Neue Zeitrechnung für die Löwen

Kader, Gegner, Live-Spiele: Das ändert sich für 1860 zur kommenden Saison

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Der Löwe zurück im Profi-Fußball - da darf man schon einmal ordentlich feiern.

Beim TSV 1860 München beginnt nach dem Aufstieg in die 3. Liga eine neue Zeitrechnung. Wir zeigen Ihnen, was sich für Fans und Verein jetzt ändert.

München - Für den TSV 1860 fühlt es sich nach der erfolgreich absolvierten Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken ein bisschen an wie im Song „Wieder hier“ von Marius Müller-Westernhagen. In dem 1998 veröffentlichten Werk heißt es: „Ich bin wieder hier in meinem Revier. War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt. Ich rieche den Dreck, ich atme tief ein und dann bin ich mir sicher, wieder zuhause zu sein.“ Dahoam und zurück im Profi-Fußball nach einem einjährigen Regionalliga-Intermezzo, das zwar kultig und spaßig war, nun aber Gott sei Dank wieder beendet ist.

Das bedeutet aber auch, dass sich für die Münchner Löwen jetzt einiges ändern wird. Wir werfen einen Blick auf all das (alte) Neue, das jetzt für den TSV 1860 und seine Fans ansteht.

1. Kader der Löwen wird aufgerüstet

Der Kader der Löwen wird sich verändern - wenn auch nicht fundamental. Mit dem Aufstieg in die 3. Liga ist der Verbleib von begehrten Leistungsträgern wie Sascha Mölders, Timo Gebhart (bei beiden endet der Vertrag) oder auch Nico Karger fast sicher. Zudem wird 1860 mit dem Aufstieg und der Entwicklung der zurückliegenden Monate  interessanter für Spieler. Beispielsweise könnte Ex-Löwe Manuel Schäffler (derzeit Wehen-Wiesbaden) nun zum realisierbaren Thema werden.

Mit Alessandro Abruscia (Stuttgarter Kickers), Kristian Bönlein (SpVgg Bayreuth), Marius Willisch und Herbert Paul (beide FC Schweinfurt 05) stehen bereits vier Neuzugänge fest, es sollen aber noch weitere folgen. „Wir werden versuchen die Mannschaft punktuell zu verstärken, aber wir haben schon eine super Mannschaft“, hatte 1860-Geschäftsführer Michael Scharold am Sonntag nach dem Spiel gesagt. 

Sicher verlassen werden die Löwen Lucas Genkinger (VfR Garching) und Felix Bachschmid (Wacker Burghausen). Hinter der Zukunft von Alexander Strobl, Lukas Aigner, Mohamad Awata oder auch Martin Gambos, dessen Leihe an MSK Zilina endet, stehen dicke Fragezeichen.

2. Auf 1860 warten nun Gegner anderen Kalibers

Ein Jahr lang tingelte der TSV 1860 nur durch den Freistaat, die Gegner hießen unter anderem VfB Eichstätt, TSV Buchbach oder FC Pipinsried. Das ändert sich nun fundamental, denn statt bayerischer Provinz brüllt der Löwe nun wieder in der gesamten Bundesrepublik. Auf die Blauen wartet eine Liga voller Tradition, die die Bezeichnung „3. Liga“ eigentlich gar nicht verdient hat! Angesichts der Gegner ist sie eine gefühlte 2. Liga B. Hier eine kleine Auswahl an Teams, auf die Sechzig nun trifft: 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig, SpVgg Unterhaching, Karlsruher SC und Hansa Rostock. Einen detaillierten Überblick zur 3. Liga 2018/19 bekommen Sie hier.

Die Fans des 1. FC Kaiserslautern im Fritz-Walter-Stadion.

