„Kiraly hat mir imponiert“

1860-Keeper Kretzschmar über sein Verhältnis zu Marco Hiller - das sagte er nach der Würzburg-Show

Ohne Gegentor zurück auf die Ersatzbank: Der gegen Würzburg und Wehen überragende Tom Kretzschmar. Kolbert-press
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Ohne Gegentor zurück auf die Ersatzbank: Der gegen Würzburg und Wehen überragende Tom Kretzschmar. Kolbert-press

Tom Kretzschmar zeigte im Tor des TSV 1860 eine Sahne-Leistung. Aber jetzt kehrt Marco Hiller zurück in den Kasten. Der 22-Jährige Edel-Ersatzmann im Interview.

München – Beim 1:0-Auftaktsieg gegen Würzburg rettete er die Löwen vor einem frühen Rückstand, auch in Wiesbaden war er mit seinen Glanzparaden der Garant für den torlosen Punktgewinn: Tom Kretzschmar, 22, der mit seiner weißen Weste bewiesen haben dürfte, dass er sich vor Marco Hiller, 24, nicht verstecken muss. Unser Interview mit dem Edel-Ersatzkeeper des TSV 1860.

Tom Kretzschmar, übers Wochenende dürften einige Glückwunsch-Nachrichten zusammengekommen sein. Hat Ihr Handyspeicher gereicht?
Ja, der wurde nicht ausgereizt (lächelt).
Über welches Lob haben Sie sich am meisten gefreut?
Das vom Trainer hat natürlich gutgetan, aber auch das von der Familie: Eltern, Oma, Opa. Wenn alle schreiben „Wir sind stolz auf dich“, das freut einen ganz besonders.
Was hat Marco Hiller zu Ihrer Leistung gesagt?
Der hat natürlich auch gratuliert: Glückwunsch zum Zu-Null, tolles Spiel gemacht!
Wie ist Ihr Verhältnis zur Nummer 1? Hat sich durch den jüngsten Rollentausch was verändert?
Nein, gar nicht. Der Marco und ich, wir kennen uns schon ewig und haben ein richtig gutes Verhältnis. Da würde ich den Harry (Huber, Torwarttrainer) und den Georg (Székely, dritter Torwart) auch mit reinnehmen. Wir verstehen uns alle sehr gut.
In Prozenten ausgedrückt: Wie viel Freunde/Rivalen sind Sie und Hiller?
Gute Frage. Wir sind gut befreundete Kollegen die sich gegenseitig pushen und ihren Teil zum Erfolg des Teams beitragen wollen.
Am Freitag im DFB-Pokal gegen Darmstadt müssen Sie wieder auf die Bank. Mit welchem Gefühl?
Es war ja immer so abgemacht, von daher ist da keine Enttäuschung. Ich werde weiterhin intensiv an mir arbeiten, um mich bestmöglich auf die nächste Chance vorzubereiten. So wie es aussieht, werde ich im Toto-Pokal spielen dürfen.
Ist es ein Trost, dass Sie in der kicker-Rangliste der Torhüter fürs Erste keiner verdrängen kann?
(lacht) Das ist natürlich schon schön zu sehen. Mein Papa ist da sehr dahinter und schickt mir das immer.
In der Vorbereitung war viel vom Unterschied zwischen Kalt- und Warmstart die Rede. Ein Notfall-Einsatz wie in Ingolstadt sei leichter zu bewältigen, als die geplanten Spiele wie jetzt zum Saisonstart. War der lange Vorlauf tatsächlich ein Problem in Sachen Grübelei und Nervosität?
Nicht wirklich. Ich hab mir keinen Druck gemacht, weil ich weiß, was ich kann. Die Anspannung kam erst am Abend vorher. Im Spiel war es extrem hilfreich, dass ich mich gleich nach neun Minuten gegen Mo Heinrich auszeichnen konnte. Danach war ich endgültig drin.
Haben Sie eine spezielle Methode, die Ruhe zu bewahren, oder liegt Ihnen das im Blut?
Das Eins-gegen-Eins hat schon immer zu meinen Stärken gehört, aber ich hab da keine spezielle Methode. Bei der Spielvorbereitung schau ich im Video natürlich auf die gegnerischen Angreifer. Aber die meisten kenn ich eh schon, ich schau ja nicht erst seit gestern 3. Liga.
Sie sind 2006 im Alter von sieben Jahren von der SpVgg Höhenkirchen zu 1860 gekommen. Das Probetraining absolvierten Sie als Feldspieler . . .
Das stimmt, ich habe eigentlich offensiv gespielt. Im Probetraining haben wir damals ein Torschusstraining gemacht, jeder Schütze musste anschließend ins Tor. Nach dem Training hieß es: Als Spieler wird’s schwer, aber bitte wiederkommen und Torwarthandschuhe mitbringen. So hat sich das ergeben, dass ich im Tor gelandet bin. Als Spieler wär ich nicht so weit gekommen.
In den 15 Jahren bei 1860 haben Sie einige Torhüter erlebt. Wer hat Ihnen besonders imponiert?
Gabor Király. Dem hab ich als Jugendlicher nachgeeifert.
Mit Jogginghose?
Ja, in der Halle hab ich mir immer eine Király-Hose angezogen. Aber nur dort (grinst).
Und wann sehen wir Sie als Nummer 1?
Ich habe noch zwei Jahre Vertrag bei 1860 und werde jeden Tag mit Harry Huber und meinen Kollegen nutzen, um besser zu werden, um meine Leistung abzurufen, wenn ich gebraucht werde.

Das Interview führten Ludwig Krammer und Uli Kellner.

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