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Es wächst was zusammen: TSV-1860-Gala gegen KSC - „Fantasie entwickeln, wie es weitergeht“

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Von: Uli Kellner

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Neue Löwen + Altlöwen = Superlöwen: Die Torschützen Vrenezi und Tallig jubeln miteinander.
Neue Löwen + Altlöwen = Superlöwen: Die Torschützen Vrenezi und Tallig jubeln miteinander. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Nur sieben Tage hat es gedauert, bis der Hype um die neuen Löwen eine ungeahnte Dimension erreichte.

Heimstetten – Der 4:0 (1:0)-Testspielsieg am Samstag gegen Zweitligist Karlsruher SC – er wurde auf den Rängen zum Anlass genommen, schon jetzt den Aufstieg zu beschließen. Und auch nach dem Schlusspfiff im Sportpark Heimstetten geschah Erstaunliches.

Als Michael Köllner mit seinem Interview auf dem Rasen fertig war, entdeckte er ein älteres Pärchen, das auf der Tribüne ausgeharrt hatte, beide offenbar aus dem Allgäu angereist. Sie, einen aktuellen Trend bei fußballbegeisterten Kindern umdeutend, bat um das Funktionsshirt des Trainers (was sie nicht bekam, obwohl der Trainer die paar Meter zur Kabine sicher auch „oben ohne“ geschafft hätte). Er, nicht minder überschwänglich gestimmt, rief: „Herr Köllner, danke für diesen schönen Nachmittag!“

TSV 1860: Köllner mit Vorbereitungsstart zufrieden

Das heißt schon was, wenn der Trainer und Co-Architekt des runderneuerten Kaders wie ein Popstar gefeiert wird. Eingebrockt hatte ihm das die Mannschaft, die sich beim Anpfiff paritätisch aus fünf neuen und fünf alten Feldspielern zusammengesetzt hatte – und die auch die Tore gegen den DFB-Pokalgegner vom Januar (damals 0:1) brüderlich unter sich aufteilte. Zwei erzielte Albion Vrenezi, den die Löwen aus der „Konkursmasse“ von Türkgücü geholt hatten – einen Linksschuss ins lange Ecke nach drei Minuten und den 4:0-Endstand (58.). Die anderen Treffer gingen auf das Konto von Altlöwen: Erik Tallig, der seine aufsteigende Form aus der Rückrunde bestätigte, traf zum 2:0: trockener Abschluss nach Doppelpass mit Fynn Lakenmacher (20.). Für das 3:0 sieben Minuten vor der Pause sorgte Phillipp Steinhart, der erneut als Kapitän auflief, nachdem der angeschlagene Stefan Lex (Adduktoren, nichts Ernstes) nur in Zivil angereist war. Steinharts Volleyschuss unter die Latte war aber nur ein Höhepunkt in einer vom Drittligisten überlegen geführten ersten Halbzeit.

Phillipp Steinhart (re.) lief erneut als Kapitän auf.
Phillipp Steinhart (re.) lief erneut als Kapitän auf. © Stefan Matzke

Nicht nur dem Pärchen aus dem Allgäu war aufgefallen: Da wächst was zusammen beim Vorjahresvierten, der ja ab 2023 in der Liga des KSC spielen möchte. Auch der gefeierte Köllner wirkte hochzufrieden mit dem Stand der Vorbereitung. „Man konnte sehen, dass wir zu unserer guten Mannschaft gute Spieler hinzubekommen haben“, sagte er und schwärmte: „Das war ein starker Auftritt von meiner Mannschaft. Wir haben gestern hart trainiert und auch heute früh noch mal. Man hat gesehen, dass wir von Tag zu Tag besser werden. Das hätte ich so in der Art und Weise nicht erwartet.“ Der Gedanke an die sportliche Zukunft, eine weitere Tag-für-Tag-Entwicklung vorausgesetzt, schien ihm zu gefallen: „Jetzt kann jeder eine Fantasie entwickeln, wie es mit der Reise weitergeht.“

TSV 1860: Köllner freut sich für die Spieler

Die Spielfreude der Mannschaft könnte auf dieser Reise jedenfalls für Kurzweil sorgen. „Wichtig war, dass wir als Mannschaft griffig Fußball gespielt und schöne Tore herausgeschossen haben – mit feinen Kombinationen.“ Nicht nur Doppeltorschütze Vrenezi spielte sich in den Vordergrund, auch Joseph Boyamba und Erik Tallig sprühten vor Ideen, ein Neulöwe und einer, der schon zwei Jahre hier ist. „Am Ende brauchst du eine gute Mischung“, sagte der Trainer und verteilte reichlich Sonderlob: „Erik hat einen unheimlichen Zug zum Tor, ist aber auch defensiv verlässlich – so wie Yannick Deichmann. Dazu hast du die Feingeister Vrenezi und Boyamba. Das passt gut, denke ich.“

Dass der KSC nach der Pause eine Druckphase hatte, bedingt durch einen Komplettwechsel – geschenkt. Köllner verwies darauf, dass seine Löwen rechnerisch auch die zweite Halbzeit gewonnen hatten. An seinem Fazit änderte das nichts – es lautete: „Heute haben alle Spieler für sich Werbung gemacht.“ (ulk)

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