3. Große Arenen anstatt Bezirkssportanlagen und Dorfplätzen

Lässt man einmal die zweiten Mannschaften der Erst- und Zweitligisten außen vor, die teilweise in den Stadien der Profis spielen, boten die Heimspielstätten der Regionalligisten zwischen 2500 und 21.500 Zuschauern Platz. Unvergessen das Mammutprojekt des FC Pipinsried, die die Kapazität ihres Stadions für das Spiel gegen 1860 auf 7500 verdreifachten. In Liga drei aber ändert sich das Bild der Stadien, in denen die Löwen antreten werden.

Das kleinste Stadion der 3. Liga bespielt die SG Sonnenhof Großaspach, in die Mechatronik Arena passen 7768 Zuschauer. Die größten Arenen stehen in Kaiserslautern (49.850), Rostock (29.000), Karlsruhe (28.762) und Braunschweig (23.325) - das sind allesamt auch Vereine mit einer großen Fanbase, die sich auf die Reise nach München freuen werden. Vor allem die Anhänger des 1. FC Kaiserslautern dürften sich auf ein Wiedersehen mit den Löwen freuen, beide Fanlager verbindet eine Fanfreundschaft.

4. Grünwalder Stadion wird größer

Höhere Liga, bessere Gegner, mehr Fans - und die brauchen Platz! Von den 18 Löwen-Heimspielen in der Saison 2017/18 im Grünwalder Stadion waren 15 ausverkauft (gegen Nürnberg II musste 1860 vor leeren Rängen spielen). Das ergibt einen Zuschauerschnitt von 12.471, das entspricht einer Auslastung von 99,77 Prozent - ein unfassbarer Wert. Da ist es äußerst passend, dass zur neuen Saison wird die Kapazität der Löwen-Heimat in Giesing auf 15.000 erhöht und die Westkurve wieder komplett geöffnet wird - das stand bereits Ende 2017 fest. Ob es in Zukunft vielleicht noch mehr Fans sein werden, die rein dürfen, steht noch in den Sternen.

In Giesing brechen alle Dämme: Die Bilder der Löwen-Party

5. Alle Löwen-Spiele live im Internet

Zu Beginn der Regionalliga-Saison sprang Sport1 auf die neu entfachte Löwen-Euphorie auf und übertrug die ersten acht Saison-Spiele der Blauen im TV und/oder Live-Stream. Dann aber war Schluss damit, nur punktuell wurden die 1860-Spiele live im Fernsehen oder im Web übertragen (BR oder Sport1). Das ändert sich nun fundamental, denn die 3. Liga hat einen TV-Vertrag mit der Telekom. Diese überträgt auf ihrer Internet-Plattform Telekom Sport alle Saison-Spiele live und in voller Länge.

Für Telekom Mobilfunk- und/oder Festnetz-Kunden mit Privatkunden-Laufzeitvertrag inkl. Internet-Flatrate ist das Abo in den ersten 24 Monaten kostenfrei, danach kostet es monatlich 4,95 Euro. Für alle anderen Kunden im Monatsabo 14,95 Euro pro Monat (ein Monat Mindestvertragslaufzeit, zum Monatsende kündbar) und im Jahresabo 9,95 Euro pro Monat (Mindestvertragslaufzeit 12 Monate mit einer Kündigungsfrist von 1 Monat).

In der 3. Liga werden alle Spiele des TSV 1860 live im Internet zu sehen sein.

6. Mehr Geld für den TSV 1860

Mit der erhöhten Präsenz im TV und im Internet steigen auch die Einnahmen der Löwen: Rund 800.000 Euro bekommen alle Vereine der 3. Liga vom DFB ausgeschüttet. Wie viel mehr das im Vergleich zur Regionalliga ist, lässt sich schwer sagen. Im vergangenen Jahr hatte aber Thomas Müther, der damalige Sprecher des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gegenüber der Abendzeitung angemerkt, dass die TV-Gelder in der Regionalliga „in keinster Weise mit den Geldern in den Bundesligen oder der 3. Liga vergleichbar“ wären.

Florian Weiß

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