kennenzulernen"

Bis Donnerstag waren der aktuelle und der frühere Löwen-Trainer noch nie aufeinandergetroffen. „Für mich war es eine Ehre, Werner Lorant kennenzulernen“, sagte Moniz, „er ist hier eine Legende und ich schätze Tradition. Wir haben über frühere Zeiten und die Gegenwart gesprochen, und er hat mir erzählt, wie er bei seinen Mannschaften eine Hierarchie aufgebaut hat. Mit Leuten wie Vanenburg und Häßler.“

Dass jetzt mit Julian Weigl ausgerechnet ein 18-Jähriger Kapitän ist, findet Lorant fragwürdig, und die Geschehnisse in der zweiten Halbzeit auf dem Betzenberg sind für ihn einfach nicht nachvollziehbar: „Wenn ich 2:0 führe, dann mache ich doch die Abwehr dicht und spiele von hinten heraus. Aber was war beim Ausgleich? Der Lakic stand ganz allein beim Kopfball.“

Ein paar positive Aspekte nannte Lorant aber schon auch. „Der Bobby Wood ist ein Guter“, lobte er, „und aus dem Ruben Okotie kann was werden. Nicht nur, weil er zwei Tore gemacht hat. Der Junge bewegt sich gut und weiß wie er in der die Räume gehen muss.“ Und dann gab’s auch noch etwas Kritik an Moniz: „Warum hat denn der Yannick Stark nicht von Anfang an gespielt? Und wenn er schon auf der Bank saß, warum wurde er nicht früher eingewechselt?“ Klare Worte – so wie man es von Werner Lorant halt kennt.

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tz

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