Fast in Vergessenheit geraten

TSV 1860: Neuzugänge vom FC Lazarett

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Offensivtrumpf für 2020: Nico Karger.

Transfers wird es bei den Löwen nicht geben - dafür kehren viele Langzeitverletzte zurück, die beinahe in Vergessenheit geraten sind. Ein Überblick. 

  • Beim TSV 1860 wird es wohl keine Kaderkorrekturen geben. 
  • Dafür kehren zahlreiche Langzeitverletzte zurück, die beinahe in Vergessenheit geraten sind.
  • Hier gibt es den Überblick. 

München– Trainingslager ja, Transfers nein. Wer auf Spenden angewiesen ist, um sich eine Reise in den Süden zu leisten, der hat auch kein Geld für Kaderkorrekturen. Verstärkungen wird es beim TSV 1860 trotzdem geben – und zwar von der vereinseigenen Krankenstation. Wie Trainer Michael Köllner dieser Tage andeutete, steht die Rückkehr der Langzeitverletzten unmittelbar bevor. Viele der Spieler waren so lange außer Gefecht, dass sie fast in Vergessenheit geraten sind. Unsere Übersicht zeigt, auf welche „Neuzugänge“ sich die Fans mit Blick auf die Rückrunde freuen dürfen.

Efkan Bekiroglu

In München wurde gerade die Wiesn eröffnet, als der edelste Techniker des Löwen-Kaders ausfiel. Beim 1:2 in Duisburg zog sich Bekiroglu einen Faserriss im Oberschenkel zu. Von drei, vier Wochen Pause war anfangs die Rede. Inzwischen hat der Mittelfeldlenker zehn Spiele verpasst – geschuldet einem Narbengewebe, das sich entzündete. Ginge es nach ihm selbst, wäre er längst zurückgekehrt, doch erst wollten die Löwen kein Risiko bei ihrem „Unterschiedspieler“ eingehen und zuletzt, gegen Großaspach (1:1), verzichtete Köllner freiwillig auf den genesenen Spielgestalter.

Quirin Moll

Ellbogen raus: Moll ist zurück im „Teiltraining“.

Bereits am 2. Februar, im zweiten Pflichtspiel des nun zu Ende gehenden Jahres (1:2 gegen Osnabrück), hatte es Quirin Moll erwischt, und zwar richtig: Kreuzbandriss nach einem vermeintlich harmlosen Pressschlag. „Das ist brutal für uns alle“, sagte Daniel Bierofka, der Anfang November zurückgetretene Coach. Köllner, sein Nachfolger, sagte am Donnerstag, gut neun Monate später: „Quirin ist wieder im Teiltraining auf dem Platz – das freut mich besonders.“ Köllner konnte da noch nicht ahnen, dass sich Tim Rieder zwei Tage später schwer verletzen würde, ebenfalls am Knie. Mit Moll, der spätestens im neuen Jahr wieder voll angreifen will, hat er nun einen würdigen Vertreter. Als „Glücksgriff“ hatte Bierofka den „super Zweikämpfer“ Moll geadelt.

Nico Karger

Schleichend ging die Misere bei Nico Karger los. Im Frühjahr verpasste er drei Spiele aufgrund von Adduktorenbeschwerden. Dreimal stand er im April noch im Abstiegskampf seinen Mann, danach war das Unglück perfekt: Schambeinentzündung. Für jeden Fußballer, den es trifft, eine Horrorverletzung, da die Heilung viel Geduld und Disziplin erfordert. In der Regel wird nicht gleich operiert, sondern konservativ behandelt. Bei Karger immerhin mit Erfolg. „Er macht gute Fortschritte auf dem Platz“, berichtete Köllner. In der Rückrunde könnte der genesene Linksaußen zu einem Offensivtrumpf werden.

Benjamin Kindsvater

Sämtliche vier Spiele seit dem Bierofka-Abschied verpasste Benny Kindsvater wegen einer Leistenverletzung. Die gestaltet sich weiter zäh. Der Flügelflitzer wird wohl erst im neuen Jahr in der Lage sein, Köllner von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.

Semi Belkahia

Als die Löwen am 11. Mai ihren rettenden 3:2-Sieg gegen Fortuna Köln bejubelten, lag einer geknickt auf der Physiobank: Semi Belkahia, 20, hatte sich in seinem erst vierten Spiel für die Profis das Kreuzband gerissen. Bitter: Es war eine Re-Ruptur, was sich auf die Dauer der Genesung auswirkt. Zuletzt war das Abwehrtalent einen Monat auf Intensiv-Reha in Hoffenheim. Bis Februar will der ehemalige Garchinger fit genug sein, um wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen.

Stefan Lex/Tim Rieder

Beide frisch am Knie verletzt, Rieder schwerer. Zumindest Lex sollte aber bis zum Beginn der Januar-Vorbereitung genesen sein. 

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