Darf er das?

Überraschung bei Löwen-Konkurrent: Investor will bei zweitem Verein in der 3. Liga einsteigen

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Michail Ponomarev.

Geldgeber sind im deutschen Fußball und vor allem in der 3. Liga keine Seltenheit mehr. Nun will ein aber der Uerdingen-Investor einem weiteren Drittligisten finanziell unterstützen.

Kaiserslautern - Traditionsreich, spannend, fanreich - die 3. Liga ist vieles. Eines aber ist sie auf Dauer eher nicht: Finanziell attraktiv. Das weiß auch der TSV 1860 München.

Viele Vereine, die länger in dieser Spielklasse geblieben sind, haben anschließend finanzielle Probleme bekommen oder haben diese noch immer. Ein Grund ist die große Differenz zwischen den Einnahmen in der 2. Bundesliga und der 3. Liga.

Ein aktuelles Beispiel ist der 1.FC Kaiserslautern, dem mindestens 12 Millionen Euro fehlen sollen, will man eine Chance die Lizenz für die kommende Drittliga-Saison haben. Doch diesem winkt jetzt die Rettung. Der russische Geschäftsmann Michail Ponomarev will den Traditionsverein retten.

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Russischer Investor will Kaiserslautern retten

Angeblich soll Ponomarev nicht nur bereit sein den finanziellen Engpass beim FCK, mit dem den TSV 1860 München eine langjährige Fanfreundschaft verbindet, zu beseitigen, sondern sogar insgesamt 30 Millionen Euro investieren wollen. Dem Verein soll laut swr.de eine schriftliche Absichtserklärung des Russen vorliegen.

Allerdings ist Ponomarev in Deutschland und in der 3. Liga kein Unbekannter. Er ist Investor und Präsident bei FCK-Ligakonkurrent KFC Uerdingen und will eigentlich mit den Krefeldern den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Außerdem ist Ponomarev Gesellschafter bei Eishockey-Erstligist Krefeld Pinguine.

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Zwei Vereine: Darf Ponomarev überhaupt investieren?

Die Frage ist: Darf Ponomarev überhaupt beim 1.FC Kaiserslautern investieren, wenn er gleichzeitig beim KFC Uerdingen engagiert ist. Die Antwort ist Jein. Das Investment in zwei Vereine ist vonseiten des DFB nicht verboten. Allerdings setzt der Verband auch Grenzen, was das Mitspracherecht betrifft.

Größeren Einfluss bei zwei Profivereinen darf kein Investor haben. Da Ponomarev beim KFC Uerdingen Präsident ist und mutmaßlich großen Einfluss auf Transfers hat, würde eine ähnliche Rolle beim 1.FC Kaiserslautern gegen DFB-Richtlinien verstoßen. 

Primär wäre für den FCK aber ohnehin wichtig, dass der Verein seine finanzielle Schieflage korrigiert und die Lizenz für die Drittliga-Saison 2019/20 sichern kann. Dabei kann und darf Ponomarev dem Verein in jedem Fall unterstützen.

50+1-Regel? „Wird es bald nicht mehr geben“

Von der 50+1-Regel, die die totale Übernahme von Vereinen durch Investoren oder Investorengruppen bisher verbietet, will sich der Russe aber ohnehin nicht bremsen lassen. „Die deutsche Fußballgemeinde wird Stück für Stück das Ziel haben, diese Regelung aufzulösen“, sagte Ponomarev dem WDR. „Sie wird es bald nicht mehr geben.“

Damit liegt Ponomarev auf einer Linie mit 1860-Investor Hasan Ismaik. Der machte kurz vor dem Jahreswechsel nach langer Funkstille durch einige Aussagen zur geplatzten Weihnachtsfeier der Löwen von sich reden.

sh

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