Pech gegen Duisburg

TSV 1860: Die nächste Heimniederlage - Rückschlag oder Rückschritt?

Marco Hiller und Dennis Dressel produzieren zusammen ein saudummes Gegentor
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„Und dann scheppert‘s“: Hiller und Dressel behindern sich gegenseitig - Duisburg sagt Danke.

Ein Slapstick-Gegentor leitet die zweite Heimniederlage des TSV 1860 in Folge ein. Ihren Spitzenplatz in der Tabelle büßen die Löwen dadurch ein, nicht aber ihr Selbstbewusstsein.

  • 1860 verspielt die Tabellenführung.
  • Zu Hause läuft es in dieser Saison nicht: Nur eines von vier Geisterspielen im Grünwalder Stadion hat 1860 gewonnen.
  • Köllner: „Ab der 55. Minute war Sand im Getriebe.“

München - Das Letzte, was Marco Hiller nach dem Schlusspfiff fehlte, war der Gang vor die Interviewwand. Als die 0:2-Heimpleite gegen Duisburg amtlich war, erstarrte der 1860-Torwart am Mittelkreis. Er blickte mit leerem Blick durchs ebenso leere Stadion – und einmal auch noch zum Tor vor der Westkurve, wo in der 62. Minute das vorentscheidende 0:1 gefallen war; ein mehr als überflüssiger Treffer, dem ein verlorenes Luftduell des Keepers mit Dennis Dressel vorausgegangen war.

1860 München - MSV Duisburg: Slapstick-Tor lässt Löwen leiden

Als er sich gesammelt hatte, vor dem BR-Mikrofon, fasste Hiller den Löwen-Horror an Halloween zusammen: „Ich komm’ nach einem Eckball raus, schreie Torwart! Keine Ahnung, ob’s der Dennis nicht gehört hat, aber er springt vor mir hoch, köpft mir den Ball zwischen den Händen durch – und dann scheppert’s“ Oder wie 1860-Coach Michael Köllner kommentierte: „Das war Slapstick – ein glückliches Tor für den Gegner und ein saudummes für uns.“

Ich komm’ nach einem Eckball raus, schreie Torwart! Keine Ahnung, ob’s der Dennis nicht gehört hat, aber er springt vor mir hoch, köpft mir den Ball zwischen den Händen durch – und dann scheppert’s“

Marco Hiller

Es war vor allem ein Spiel, das die Löwen niemals hätten verlieren dürfen. Duisburgs Herangehensweise an dieses Duell weckte Erinnerungen an den früheren MSV- und 1860-Trainer Rudi Gutendorf. Stichwort: Riegel-Taktik. Köllners Team dagegen machte dort weiter, wo es fünf Tage zuvor in Unterhaching aufgehört hatte (beim 2:0-Auswärtssieg) – nur das effektive Verlagern der Feldüberlegenheit in den Strafraum wollte nicht klappen, was das Sturmduo Pusic/Mölders zusehends verzweifeln ließ.

„Ab der 55. Minute kam dann immer mehr Sand ins Getriebe“, schilderte Köllner. Mehr als ein Pfostentreffer sprang nicht heraus. Ganz im Gegensatz zum Gegner, der am Ende auch noch ein zweites Tor geschenkt bekam. Scepanik traf in der Nachspielzeit per Aufsetzer, nachdem Vermeij zuvor Moll abgeschüttelt hatte – jenen Quirin Moll, der bei seinem Rettungsversuch vor dem 0:1 Fleckstein gegen die Brust geschossen hatte. „Aus dem Spiel heraus“, haderte Hiller, „hätte Duisburg heute kein Tor geschossen.“

Köllner vermisst den letzten Punch

Was zur Frage führt, wie die zweite Heimniederlage in Folge einzustufen ist: als unglücklicher Rückschlag? Oder doch als ernst zu nehmender Rückschritt? Für Sascha Mölders, den 1860-Kapitän mit MSV-Historie, ist nichts weiter passiert, außer dass die enge 3. Liga eine weitere Ergebnis-Kapriole bereit gehalten hat. „Dass du in dieser Liga nicht jedes Spiel gewinnst, das wissen wir alle“, sagte der Stürmer bei Magenta-TV: „Eigentlich wollen wir zu Hause so wenig wie möglich bis gar nichts abgeben – leider ist das jetzt erneut passiert. Deshalb müssen wir nächste Woche gegen Halle unsere Heimbilanz aufbessern.“

Die Tabellenführung ist 1860 erst mal los, und was Köllner über den glücklosen Auftritt seines Torjägers sagte, galt am Ende irgendwie für alle Löwen: „Der letzte Punch hat heute gefehlt. Es war ein gebrauchter Tag.“

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