Auswärtsspiel in Duisburg

TSV 1860: Keanu Staude erstmals von Beginn an? Neuzugang spricht über Eklat

„Der Aufstieg ist möglich“: Neu-Löwe Keanu Staude
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„Der Aufstieg ist möglich“: Neu-Löwe Keanu Staude.

Er heißt wie ein bekannter Schauspieler, soll jedoch für den TSV 1860 und nicht auf der Leinwand glänzen. Darf Keanu Staude diesmal von Beginn an ran? Es gibt eine mutige Ansage.

München - Speed“ könnte 1994 den Ausschlag gegeben haben. Vielleicht auch erst „Feeling Minnesota“ zwei Jahre später. Oder doch schon „Bram Stoker’s Dracula“ von 1992? In jedem Fall war Keanu Staudes Mutter dermaßen beeindruckt von US-Schauspieler Keanu Reeves, dass sie ihren 1997 geborenen Sohn mit dem entsprechenden Vornamen ausstattete. „Meine Mama hat ihn sehr gerne gemocht, das stimmt“, sagte Staude am Mittwoch bei seiner virtuellen Vorstellungsrunde im Pressehaus des TSV 1860. Und nach Ende der Veranstaltung war klar, dass der 24-Jährige fest entschlossen ist, in der Löwen-Matrix nicht nur eine Randfigur bleiben zu wollen.

TSV 1860: Staude mit Startelf-Debüt beim MSV Duisburg? „Ich komme auch gern über außen“

In Duisburg am Samstag (14 Uhr) könnte nach zwei Einwechslungen in Saarbrücken und gegen Haching Staudes blaue Startelf-Stunde schlagen. Das offensive Mittelfeld der Sechziger ist durch Richard Neudeckers Gelbsperre ausgedünnt, hinzu kommt die chronische Formschwäche von Merveille Biankadi, der gegen Haching kaum eine gelungene Aktion verbuchen konnte. Staudes Chance? „Ich bin da offen“, sagt er auf die Frage nach seiner Lieblingsposition. Zentral habe er schon für Arminia Bielefeld gespielt. „Ich bin kreativ und spielfreudig.“ Aber: „Ich komme auch gern über außen. Sechzig, siebzig Minuten kann ich schon gehen.“ Der Rest sei Sache des Trainers.

An Motivation fehlt es dem 24-jährigen Ex-U 20-Nationalspieler nicht. Das bittere Halbjahr bei den Würzburger Kickers mit drei Trainern, diversen Knieblessuren und gerade mal vier Einwechslungen (inkl. DFB-Pokal) habe ihn „stärker gemacht“, sagt Staude. Sein Ziel mit den Löwen? „Der Aufstieg in die Zweite Liga – und der ist auch schon diese Saison möglich!”

1860 München: Staude in Bielefeld ausgebuht - Neuzugang spricht über dunkles Kapitel

Dazu müsste eine Serie her, wie sie Staude lange nicht mehr erlebt hat. In Bielefeld beim Siegeszug in die Bundesliga von Januar bis Juni 2020 durfte er kein einziges Mal mitwirken, bei vielen Arminia-Fans war er nach dem Eklat um eine öffentlich gewordene Whatsapp-Sprachnachricht, in der er über Mitspieler hergezogen hatte, unten durch. „Wenn du von 26.000 Leuten im eigenen Stadion ausgebuht wirst, dann ist das schon hart“, erinnert sich Staude an die unerfreulichen Zeiten. „Ich habe draus gelernt.“

Zum Winterwechsel nach München habe ihm Prince Owusu geraten, sein ehemaliger Kollege aus Bielefeld, mit dem er sich den Berater teilt. „Prince hat mir viele positive Dinge über 1860 erzählt: Geile Mannschaft, geiler Verein, geile Fans.“ Bei den Löwen will Tattoo-Fan Staude seine ausgebremste Karriere wieder in Schwung bringen. „Mein Traum bleibt es, in der höchsten Liga in Deutschland zu spielen.“ Eins nach dem andern.

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