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Köllner lässt die Muskeln spielen: 1860-Coach schürt und genießt neuen Konkurrenzkampf

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Von: Uli Kellner

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Stark wie noch nie: Gilt auf jeden Fall für den neuen Drittliga-Kader von 1860-Trainer Michael Köllner.
Stark wie noch nie: Gilt auf jeden Fall für den neuen Drittliga-Kader von 1860-Trainer Michael Köllner. Foto: sampics © sampics

Für die kommende Saison hat offenbar nur Torhüter Marco Hiller einen Stammplatz. Trainer Michael Köllner freut sich über den Kampf um die Startelfplätze.

Windischgarsten – Es kommt nicht oft vor, dass Michael Köllner um eine schnelle Antwort verlegen ist, doch bei dieser Frage, gestellt nach dem Test gegen Ried (1:1) am Freitagabend, musste der 1860-Coach länger als üblich nachdenken. Köllner ließ gut und gerne zehn Sekunden verstreichen, machte mit den Fingern Zählbewegungen, ehe er sich festlegte. „Eine“ lautete seine knappe Antwort – auf die zuvor gestellte Frage: „Wie viele Positionen in der Mannschaft wären bereits fix vergeben, wenn morgen Saisonstart wäre?“

Torhüter Marco Hiller ist Andeutungen zufolge der Glückliche, der sich im Trainingslager ohne Stammplatz-Sorgen ins Bett legen kann (wobei Köllner demonstrativ auch Vertreter Tom Kretzschmar lobte). Ansonsten ist es auch für den 1860-Coach eine neue Situation, dass er heute noch nicht weiß, wer in den internen Duellen um zehn Planstellen vor Hiller das Rennen machen wird.

TSV 1860 München im Trainingslager in Windischgarsten: Heißer Konkurrenzkampf um Startelfplätze

Spielt links hinten Steinhart oder Greilinger? Im Abwehrzentrum Neuzugang Verlaat oder doch der 17-jährige Überflieger Morgalla? Der aufstrebende Tallig oder Kapitän Lex? Ein Luxus, den der Trainer zu genießen scheint. Er sagt: „Für alle gilt: Du muss liefern jetzt. Du kannst dir in der neuen Konstellation keine zwei schlechten Wochen mehr leisten.“ Auf gut Deutsch: Wer schludert in den Tagen von Windischgarsten, der kann sich leicht auf der Bank oder Tribüne wiederfinden, wenn mit dem Spiel in Dresden am 23. Juli die Mission Aufstieg beginnt.

Genüsslich hatte Köllner im Testspiel gegen Ried seine neuen Kadermöglichkeiten ausgespielt – indem er vor und nach der Pause zwei komplett verschiedene Mannschaften aufbot. Selbst anwesende Präsidiumsmitglieder rätselten, wer nun Köllners momentane Favoriten sind: das Team um Belkahia und die Neuzugänge Rieder, Kobylanski und Boyamba in den ersten 45 Minuten? Oder die Besetzung danach, in der Lex auflief – und neben ihm die Kader-Schwergewichte Steinhart, Moll, Vrenezi, Deichmann? „Und ein Bär war heute noch gar nicht dabei“, merkte Köllner fröhlich an. Marcel Bär, der aktuelle Torschützenkönig der 3. Liga, aktuell noch infektgeschwächt. Erst am Mittwoch gegen Linz soll er seine ersten Testspielminuten erhalten.

„Am Ende geht’s um maximale Leistung. Das muss unser Trumpf werden, damit wir hochgehen.“ 

Löwen-Trainer Michael Köllner.

Im ersten Training am Samstag setzte Köllner sein internes Casting fort, indem er seinen Kader in Kleingruppen einteilte, streng getrennt nach Mannschaftsteilen. Verteidiger unter sich, hier die Mittelfeldspieler, dort die Stürmer. „Da schaue ich bewusst“, erklärte der Trainer: „Wer macht auf welcher Position die nächsten Schritte? Und wer den nächsten Schritt macht, der spielt am Ende.“

Launig erinnerte Köllner an die Phase im Frühjahr, als er zusammen mit Sportchef Günther Gorenzel den aktuellen Kader auf dem Reißbrett entwarf. „Da schaust du die Namen durch und denkst: Ououou, den hast du ja auch noch und den und den …“ Dem Traum aller Trainer, jede Position doppelt besetzt zu haben, ist Köllner ziemlich nahegekommen. Alles im Sinne des beabsichtigten Erfolgs. „Am Ende geht’s um maximale Leistung“, sagte er: „Das muss unser Trumpf werden, damit wir hochgehen.“ (ULI KELLNER)

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