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Löwen im Olympiastadion? Eher Plan C als Plan B

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Von: Ludwig Krammer

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Studie: Grünwalder Stadion kann zweitligatauglich gemacht werden.
Studie: Grünwalder Stadion kann zweitligatauglich gemacht werden. © dpa / Andreas Gebert

Zieht der TSV 1860 München ins Olympiastadion? Der Stadtrat diskutiert Alternativpläne zum Grünwalderstadion. Doch die Löwen-Zukunft liegt in Giesing.

München - Spöttische Zungen behaupten ja schon länger, dass die Löwen als Stadion-Debattierklub ohne Fußballbetrieb genauso unterhaltsam wären, wie mit kickendem Personal - und doch kommen sie allesamt wieder, wenn der Ball zu rollen beginnt. 

Am Mittwoch nun könnte tatsächlich eine wegweisende Entscheidung getroffen werden, wenn der Münchner Stadtrat über die Umbaupläne für das Grünwalder Stadion abstimmt. 30 Millionen Euro für eine Kapazitätserweiterung auf 18 105 Zuschauer samt Vollüberdachung und zeitgemäßem Businessbereich will die Stadt in die Kultstätte auf Giesings Höhen stecken. 

TSV 1860 München im Olympiastadion? Löwen-Zukunft liegt in Giesing

Auch eine Ertüchtigung des Olympiastadions wird in der Sitzung thematisiert werden. Die beim Frankfurter Architekturbüro Speer in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie beinhaltete neben der Grünwalder Straße auch das Oberwiesenfeld mit einem zur Haupttribüne verschobenen Spielfeld.

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Plan C: So könnte es im Olympiastadion aussehen, wenn die Löwen dorthin ziehen würden. © tz/mm

Die aktuelle Relevanz ist nach tz-Informationen indes als gering einzustufen. Das Olympiastadion ist eher ein Plan C als B. Kernthema ist und bleibt Giesing.

Beim TSV 1860 wird die geplante Modernisierung des Grünwalder Stadions unterschiedlich bewertet. Investor Hasan Ismaik bezeichnete die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie als „ernüchternd“. 

Auf seinem Facebook-Kanal ließ er wissen: „Ich hatte auf eine andere Realisierungsvariante gehofft, die es uns ermöglicht, mit einer für 1860 erforderlichen Zuschauerkapazität, die notwendigen Einnahmen zur Finanzierung des Profifußballbetriebes nachhaltig zu generieren.“ Ismaiks Vision: „Ich bin jederzeit bereit, sofern es die Stadt München wünscht, an einer neuen Stadionlösung mitzuarbeiten, um einen geeigneten Standort zu finden.“ Problem: Die Stadt wünscht sich genau das nach all den Irrungen und Wirrungen der letzten Jahre nicht.

Die Vereinsvertreter der Löwen distanzierten sich umgehend von Ismaiks Aussagen: „In sozialen Medien veröffentlichte Verlautbarungen und Forderungen im Zusammenhang mit einem etwaigen Stadionneubau an anderer Stelle sind mit dem Verein und den Gremien nicht abgestimmt“, teilte das Präsidium auf der e.V.-Homepage mit. Mit den Umbauplänen ist man bedingt zufrieden. „Betrüblich“ sei die Kapazität. 

TSV 1860 München: Businessbereich im Grünwalder wird begrüßt

Eine Erweiterung auf 24 000 mit Neubau der Westkurve sei zwar theoretisch möglich, könnte mit Blick auf den Bebauungsplan aber zu Klagen führen. Ein Risiko, dem sich die Stadt nicht aussetzen will. Vom e.V. ausdrücklich begrüßt wird der Businessbereich, der 1860 eine wirtschaftliche Perspektive eröffne.

In den Fanforen wird intensiv diskutiert. Einer, der sich keinem Lager zuordnet, ist „Allesfahrer“ Franz Hell. Seine Einschätzung: „Ich bin nicht euphorisiert, aber es ist immerhin was Greifbares. Wenn die Verträge mit der Stadt nicht zu langfristig gestaltet werden, dann lässt sich fürs erste damit leben.“

Nach der bitteren Niederlage gegen Braunschweig haben die Löwen nun die nächste Chance auf den ersten Saison-Sieg: 1860 spielt am Mittwoch gegen Zwickau - wir berichten im Live-Ticker.

Ludwig Krammer

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