Mayrhofer stellt sich Löwen-Fans

"Tue doch alles dafür, dass der Verein überlebt"

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Diskussionen und Proteste: An der Grünwalder Straße 114a herrschte am Montag erhöhter Redebedarf: Präsident Mayrhofer und Geschäftsführer Rejek stellten sich den Fragen der Fans.

München - TSV-1860-Präsident Mayrhofer hat sich am Montag am Trainingsgelände den Fans gestellt, übte aber auch Kritik. Nach tz-Informationen will Ismaik von Ahlen durch ein Trainer-Großkaliber ersetzen.

Eine Trainerentlassung halbwegs stilvoll hinzubekommen, gelingt im Fußballgeschäft eher selten. Auch beim TSV 1860, wo Beurlaubungen von Übungsleitern (mindestens) im Jahresrhythmus erfolgen, scheitern sie an dieser Aufgabe regelmäßig. Im Falle Markus von Ahlen war dies am Montag wieder schrecklich schön zu beobachten.

Anstatt die intern bereits beschlossene Beurlaubung des Trainers zu verkünden und die Zeit bis zur Präsentation des Nachfolgers mit einer Interimslösung zu überbrücken, ließ der in diesem Fall federführende Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner die Dinge am Montag laufen. Von Ahlen ging also mit der beim 1:1 in Darmstadt eingesetzten Mannschaft zum verschärften Jogging in die Isarauen, beobachtete danach wie immer die Reservisten beim Training – und trat im Anschluss vor die versammelte Presse, um zu erzählen, dass ihm seine Arbeit weiterhin „unglaublich viel Spaß“ mache. Auch den Trainingsplan für diese Woche hatte von Ahlen parat: „Dienstag frei, Mittwoch 10 und 15 Uhr, Donnerstag, Freitag jeweils 13 Uhr.“ Spricht so jemand, der weiß, dass er am Samstag gegen St. Pauli nicht mehr auf der Trainerbank sitzen wird?

Ismaik will offenbar ein Großkaliber als neuen 1860-Trainer installieren

Nach tz-Informationen will Hauptgesellschafter Hasan Ismaik, der im Gegensatz zu Präsident Gerhard Mayrhofer weiterhin an Poschners Kompetenz glaubt, ein Großkaliber als neuen Trainer installieren. Offen war bis Montag die Finanzierung. Auch nichts Neues bei den Ismaik-Löwen.

Den Fans geht der Eiertanz zunehmend auf die selbigen. Am frühen Nachmittag hatten sich rund 40 Anhänger auf dem Trainingsgelände versammelt, um Mayr­hofer und den kaufmännischen Geschäftsführer Markus Rejek zur Rede zu stellen (lesen Sie die Details in unserem Ticker nach). „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Am Samstag müssen wir St. Pauli wegknallen. Wir haben natürlich Visionen, auch wenn sie derzeit nach außen nicht erkennbar sind“, sagte Rejek. „Wir tun alles dafür, dass wir für den Worst Case vorbereitet sind. Wir sind gefordert, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir führen intensive Gespräche.“

Krisengespräch: Löwen-Fans diskutieren mit Präsident Mayrhofer

Krisengespräch: Löwen-Fans diskutieren mit Präsident Mayrhofer

Mayrhofer: "Ich tue doch alles dafür, dass der Verein überlebt"

Wen dieses „wir“ einschließt und mit wem gesprochen wird? Darauf bekamen die Fans keine Antwort. „Die Situation hat sich keiner gewünscht“, blieb Mayrhofer im Allgemeinen. „Das Umfeld ist weltmeisterlich im Schlechtreden des Vereins. Ich tue doch alles dafür, dass der Verein überlebt. Die Trainerfrage werde ich jetzt nicht beantworten. Wir werden nichts unversucht lassen, um die Klasse zu halten.“

Die Fans nehmen den Präsidenten beim Wort. Wie sagte einer zum Schluss der Vorstellung: „Wenn wir absteigen und uns geht’s wie damals dem EC Hedos (Konkurs 1995, d. Red.), dann reißen wir euch den Arsch auf, das verspreche ich euch!“ Markus von Ahlen war da bereits mit einem Rollkoffer Richtung Parkplatz entschwunden.

tz

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