Neuzugänge dringend nötig

Kommentar: Der Löwen-Teufelskreis

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Ein enttäuschter Eigentorschütze Aaron Berzel nach dem Spiel in Magdeburg.

Für Neuzugänge wäre ein Friedensschluss notwendig beim TSV 1860 München. Doch der ist unwahrscheinlich, meint Redakteur Armin Gibis.

München - Es fehlte nur noch, dass Hasan Ismaik öffentlich Krokodilstränen vergossen hätte. Aber auch so wirkte seine via Facebook verbreitete Mitleidsbekundung ziemlich heuchlerisch. Nein, so schrieb er, „eine Generalkritik wäre jetzt das falsche Signal“. Das sagt ausgerechnet jener Mann, der seit Jahren seinen angeblichen Herzensverein mit schonungsloser Kritik peinigt. Zuletzt schwang er sogar hemmungslos mit der Rassismus-Keule. Die damit konfrontierte Vereinsführung tat gut daran, auf die Vorwürfe des beleidigten Jordaniers nicht einzugehen.

Fest steht jedenfalls, dass Ismaik auch im achten Jahr seines seltsamen Engagements beim Münchner Traditionsclub nichts unversucht lässt, seinen Machtanspruch mit permanenter Zwietracht durchzusetzen. Ein Verhalten, bei dem es nur Verlierer geben kann. Führungskrisen im Profifußball üben in den allermeisten Fällen eine verheerende Ausstrahlung auf das sportliche Gelingen aus. Bei den Sechzigern hat das zu einem ständigen Abwärtstrend geführt. In dieser Saison scheint gar nur nach sechs Spieltagen festzustehen, dass die Löwen sich auf einen nur schwer zu überstehenden Abstiegskampf gefasst machen müssen.

Armin Gibis kommentiert die Lage bei 1860.

Weiterhelfen können nur Verstärkungen

Weiterhelfen – darin herrscht Einigkeit – können nur Verstärkungen. Doch die sind aufgrund der internen Blockade nicht finanzierbar. Für die notwendige Kapitalerhöhung, die Insidern zufolge auf die Schnelle bis zu fünf Millionen Euro einbrächte, wäre eine Art Friedensschluss notwendig. Doch der ist aufgrund Ismaiks Aversion gegenüber Präsident Robert Reisinger ganz offenbar unmöglich. Ein Teufelskreis.

Wahr ist, dass die bittere Wahrheit auf dem Platz liegt. Und dort sind die Sechziger derzeit nicht konkurrenzfähig. Auch der zuletzt angeschlagen und ratlos wirkende Daniel Bierofka sprach beim 1:5 in Magdeburg den Seinen die Drittligatauglichkeit ab. Das Verhältnis des Trainers zur Mannschaft dürfte sich damit kaum verbessern. Eine bedenkliche Entwicklung in schwierigen Zeiten.

Was jetzt noch helfen kann? Alles hängt an Ismaik. Entweder er stimmt der Kapitalerhöhung zu. Oder er sorgt aus eigener Tasche für weitere neue Kräfte. Eine Rückkehr in die Viertklassigkeit dürfte auch nicht in seinem Sinne sein. Derlei Pragmatismus allerdings ist eher untypisch für den so unversöhnlichen Investor.

Armin Gibis

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