Mittelfeldspieler hatte „Wechselgedanken“

Brisante Enthüllung von 1860-Trainer Köllner: Megaphon-Timo wollte eigentlich schon weg

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TSV 1860 München: Timo Gebhart

Timo Gebhart ist enorm wichtig für den TSV 1860 München. Trainer Michael Köllner lieferte jetzt aber eine brisante Enthüllung. 

  • Timo Gebhart wollte schon weg, von seinem Giesinger Herzensklub. 
  • 1860-München-Trainer Michael Köllner hat Gebharts Abschiedsgedanken jetzt verraten. 
  • Doch wie es aussieht, bleibt Gebhart - doch fragen kann man ihn nicht. 

München - Das wichtige Elfmetertor beim 4:3-Krimi gegen Chemnitz, jetzt der Führungstreffer zum 3:0-Sieg in Jena – Timo Gebhart ist wieder ein sportlicher Faktor bei 1860. Und das beste Beispiel, wie schnell sich die Dinge drehen können im generell recht drehfreudigen Kosmos des TSV 1860*.

Wer Gebhart am Samstag mit Megaphon vor dem Fanblock feiern sah, der wird auf Anhieb schwer glauben können, dass der Mann vor drei Monaten nur noch weg wollte von seinem Giesinger Herzensklub. „Er hat sich mit Wechselgedanken beschäftigt“, verriet 1860-Trainer Michael Köllner am Wochenende. „Wir haben ihm gesagt: ‚Nein, wir brauchen dich!‘. Und dann darf das auch kein Lippenbekenntnis sein, dass er das Gefühl hat, wir verbauen ihm den Weg.“

1860 München: Festgespielt? Stammplatzgarantie?

Dieses Gefühl hat Gebhart inzwischen nicht mehr, wie aus seinem Umfeld zu hören ist. Persönlich steht der 30-Jährige nicht für Interviews zu Verfügung, lieber will er weitere Taten sprechen lassen. Die anstehende Englische Woche gegen Duisburg (Samstag), Kaiserslautern (Dienstag) und Würzburg (Samstag) sollte genügend Gelegenheiten dazu bieten.

Festgespielt? Stammplatz-Garantie? Bei solchen Fragen winkt Köllner erwartungsgemäß ab. Taktische Flexibilität komme vor individuellen Bedürfnissen, auch wenn dem Coach klar ist: „Timo will ­kicken, er braucht das von Beginn an. Aber es geht ums Gesamte, da gilt es immer abzuwägen.“

Ums Ganze geht es für Gebhart auch mit Blick auf den Sommer. Sein Vertrag endet im Juni, nach Informationen unserer Zeitung wurden noch keine Gespräche über eine mögliche Verlängerung geführt. Die Chancen auf einen Verbleib haben sich seit Chemnitz und Jena sicherlich nicht verschlechtert.

TSV 1860 München: Timo Gebhart wollte wechseln

Anders dürfte es im Fall Felix Weber aussehen. Der Kapitän war laut Köllner „nicht amused“ darüber, dass Daniel Wein den gelbgesperrten Dennis Erdmann in der Innenverteidigung ersetzte. Noch nachdenklicher wird ihn Köllners Begründung gestimmt haben: „Ich habe mich entschieden, Wein zu bringen hinten, damit wir ballsicherer sind.“ Auch Webers Vertrag bei 1860 endet im Sommer.

Einzelschicksale, auf die die klammen Löwen im Wettbewerb um eine gedeihliche Zukunft keine Rücksicht nehmen können. Nach 14 ungeschlagenen Spielen sind die Sechziger (mit neun anderen Klubs) Teil des Aufstiegsrennens, nach unten beträgt der Abstand beruhigende zehn Punkte. Auch Köllner beeindruckt die Souveränität und Robustheit, mit der seine Mannschaft inzwischen auftritt. 

1860 München: Sechziger können sich weiterhin auf Gebhart verlassen

Natürlich sei Schlusslicht Jena in keiner guten Verfassung gewesen, trotzdem sei es keine Selbstverständlichkeit, die Verunsicherung auch auszunutzen: „Wir haben ihnen früh die Luft rausgelassen.“ Solche Spiele seien „eine Charakterfrage für jeden einzelnen Spieler“ – die Favoritenrolle, der schlechte Platz, das offene, wenig stimmungsvolle Stadion, die frühe Unterbrechung. Köllners Mutmacher Nummer eins: „Wir haben die Widerstände angenommen und überwunden.“ Mutmacher Nummer zwei: „Man sieht allgemein mehr Klasse bei uns, Spielformen im Training funktionieren besser, der Erfolg kommt dann automatisch aus dem Trainingsprozess heraus.“

Mit Spitzenreiter Duisburg wartet am Samstag (14 Uhr) der bislang härteste Brocken des Jahres. Nach drei Niederlagen am Stück siegte das Team von Trainer Torsten Lieberknecht am Freitag mit 1:0 gegen Magdeburg und stoppte den Negativtrend – anders als Konkurrent Ingolstadt, das gestern die Reißleine zog und Trainer Jeff Saibene entließ. Ein Krisenszenario, von dem die Löwen im März 2020 entfernter nicht sein könnten.

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