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TSV 1860: Nicht nur Skenderovic überzeugt - „Haben richtig gute Jungs dazugeholt“

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Von: Uli Kellner

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Volle Kraft voraus: Erst zwei Minuten waren in Waldkirchen gespielt, da erzielte Yannick Deichmann das erste 1860-Tor der neuen Saison – die Rückversetzung ins offensive Mittelfeld scheint dem Ex-Aushilfsverteidiger zu behagen.
Volle Kraft voraus: Erst zwei Minuten waren in Waldkirchen gespielt, da erzielte Yannick Deichmann das erste 1860-Tor der neuen Saison – die Rückversetzung ins offensive Mittelfeld scheint dem Ex-Aushilfsverteidiger zu behagen. © Ulrich Wagner

Ein gesundes Sportlerbuffet im Vereinsheim der Gastgeber. Für die Profis des TSV 1860 endete der Testspiel-Sonntag mit Nudeln und Salat.

Waldkirchen – Trainer Michael Köllner hatte nach dem 8:0-Sieg beim TSV Waldkirchen anderes im Sinn: „eine halbe Bier“ mit seinen Jungs.

Überraschend gemeint: Spieler des TSV Waldkirchen, über die Köllner sprach wie über alte Freunde. „Neuwirth, Boxleitner, Autengruber, Strahberger“, ratterte er die Namen runter. Auch die eigene Mannschaft staunte über das Insiderwissen des Trainers, den Landesliga-Gegner betreffend. „Das war lustig vor dem Spiel“, berichtete Köllner: „Als die Aufstellung rauskam, haben mich Verlaat und Morgalla in der Kabine gefragt: Trainer, kennen sie die wirklich alle?“ Des Rätsels Lösung: Köllner war 2013 beim DFB Koordinator der Niederbayern-Auswahl – und viele seiner einstigen Zöglinge sind noch immer aktiv. „Wir haben miteinander Turniere gespielt – so etwas vergesse ich nicht“, sagte der Trainer: „Deswegen war das ein schönes Wiedersehen.“

TSV 1860: Skenderovic empfiehlt sich als Bär-Ersatz

Ansonsten ging die Blickrichtung des Trainers klar in Richtung Zukunft. Profis, die nicht jeder der 2100 Zuschauer auf der Rechnung hatte, machten auf sich aufmerksam. Und es gab erste Fingerzeige, wie sich die neuen Löwen präsentieren wollen.

Meris Skenderovic traf in seinem ersten Spiel gleich viermal.
Meris Skenderovic traf in seinem ersten Spiel gleich viermal. © Ulrich Wagner

Sturmalternative: Vielleicht noch nicht morgen in Aschau (19 Uhr), aber spätestens beim anspruchsvollen Test gegen den Karlsruher SC am Samstag (14 Uhr, Heimstetten) sollte Marcel Bär, 30, fit genug sein, um sein Comeback im 1860-Sturm zu geben. Die ersten Einheiten verpasste der Drittliga-Torschützenkönig wegen einer Sommergrippe. Dass der neue Kader in Meris Skenderovic, 24, eine hoffnungsvolle Alternative bereithält, zeigte der in Hoffenheim ausgebildete Ex-Schweinfurter mit einem Viererpack gegen überrumpelte Waldkirchner. „Mich hat das nicht überrascht“, sagte Köllner zur Vier-Tore-Show des Mittelstürmers: „Ich weiß, was er kann. Wir waren ja schon im Winter an ihm dran. Ich kenne ihn gut und freue mich für ihn.“ Bekanntlich darf Skenderovic seine Vita mit einem Einsatz in der Europa League schmücken (1:1 gegen Ludogorez Rasgrad im Dezember 2017) – seit Sonntag ahnt man, warum ihn Ex-Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann damals zu den TSG-Profis hochholte.

TSV 1860: Youngster-Trio will auf sich aufmerksam machen

Spielsystem: Kapitän Stefan Lex weiß, dass sein Trainer die Mannschaft gerne anstachelt, indem er neue Reize setzt. In Jahren mit geringer Kaderfluktuation habe er die Taktik verändert – „jetzt ist die neue Herangehensweise: Wir haben dasselbe System, aber verändertes Personal.“ Stand jetzt, fügte Lex hinzu, doch sowohl beim internen Spielchen am Samstag als auch in Waldkirchen am Sonntag zeigte sich. 4-1-4-1 ist weiterhin die erste taktische Wahl des Trainers. „Ich denke, wir hatten schon eine ganz gute Struktur im Spiel “, sagte Köllner zufrieden.

Die kleinen Fans in Waldkirchen sind offenbar dem Pokal-Gegner der Löwen zugeneigt. 1860-Coach Köllner verteilt trotzdem fleißig Autogramme.
Die kleinen Fans in Waldkirchen sind offenbar dem Pokal-Gegner der Löwen zugeneigt. 1860-Coach Köllner verteilt trotzdem fleißig Autogramme. © Ulrich Wagner

Sür & Co.: Alle reden über Verlaat, Vrenezi und Skenderovic? Schon – aber das heißt nicht, dass der Nachwuchs bei 1860 hinten runterfällt. Im Windschatten der Neuverpflichtungen baut Köllner in diesem Sommer drei weitere NLZ-Talente auf: Devin Sür, 17, der als jüngstes Mitglied des Nach-der-Pause-Teams frech drauflosstürmte. Michael Glück, 19, in der Startelf an der Seite des etablierten Innenverteidigers Semi Belkahia. Und Marius Wörl, 18, der in den letzten 13 Minuten Profiluft schnuppern durfte. Ein badischer Türke mit Tordrang, ein Österreicher mit Hinteregger-Statur (1,89 m) und ein früherer U-Kapitän des FC Bayern aus der Hopfenstadt Wolnzach – ein spannendes Trio, das in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen will. Für Johann Djayo, 21, hingegen ist seine Zeit bei 1860 beendet. Der Stürmer, der zuletzt keine Spielzeit mehr erhielt, wechselt zu Wacker Burghausen in die Regionalliga.

Das Fazit des Trainers nach den ersten drei Tagen: „Wir hatten letzte Saison schon eine sehr gute Mannschaft – jetzt haben wir richtig gute Jungs dazugeholt. Es macht schon jetzt riesig Spaß.“ (Uli Kellner)

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