Die Erkenntnisse aus Schweinfurt

Löwen-Casting für die Stammelf

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Die Löwen siegen in Schweinfurt. Doch wie wird die künftige Stammelf aussehen?

Der Pokalsieg in Schweinfurt fiel deutlich aus. Doch welche Schlüsse lässt er auf die künftige Stammelf zu?

Schweinfurt/München - Auf dem kleinen Sportplatz am Kleinflürleinsweg in Schweinfurt, versteckt in einem Wohnviertel, hat der TSV 1860 am Donnerstag einen schönen Fußballabend erlebt – und für ein paar Stunden waren die Probleme, die in München warten, recht weit entfernt.

In Schweinfurt hat 1860 in der ersten Runde des Totopokals 6:1 gegen den dortigen Landesligisten der FT gewonnen. In Schweinfurt stellte Trainer Daniel Bierofka Profis auf, die schon lange nicht mehr in der Startelf spielen durften (Ziereis, Böhnlein) bzw. konnten (Lex, Gebhart). Und an diesem Abend in Schweinfurt freuten sich etwa 2000 Zuschauer einfach, dass die großen Löwen auf ihrem kleinen Sportplatz sind – ohne sich dabei gleich zu fragen, was gerade eigentlich genau vorgeht zwischen Daniel Bierofka und seinen Vorgesetzten.

Bierfoka: „Alle reden, aber nur einer macht was“

Am Mittwoch – und damit zu den Problemen in München – hatte ­Bierofka mit ungewohnt bissigen Worten beschrieben, wie er die Umstände beim TSV 1860 empfindet. Er sagte: „Das Problem ist, dass alle reden, aber nur einer da ist, der was macht.“ Und sagte auch: „Ich versuche alles zu machen, was möglich ist, nehme die Bedingungen an – und die anderen reden halt.“ Am Freitag wollten sich diejenigen, die sich angesprochen fühlen dürften – die Geschäftsführer Michael Scharold (Finanzen) und Günther Gorenzel (Sport) –, nicht antworten. Eine Anfrage der tz lehnte der Verein ab.

Vielleicht wird der Vorwurf ­Bierofkas in den nächsten Tagen intern diskutiert – es gäbe genug Zeit, denn das nächste Mal spielen die Löwen aufgrund der DFB-Pokalpause erst am kommenden Samstag wieder (zu Hause gegen Meppen). Bis dahin kann sich der Cheftrainer zudem überlegen, ob einer seiner Pokalspieler sich auch für die Dritte Liga aufgedrängt hat – hier ein kurzer Überblick:

Die mögliche Stammelf im Überblick

Im Tor setzt der Trainer auf Hendrik Bonmann, der in der Liga überzeugte – und seinem (guten) Konkurrenten Marco Hiller, der in Schweinfurt zum Einsatz kam, gerade fußballerisch überlegen ist.

In der Abwehr-Mitte durfte im Pokal Aaron Berzel verteidigen, der beim einzigen Liga-Sieg gegen Zwickau auflief. Er ist bissig im Zweikampf (auch in der Luft), leistet sich aber manchmal einfache Fehler, auch im Stellungsspiel. Sein direkter Rivale: Felix Weber, der Kapitän.

Im Mittelfeld startete erstmals ­Timo Gebhardt. Spätestens mittelfristig dürfte er als Stammspieler in der Mittelfeldzentrale eingeplant sein. Dasselbe gilt für Stefan Lex auf der Außenbahn. Spieler mit ihrer Grundqualität gibt es im 1860-Kader kaum.

Im Angriff erinnerte Markus Ziereis mit drei Toren daran, dass er ein feiner Fußballer ist (clever vor dem Tor) – wenn die Spielgeschwindigkeit nicht zu hoch ist. Bierofka schätzt ihn, doch in der Dritten Liga stößt Ziereis an seine Grenzen.

In der zweiten Pokal-Runde geht’s für 1860 zum niederbayerischen Kreispokalsieger Aiglsbach – auch dort dürften einige für die erste Elf vorspielen… 

Christopher Melzer

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