Aus Huddersfield geflohen

Matmour: Das überrascht ihn bei Sechzig positiv

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Endlich wieder zurück in Deutschland: Karim Matmour will bei Sechzig an alte Zeiten anknüpfen.

Bad Waltersdorf - Nach einer kleinen Fußball-Odyssee ist Karim Matmour zurück in Deutschland. Mit Sechzig hat er viel vor. Die Fehler der Vergangenheit will er nicht wiederholen.

Huddersfield - seit Kurzem ist die 150.000-Einwohner-Stadt im Norden Englands ein neuer Transferknotenpunkt des TSV 1860. Der bisherige Kapitän, Christopher Schindler, wechselte zum englischen Zweitligisten, der von 1924 bis 1926 dreimal Meister war. Einen anderen, Karim Matmour, zog es von Huddersfield zum Altmeister nach Giesing. Ein halbes Jahr Huddersfield Town und der raue Zweitliga-Alltag auf der britischen Insel waren für den Algerier genug. "Die Verteidiger sind dort alle zwei Meter hoch", sagt Matmour schmunzelnd. "Und die Schiris pfeifen nie ein Foul. Außerdem ist das Tempo weitaus höher als bei uns in der zweiten Liga. Daran wird sich auch Chris Schindler erst gewöhnen müssen. Die Stürmer dort sind sehr robust." Sagt's und streckt grinsend beide Ellbogen raus.

Doch Matmour hat sich durchaus gut zurechtgefunden mit der harten Gangart. "Huddersfield wollte mit mir auch den Vertrag verlängern", erzählt der 31-Jährige, "aber nachdem sich meine Familie dort nicht so wohlgefühlt hat, stand für mich fest, dass ich gehe." Seine Familie, das sind Gattin Manel Filali und die dreijährigen Zwillinge Liliana und Cecilia. Filali ist vor allem im arabischen Raum eine sehr bekannte Sängerin. "Seit der Geburt unserer Töchter tritt sie aber kaum noch auf", sagt Karim. "Als Manel und ich uns vor einigen Jahren kennenlernten, hatte sie übrigens keine Ahnung von Fußball. Sie wusste nicht mal, dass man mit diesem Sport Geld verdienen kann." Wer mehr verdient im Hause Matmour? Karim lacht: "Zurzeit der Fußballer."

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Matmour: "Ich hasse diese Zeit"

Matmour mit Gattin Manel Filali.

Besser geht es momentan allerdings der Frau. "Jetzt ist Vorbereitung", stöhnt Matmour, "und ich hasse diese Zeit. Das macht wirklich keinen Spaß." Ansonsten fühlt Matmour sich schon nach kurzer Zeit durchaus wohl bei 1860. "Ich dachte ja eigentlich, dass ich zu einem Verein komme, bei dem Unruhe herrscht nach drei Trai­nerwechseln in einer Saison", gibt er zu. "Aber bisher habe ich davon nichts gespürt. Hier ist wirklich alles top organisiert."

Was Matmour die Sache zudem erleichtert: Er kennt den Trainer. Zwei Jahre war er gemeinsam mit Kosta Runjaic beim 1. FC Kaiserslautern tätig. "Und zweimal sind wir knapp am Aufstieg gescheitert", erzählt Matmour. Danach hielt er es für besser, den Betzenberg zu verlassen. Sein neues Ziel: el-Arabi in Kuwait. Ein ziemlicher Griff ins Klo. Matmour: "Kurz nachdem ich dort war, wurde der Verein von der FIFA für alle internationalen Pflichtspiele gesperrt und außerdem wurden getroffene Vereinbarungen nicht respektiert." Auf Deutsch: Es gab Probleme mit der Bezahlung.

Lob für Freiburger Trainer-Ikone Finke

Nach drei Monaten war das Abenteuer auf der Arabischen Halbinsel beendet - jetzt ist Matmour wieder in Deutschland. Dort, wohin ihn einst ein gewisser Christian Streich geholt hat. Matmour: "Er war damals noch Nachwuchstrainer beim SC Freiburg und hat mich in der A-Jugend von Racing Straßburg entdeckt." Der damalige Cheftrainer Volker Finke nahm das Talent schnell in den Profikader auf. Matmour schwärmt heute noch: "Volker Finke war wie ein Vater für mich, er hat mich wirklich behandelt wie seinen eigenen Sohn."

Jetzt ist er längst erwachsen und auch bereit, eine Führungsrolle beim TSV 1860 zu übernehmen. Matmour: "Ich bin aber keiner, der auf dem Platz groß rumschreit oder die Binde braucht. Intern allerdings bin ich von der Art und Weise schon einer, der sagt, was Sache ist."

Claudius Mayer

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